Das Problem mit dem Kontrolldeck

Hearthstone: Der Jäger - eine Klasse auf dem Abstellgleis

von Christian Mittweg am 15.03.2017 um 11:39

In Zeiten, in denen Piratenkrieger-Decks und Schamanen die Hearthstone-Rangliste dominieren, wird eine Klasse immer mehr zum Auslaufmodell: der Jäger. Einst war die Klasse sehr populär, aber mittlerweile werden Jägerdecks kaum noch gespielt. Das Problem scheint dabei vom Entwickler Blizzard Entertainment hausgemacht.

Die Jäger-Klasse erfreut sich in Hearthstone derzeit keiner großen Beliebtheit.
Die Jäger-Klasse erfreut sich in Hearthstone derzeit keiner großen Beliebtheit.
© BlizzardZoomansicht

Die Spieler sind sich einig, zum jetzigen Zeitpunkt Jäger zu spielen, macht keinen Sinn. Auf der Seite Hearthstone Meta Stats ist zu sehen, dass nur knapp über drei Prozent aller Spieler überhaupt mit einem Jäger-Deck in ein Match gehen. Zum Vergleich, beim Druiden sind es über zwölf Prozent. Das ist ungewöhnlich, denn über die gesamte Lebensdauer von Hearthstone waren Jägerdecks stets populär und hatten ihren Platz in jeder Spielperiode sicher. Das hat sich seit der letzten Erweiterung "Die Straßen von Gadgetzan" geändert. Die Spielrate sank von über zehn Prozent auf gut drei.

Jäger - der schlechtere Krieger

Seit dem Aufschwung des Piratenkriegerdecks und dem aggressiven Schamanen hat der Jäger seine größte Stärke verloren. Die Klasse war dank des Schadens von der Heldenfähigkeit "Zuverlässiger Schuss" stets Vorreiter der aggressiven Decks. Zwei Schaden jede Runde in Kombination mit Zaubern, wie "Fass!" und "Schneller Schuss", machten Jäger zu einer Macht, die nicht ohne Probleme gestoppt werden konnte. Kräftige Wildtiere und deren Synergien sorgten außerdem für starke Züge in den ersten Runden jeder Partie. An den Karten und der Klasse hat sich zwar nichts geändert, trotzdem gerät der Jäger in der für ihn prädestinierten Disziplin immer weiter ins Hintertreffen. Das Piratenkriegerdeck und der aggressive Schamane sind einfach besser darin, schon früh im Spiel große Mengen an Schaden auszuteilen. Beide Decks machen zudem ab dem ersten Zug Druck auf dem Spielfeld und können, dank Waffen (Krieger) und Zaubern (Schamane), die Lebenspunkte des Kontrahenten schneller auf null setzen, als jeder Jäger. Alle anderen Decks, die zurzeit populär sind, haben aufgrund der Dominanz der beiden genannten Decks zudem jede Menge Gegenmaßnahmen im Gepäck und können sich aufgrund dessen ebenfalls besser behaupten. Alleine der Abenteurer Reno Jackson, der die Lebenspunkte wieder komplett auffüllt, stellt einen Jäger und seine Spielweise vor große Probleme.

Zur Eindimensionalität verdammt

Ohne Heilungskarten und Zieh-Effekte wird es so bald kein Jäger-Kontrolldeck geben.
Ohne Heilungskarten und Zieh-Effekte wird es so bald kein Jäger-Kontrolldeck geben.
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Das eigentliche Problem sitzt aber viel tiefer, denn der Jäger ist seit Beginn an nur auf eine aggressive Herangehensweise ausgelegt. Andere Klassen, wie beispielsweise der Krieger, haben bereits viele unterschiedliche Decktypen durchlaufen. Ob es nun der aggressive Piratenkrieger ist oder der Kontroll-Krieger, die Spielweise dieser Klassen hat sich über die Zeit elementar verändert. Für Jäger ist das nicht möglich. Hearthstone-Entwickler Blizzard bringt zwar mit jeder Erweiterung ein paar Monster für einen kontrolllastigen Decktyp heraus, zum Einsatz kamen diese Karten bei Jägern aber nur selten. Denn auch wenn die Verstärkungskarten aus "Die Straßen von Gadgetzan" alleine gesehen nicht schlecht sind, fehlt es dem Jäger an zwei Grundmechaniken, um ein Kontrolldeck möglich zu machen: Die komplette Klasse besitzt weder Heilungskarten noch Zieh-Effekte. Das ist essenziell für Decks, die erst im späteren Spielverlauf ihr volles Potenzial entfalten können. Denn ohne Zieh-Effekte dauert es zu lange, eine für die Situation passende Karte zu finden und ohne Heilung wird alleine das Überleben der ersten Züge schon zu einem Ding der Unmöglichkeit. Solange diese Probleme nicht behoben werden, muss sich der Jäger weiterhin auf seine eindimensionale Spielweise verlassen oder hoffen, dass die anderen aggressiven Decks abgeschwächt werden. Erst dann wird die Popularität des Jägers wieder steigen.

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