Warum einige Spiele mehr Aufmerksamkeit verdienen

Diese eSport-Titel werden völlig unterschätzt

von Kristin Banse am 08.03.2017 um 12:27

Der eSport wächst und wächst. Spitzenfußballvereine wie Paris Saint-Germain und Manchester City nehmen eSportler unter Vertrag und Turnierpreisgelder gehen in den zweistelligen Millionenbereich. Aber nicht alle Titel profitieren von diesem Trend, obwohl sie es verdient hätten: Diese fünf eSport-Titel werden am stärksten unterschätzt.

Diese fünf eSport-Titel verdienen deutlich mehr Aufmerksamkeit.
Diese fünf eSport-Titel verdienen deutlich mehr Aufmerksamkeit.
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Die kompetitive Szene hat auch ihre Schattenseiten: Neben den großen erfolgreichen Spielen haben einige Titel noch immer mit der Existenz zu kämpfen - dies mag an mangelnder Unterstützung des Entwicklers liegen oder auch an geringen Zuschauerzahlen. Dabei besitzen viele Spiele das Potential, um sich erfolgreich im eSport zu positionieren.

Super Smash Bros. Melee

Der Fighting-Game Klassiker erfreut sich dank seiner Einsteigerfreundlichkeit selbst 16 Jahre nach Veröffentlichung noch großer Beliebtheit. Das Prinzip ist simpel und doch komplex: In der kompetitiven Szene treten zwei Charaktere mit je vier Leben gegeneinander an. Genauso ist das Spiel aber auch vielschichtig, da es auf die richtigen Bewegungen und richtigen Konter ankommt - und das alles in wenigen Millisekunden. In den Nachfolgern hingegen spielt viel Zufall mit hinein, weswegen Melee bis heute so attraktiv ist - obwohl sich Nintendo quer stellt. Aufgrund wirtschaftlicher Interessen unterstützt der Entwickler nur die jeweils neueste Version der Reihe. Infolgedessen schütten die Turniere im Durchschnitt ein Preisgeld von 20.000 US-Dollar aus - ein Bruchteil dessen, was es bei großen StarCraft oder Dota-Turnieren zu holen gibt.

EA SPORTS FIFA

Die Fußballsimulation hat noch Potenzial, das aber bisher nicht ausgeschöpft wird.
Die Fußballsimulation hat noch Potenzial, das aber bisher nicht ausgeschöpft wird.
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FIFA 17 gehört zu den erfolgreichsten Spielen der Welt - und ist im eSport trotzdem nur ein Nischentitel. Dabei ist die Fußballsimulation die perfekte Schnittstelle zwischen dem echten und virtuellen Rasen und für jedermann einfach nachzuvollziehen. Der fehlende Zuschauermodus und die mangelnde Transparenz von EA Sports sorgen aber dafür, dass sich FIFA bisher nicht im eSport etablieren konnte. Beispielsweise spricht der Entwickler nur selten über die Änderungen des Spiels und lässt Profis bei Entwicklungsprozessen außen vor. Der Umbruch scheint aber immerhin nah: EA nimmt 2017 Geld in die Hand und investiert in die kompetitive FIFA-Szene. Auch Ex-Chief Competition Officer Peter Moore versprach uns, dass mit FIFA 18 und FIFA 19 bessere kompetitive Modi kommen sollen. Das eSport-Potenzial ist bei der Fußballsimulation vorhanden. Ob EA SPORTS das auch ausschöpft, wird sich zeigen.

Rocket League

Nur selten war ein Hype so groß wie um Rocket League: Über 15 Millionen Spieler zählte der Titel im Juni 2016. Jeder Teilnehmer steuert ein Auto, um einen riesigen Ball in einem Tor zu versenken. Hauptsächlich wird der Titel im 3-gegen-3 gespielt - so auch in der offiziellen eSport-Liga, der Rocket League Championship Series (RLCS). Rocket League ist einfach zu verstehen und zuschauerfreundlich. Trotzdem mangelt es dem Spiel an Sponsoren. Viele große Teams in der RLCS haben keine Organisation und müssen sich selbst finanzieren. Einigen Profi-Mannschaften fehlt sogar das Geld, um zu wichtigen Turnieren zu reisen. Das Spiel hat Potenzial, aber konnte sich bisher auch nicht als großer eSport-Titel etablieren.

Halo

Halo 5 leidet bis heute unter dem kompetitiven Misserfolg von Halo 4.
Halo 5 leidet bis heute unter dem kompetitiven Misserfolg von Halo 4.
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Es gab Zeiten, da zählte Halo zu den erfolgreichsten eSport-Titeln der Welt. Tausende von Zuschauern strömten zur MLG (Major League Gaming), um ihre Lieblingsprofis anzufeuern. Heute ist nur wenig vom Ruhm und Glanz übriggeblieben. Die steigende Popularität von Call of Duty und Battlefield verdrängte Halo aus der eSport-Szene, aber auch taktisch kam Halo 4 nicht mehr an die Vorgänger ran. Nur in Amerika findet das SciFi-Spektakel halbwegs Anklang, dabei hat sich mit Halo 5 vieles geändert. Der Shooter ist abwechslungsreich für Zuschauer und strategisch hochwertig. Mittlerweile fehlt die Popularität, obwohl es der Blockbuster verdient hätte.

Vainglory

Ein MOBA auf dem Smartphone klingt im ersten Moment ungewohnt, scheint aber zu funktionieren. Vainglory stammt vom Entwicklerstudio Super Mega Evil Corp und ist die abgespeckte Version eines MOBAs: Auf nur einer Lane treten drei Spieler jeweils gegeneinander an. Der Titel etablierte sich weltweit und selbst berühmte Organisationen wie Echo Fox, Team Secret oder Mousesports nahmen eigene Vainglory-Teams unter Vertrag. Immerhin gab es bei der vergangenen Weltmeisterschaft im Dezember auch 120.000 US-Dollar abzustauben. Das einzige Manko sind die geringen Zuschauerzahlen: Kaum einer hat je von dem Titel gehört und auch die Streams erfreuen sich nur geringer Popularität. Super Mega Evil Corp sollte hier mehr ins Marketing investieren, dann klappt es vielleicht auch mit den Zuschauern.

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