Fitness im eSport

Warum Sport schlau macht und Zimt so wichtig ist!

von Kristin Banse am 16.02.2017 um 15:54

eSport ist kein Sport. Das sagt zumindest der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). Trotzdem verlangt professionelles Zocken ein hohes Maß an Konzentration und ausgeprägte kognitive Fähigkeiten. Aber auch körperliche Betätigung ist gleich aus mehreren Gründen im eSport enorm wichtig.

Fitness und eSport? Passt das zusammen?
Fitness und eSport? Passt das zusammen?
© kicker eSportZoomansicht

Immer mehr Studien belegen, dass sportliche Aktivität die Leistungsfähigkeit des Gehirns fördert. Heißt: Sport macht schlau. Dies fand auch eine Studie des Montreal Heart Instituts (MHI) heraus. Die Teilnehmer mussten vier Monate lang zwei Mal die Woche ein Intervalltraining absolvieren - beispielsweise zwei Minuten Laufen und zwei Minuten Gehen im Wechsel. Heraus kam, dass die Probanden hinterher deutlich besser in den kognitiven Tests abschnitten als zu Beginn der Studie. Der Sportwissenschaftler Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln beschäftigt sich seit Längerem mit den Zusammenhängen zwischen eSport und körperlicher Betätigung. Für ihn gibt es gleich mehrere Gründe, warum Sport auch für Gamer wichtig ist: "Neben der Leistungssteigerung des Gehirns kommt es durch regelmäßig durchgeführten Sport auch zu einer verbesserten Entspannungsfähigkeit, beziehungsweise zu einer größeren Stresstoleranz, welche vor allem im eSport eine große Rolle spielt."

Cardio als eSport-Training

Für die eSport-Abteilungen der Fußballvereine gibt es deutliche Vorteile: Sie profitieren von den bereits vorhandenen Strukturen der Klubs. Das League of Legends-Team des FC Schalke 04 musste zu Saisonbeginn einen Leistungstest absolvieren und wird nebenbei im hauseigenen Zentrum für Physiotherapie in Gelsenkirchen behandelt. Tim Reichert, Head of eSport beim FC Schalke, erzählt: "Wir arbeiten daran, dass auch den Spielern bewusst wird, wie wichtig körperliche Fitness ist. Zu Beginn haben wir einen Leistungstest gemacht und entwickeln, basierend auf den Ergebnissen, Trainingspläne für die Spieler." Neben dem League of Legends-Training steht bei den Schalkern daher auch drei Mal die Woche Fitness auf dem Plan. Auch in Berlin bei Paris Saint-Germain will man körperliches Training fokussieren. Vorerst bleiben die Spieler aber verschont: "Momentan konzentrieren wir uns erst einmal auf unsere Performance im Spiel. Aber in Zukunft bekommen wir auch Trainingsgeräte von unseren Partnern. Es ist uns wichtig, einen Ausgleich zum Zocken zu haben", erzählt uns PSG-eSport-Manager Bora 'YellOwStaR' Kim.

Prävention? Fehlanzeige!

Schalke und PSG sind aber nur die Ausnahmen. Beim VfL Wolfsburg zum Beispiel mussten die FIFA-Profis keine Fitnesstests absolvieren und sind in Sachen Sport ihr eigener Herr. Bei den meisten klassischen eSport-Organisationen hat das Thema Fitness noch keine Priorität. Das zeigt sich vor allem an den häufig auftretenden Handgelenksverletzungen. Oft werden Probleme erst in Angriff genommen, wenn es schon zu spät ist. So beispielsweise bei dem Top-Counter-Strike-Spieler Olof 'Olofmeister' Kajbjer, der lange mit Handgelenksproblemen zu kämpfen hatte, zuvor aber nie etwas dagegen unternahm. Prävention? Fehlanzeige.

Gesunde Alternativen

Dr. Ingo Froböse ist Diplom- Sportwissenschaftler und beschäftigt sich mit dem Thema eSport und Sport.
Dr. Ingo Froböse ist Diplom- Sportwissenschaftler und beschäftigt sich mit dem Thema eSport und Sport.
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Einige eSportler neigen zusätzlich zu weiteren ungesunden Angewohnheiten wie dem übermäßigen Konsum von Energy Drinks. Das kann vor allem bei Wettbewerben drastische Folgen haben: "Taurin oder Koffein können zu einem kurzfristigen Leistungsschub führen. Im Nachgang fällt der Blutzucker aber schnell wieder ab - teilweise unter das Ausgangsniveau, sodass sogar mit Leistungseinbußen zu rechnen ist", erklärt uns Dr. Froböse. Als Alternative empfiehlt er daher Grünen Tee, Zimt, Chili und Ingwer. All die genannten Lebensmittel regen den Stoffwechsel an und führen zu positiven Effekten - ohne Leistungseinbuße.

Zumindest einige FIFA-Spieler haben sich freiwillig dem gesunden Lebensstil verschrieben: Ihre Teams erwarten zwar keine körperliche Betätigung, trotzdem ist das Thema für die Profis enorm wichtig. Erhan 'Dr. Erhano' Kayman, hat sich zum Beispiel einen Personal Trainer geholt: "Der stellt mir einen Plan zusammen und hilft mir dabei, ordentlich zu trainieren. Wenn Du einen schlechten Schlafrhythmus hast, wenig Sport machst und Dich schlecht ernährst, lässt die Konzentration schneller nach. Deswegen spielt das Thema Fitness für mich eine wichtige Rolle." Vor allem bei der Weekend League, bei der FIFA-Profis jedes Wochenende 40 Spiele am Stück absolvieren müssen, ist Konzentration ein wichtiger Faktor. Deswegen fasst FIFA-Profi Mirza Jahic die Thematik im folgenden Satz gut zusammen: "Wer gute Leistungen erbringen will, muss fit im Kopf sein - und das geht nur mit einem sportlichen Ausgleich."

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