Sind FIFA-Spieler die besseren eSportler?

Kommentar: Fußball-eSportler haben es nicht leicht

von Nicole Lange am 10.02.2017 um 08:48

FIFA-Spieler sind keine eSportler. FIFA ist noch nicht mal richtiger eSport. Mit diesen Meinungen muss die Szene schon seit ihren Anfängen klarkommen. Ich möchte heute eine Lanze für diese Spieler brechen und stelle nicht die Frage, ob FIFA- oder PES-Spieler eSportler sind, sondern vielmehr, ob sie vielleicht sogar die strapazierteren eSportler sind.

Selbst FIFA-Profis haben es manchmal schwer. Ein Kommentar von Nicole Lange.
Selbst FIFA-Profis haben es manchmal schwer. Ein Kommentar von Nicole Lange.
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Jetzt steigen einige League of Legends-Fans oder Dota 2-Anhänger vielleicht auf die Barrikaden. MOBAs sind doch viel komplexer und die Spieler generell geistig stärker gefordert. Ja, ok, aber ich möchte Euch heute einfach mal für das Gefühlsleben eines FIFA-Profis sensibilisieren. Für die Momente im Match, in denen der virtuelle Teamkollege eine dumme Aktion macht und der Ball plötzlich im Tor liegt. Während der normale FIFA-Spieler in dem Fall fluchend den Bildschirm anpöbelt (so wie ich) oder einen stilvollen Rage-Quit macht, kann sich der FIFA-Profi das nicht unbedingt erlauben.

Für die Pros geht es um eine Menge Geld (im Vergleich zu MOBA-Spielern zwar immer noch verschwindend geringe Summen, aber es wird mehr). Wie viele eSportler haben schon aufgrund einer dämlichen Grätsche des Abwehrspielers oder eines unverständlichen Patzers des Keepers Spiele verloren? Jeder andere MOBA- oder StarCraft-Profi würde vermutlich graue Haare bekommen, wenn er sich auch noch um diese unberechenbaren Faktoren kümmern müsste. Elf KI-gesteuerte Spieler, die alle ihren eigenen Kopf haben? Und ich sage bewusst elf. Selbst wenn ich einen Spieler steuere, bedeutet das nämlich noch lange nicht, dass er auch das macht, was ich möchte. Das wäre ja unrealistisch! Wie dem auch sei, elf Fehlerquellen - diesem unberechenbaren Ärgernis sind andere eSportler nicht ausgesetzt. Die müssen sich höchstens mit vier weiteren Mitspielern herumärgern, und dabei handelt es sich um lebende Personen. Die kann man wenigstens im echten Leben anschnauzen, wenn sie Fehler machen oder sich mit ihnen zumindest absprechen, sodass alle den gleichen Plan haben.

FIFA-Spieler - die Leichtathleten des eSports

In FIFA ist das im Einzelspieler-Modus nicht möglich. Da musst Du immer mit den Fehlern der KI rechnen und blitzschnell reagieren. Manchmal kannst Du die Fehler ausbügeln, manchmal ist es zu spät. Und dann noch die Muße haben weiterzuspielen, erfordert viel Willenskraft und Sportsgeist. Mehr Stress für weniger Preisgeld und sich dann auch noch immer anhören müssen, dass es kein richtiger eSport ist - das muss man erstmal mitmachen!

Wenn man so will, sind FIFA-Spieler so etwas wie die Leichtathleten des eSports - sie müssen mit widrigen Umständen klarkommen, verdienen wenig, leisten viel und können dann auch noch zuschauen, wie andere Sportarten deutlich intensiver öffentlich wahrgenommen werden (Stichwort: TV-Präsenz). Und dann auch noch dieses ominöse FIFA-Momentum, das wie ein Damoklesschwert über manchen Partien hängt, ob Realität oder Mythos - Ihr kennt das.

Nein, FIFA-eSportler haben es wirklich nicht leicht, aber andererseits verdienen sie auch gutes Geld mit ihrem "Hobby". Da kann man sich schon ein bisschen Spott von den großen eSport-Brüdern gefallen lassen. Trotzdem muss man den FIFA- und PES-eSportlern eines zugestehen: Leicht haben sie es nicht.

Nicole Lange, kicker eSport-Redakteurin.
Nicole Lange, kicker eSport-Redakteurin.
© kicker eSport

4 Leserkommentare

Lionforeverbaby
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10.02.2017 | 19:23

Eine Träne für den "E-Sport"

Mit zocken den Lebensunterhalt bestreiten?
Die E-Sportler haben's schon verdammt schwer.
Steffen12890
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10.02.2017 | 17:24

Es war einmal im Jahre 2017

Um mal nur auf einen Kommentar von dir einzugehen.....

Diese "bezahlte Redakteurin" hat den Ar[...]
Steffen12890
Beitrag melden
10.02.2017 | 17:24

Es war einmal im Jahre 2017

@Metlev

Um mal nur auf einen Kommentar von dir einzugehen....

Die "bezahlte Redakteurin" hat [...]
Metlev
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10.02.2017 | 11:29

Aha

Die armen Daddler sind also total gestresst in ihrem "Beruf". Vielleicht mal einen richtigen Beruf mit [...]

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