mousesports und Jung von Matt starten Kooperation

Die Branche boomt - Marketing im eSport

von Christian Mittweg am 03.02.2017 um 09:17

eSport soll massentauglicher werden. mousesports, eines der bekanntesten deutschen eSport-Teams und die Marketingagentur Jung von Matt gehen von nun an gemeinsame Wege. Doch woher kommt das plötzliche Interesse und wie viel bringt eine Marketingagentur einem eSport-Team wirklich?

Die deutsche Marketingagentur Jung von Matt kooperiert ab sofort mit mousesports.
Die deutsche Marketingagentur Jung von Matt kooperiert ab sofort mit mousesports.
© mousesports/JvMZoomansicht

Jung von Matt ist eine der größten Marketingagenturen in Deutschland, das Unternehmen vertritt große deutsche Firmen. eSport gehörte bisher nicht dazu - bisher, denn in Zukunft ist Jung von Matt auch für die Vermarktung des eSport-Teams mousesports (mouz) verantwortlich. Toan Nguyen, der Strategie Direktor bei JvM sports, erklärte, warum sie sich für das renommierte deutsche Team entschieden haben: "Wir wollen nicht nur Logo-Sticker verkaufen, sondern tolle Geschichten erzählen. Mit der deutschen Heritage und dem internationalen Profil ist mouz dafür bestens aufgestellt." Die Organisation ist im Moment hauptsächlich in Counter-Strike: Global Offensive aktiv, hat in der Vergangenheit aber mehr deutsche Meistertitel gesammelt, als jedes andere Team. Ganze 20 Siege fuhren Teams und Spieler von mousesports in den Titeln League of Legends, Counter-Strike und Starcraft II ein.

Das Interesse am eSport ist groß

Für Jung von Matt als "digital getriebene Agentur" ist der eSport sehr interessant. Vor allem die neue Zielgruppe ist aus ihrer Sicht überaus spannend: "Die eSport-Fans sind nicht nur jung - sondern in vielen Teilen auch einfach intelligent", erklärte Nguyen, der die Zuschauer gleichzeitig als "Software-Ingenieure, Maschinenbauer & Co. von morgen" bezeichnete. Jung von Matt erweitert mit dem Engagement bei mousesports außerdem seinen Kundenstamm und öffnet weiteren Deals mit Firmen aus der boomenden Branche eSport die Tür. Auch Fabian Roser, Geschäftsführer der Marketingagentur Kreation DDB, hat seinen Blick bereits auf den eSport gerichtet: "Wir bei DDB und auch ich ganz persönlich sind sehr gespannt auf die Entwicklung der Branche. Die eSport-Szene hat sich in den letzten Jahren enorm professionalisiert. Da ist es nur konsequent, dass dieser organisatorischen Professionalisierung nun auch ein professioneller Auftritt und entsprechendes Marketing folgen."

"Auch ich ganz persönlich bin sehr gespannt auf die Entwicklung der Branche", erzählte uns Agenturchef Fabian Roser.
"Auch ich ganz persönlich bin sehr gespannt auf die Entwicklung der Branche", erzählte uns Agenturchef Fabian Roser.
© DDBZoomansicht

Die DDB ist eine internationale Marketingagentur mit Ableger in Deutschland. Firmen, wie Volkswagen und die Deutsche Telekom, gehören zu ihren Kunden. Laut Roser lockt aber nicht nur das wirtschaftliche Potenzial die Vermarktungsfirmen an: "Interessant ist für Werbetreibende und deren Agenturen nicht nur die eindrucksvolle wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre, sondern auch das einzigartige Interaktionspotenzial der Pro-Gamer mit ihrer Community." Denn während viele professionelle Sportler oder Schauspieler unnahbar wirken, sind eSport-Profis durch ihre Streams im Internet nur einen Klick entfernt und können Fragen ihrer Fans direkt beantworten.

Was machen Marketingagenturen im eSport?

Im Fokus von JvM steht es, neue Sponsoren für mousesports zu gewinnen. Das kommt dem deutschen Team gerade recht. Andere Counter-Strike Mannschaften haben bereits große Sponsoren an Land gezogen, wie der Deal zwischen Autohersteller Audi und dem dänischen Team Astralis beweist. Ähnliche Kooperationen würde man sich auch bei mousesports wünschen, denn im Gegensatz zu den meisten anderen eSport-Teams will JvM an Firmen herantreten, die bisher weniger mit den kompetitiven Spielen zu tun hatten: "Wir haben im Endemic-Markt nicht zwingend die Expertise. Dafür kennen wir die Non-Endemics sehr gut." Der Endemic-Markt im eSport befasst sich mit Firmen, die thematisch sehr nah am Thema sind, so wie Gaming-Ausrüstung und Online-Marktplätze. Gleichzeitig sieht Nguyen diesen Punkt aber auch als Alleinstellungsmerkmal von JvM: "Wir sind die Einzigen, die eSports tatsächlich 'markenkonform' für Sponsoren aktivieren können, weil das unsere Herkunft ist!"

Der Strategie Direktor ließ zwar verlauten, dass "vieles noch am Anfang steht", für Roser vom DDB macht sich eSport im Marketing aber bereits recht gut: "Gegenüber eher traditionellen Organisationen, bringt die eSport-Szene bereits einiges an Know-How mit, auf das sich aufzubauen lohnt. Von den Mechaniken in Social Media angefangen, über den Aufbau und Erhalt einer eigenen Community oder dem Erstellen von relevantem Content und einer eigenen Website muss man den meisten eSportlern nicht viel erzählen." Trotzdem würde eine Marketingagentur wie seine "die bessere Vermarktung des Bereiches Content und Community, das Sponsoring und die Kollaboration mit anderen Marken und ein konsistentes Erscheinungsbild angehen". Dies wird auch das Ziel von JvM und mosuesports sein.

Unter anderem steht bei ihnen zudem noch die Evaluierung weiterer eSport-Titel auf dem Plan. Der Geschäftsführer des eSport-Teams, Cengiz Tüylü, gab zwar vor, dass "Counter-Strike weiterhin die zentrale Rolle einnimmt", aber auch FIFA und LoL in ihren Gedanken immer eine Rolle spielen werden. Denn der Fakt, dass die Organisation auf Counter-Strike fokussiert ist, könnte auch ein negatives Licht auf Jung von Matt werfen. Der Shooter trifft in den deutschen Medien auf wenig Gegenliebe. Das ging bereits so weit, dass ein Counter-Strike-Event, das im Fernsehen übertragen werden sollte, kurzerhand abgesetzt wurde. Grund dafür war der Amoklauf in München vergangenes Jahr. Das Jung von Matt genauso leicht abspringt, ist dagegen nicht zu erwarten. Insbesondere, da dem eSport ein rasantes wirtschaftliches Wachstum prognostiziert wird und auch eine Marketingagentur davon immens profitieren kann.

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