"Das mache ich nicht mit"

Tischtuch zerschnitten: 'deto' bricht mit der ESL

von Nicole Lange am 20.11.2017 um 12:53

Kai 'deto' Wollin hat sich endgültig aus der ESL Meisterschaft zurückgezogen. Trotz Gesprächen mit dem Veranstalter hat sich der mehrfache FIFA-Champion jetzt über die Missstände in der ESL beklagt und stellt klar: Eine Einigung gab und gibt es nicht.

Die Gespräche zwischen der ESL und Kai 'deto' Wollin sind gescheitert.
Die Gespräche zwischen der ESL und Kai 'deto' Wollin sind gescheitert.
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Am Beispiel Wollin zeigt sich aktuell auch die kritische Lage der ESL Meisterschaft. Zuletzt gab es immer wieder FIFA-Profis, die sich über die Zustände in der Liga beschwert hatten. Kai 'deto' Wollin geht jetzt den harten Weg und hat seine Teilnahme an der ESL Meisterschaft beendet. Die Gründe, warum einer der besten deutschen FIFA-Spieler nicht mehr dabei ist, sind vielfältig und spiegeln das Brodeln hinter den Kulissen wieder.

Das einst so prestigeträchtige Turnier wurde zuletzt des Öfteren von Profis kritisiert. Während in League of Legends oder CS:GO die Welt in Ordnung scheint, sieht es im FIFA-Wettbewerb alles andere als rosig aus. 'deto' will das nun nicht mehr mitmachen, wie er in einem Statement auf Twitch erklärt.

Verfrühter Saisonstart der ESLM

In der vergangenen Woche gab der FIFA-Profi von eSportsReputation bereits bekannt, dass er sich mit der ESL überworfen hatte. Daraufhin wollten sich beide Parten noch einmal zusammensetzen. Das Ergebnis: 'deto' bricht endgültig mit der ESL Meisterschaft. Eine Einigung fand nicht statt. Für 'deto' ist dies die Folge von vielen Problemen innerhalb der ESL. So hatte der FIFA-Profi schon den Start der neuen Saison bemängelt.

"Wer eine Woche nach dem Release von FIFA 18 schon gleich die Saison startet, hat entweder keine Ahnung oder es ist ihm egal," beginnt 'deto' seine Erläuterung. Zu diesem Zeitpunkt hatte der 29-Jährige noch kein wettbewerbsfähiges Team. Spieler von Vereinen wie Schalke oder Leipzig hätten dagegen aufgrund der finanziellen Unterstützung bereits Teams mit Iconen am Start gehabt.

"Das ist ein No-Go und komplett Pay2Win", so 'deto'. Obgleich die Pay2Win-Thematik wohl eher bei EA SPORTS liegen dürfte, so ist der Saisonstart durchaus etwas, über das man diskutieren kann. Für Wollin gab es hier nur eine Lösung, die Wildcard. Sie ermöglicht es, den Spielern ein Match auszusetzen. In dieser Saison gibt es allerdings nur eine für jeden Teilnehmer. Zuletzt waren es dagegen zwei.

ESLM vs. ESWC und Weekend League

Problem Nummer Zwei: Das Match of the Season und der Höhepunkt der Eskalation. Wie im vergangenen Jahr sollte das zwischen Mohammed Harkous und Kai Wollin ausgetragen werden. Stattfinden sollte dies in den Krefelder Studios und darin lag aus 'detos' Sicht gleich das nächste Problem. Man habe nicht daran gedacht, dass es in einem Qualifikationsmonat der Weekend League stattfindet. Hinzu kam noch der ESWC, zu dem 'deto' eingeladen war.

"Ich wurde zum ersten Mal eingeladen und für mich war das wichtig." Die Absage des Profis erfolgte nach eigener Aussage vier Wochen vor dem ESWC. Schon zu diesem Zeitpunkt soll es Gespräche über eine Verlegung gegeben haben, die seitens der ESL abgelehnt wurden. "Wenn du das Match nicht annimmst, gibt es einen Def Loss. Und da sind bei mir alle Leitungen gezündet", erzählt 'deto'. "Die Pauschale, die wir von der ESL bekommen, reicht für manche noch nicht mal für das Zugticket oder das Hotel aus. Und Du verlierst am Wochenende einen ganzen Tag, an dem du nicht zocken kannst. Es war vermutlich mein Fehler, weil ich dachte, dass die ESL weiß, dass das für mich ein reiner Freundschaftsdienst ist, das ich dieses Match of the Season annehme", führt 'deto' weiter aus.

Weiteres Treffen ohne Erfolg

Vor diesem Hintergrund gab es vergangene Woche ein weiteres Treffen zwischen dem Spieler und den Verantwortlichen - ohne Erfolg. "Eine Einigung gab es nicht. Die ESL wollte für die nächste Saison Vorschläge aufnehmen, aber das hilft mir in dieser Saison nicht." So gab es Überlegungen, das Match gegen Harkous nachzuholen, doch dies schien für die ESL nicht machbar.

Wir streamen, damit die ESL geilen Content bekommt und der Dank dafür ist, dass man so in den Arsch getreten wird.Kai 'deto' Wollin

Verhärtete Fronten, die bei 'deto' nur eine Reaktion zuließen: "Wenn das so geht, dann höre ich auf, ESL zu spielen. Obwohl ich guten Willen gezeigt habe. Wir streamen, damit die ESL geilen Content bekommt und der Dank dafür ist, dass man so in den Arsch getreten wird."

Es gäbe noch mehr Dinge, die passiert wären, so beispielsweise bei 'Dr. Erhano' oder Lukas 'Idealz' Schmandt. Schmandt äußerte sich auch im Twitch-Chat: "ESL ist leider sehr unprofessionell". 'deto' wird sich diese ESLM-Saison also vermutlich nur im Stream ansehen, wenn überhaupt.

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