Hamburgs Strategie ist nachhaltig und sinnvoll

Der HSV geht im eSport eigene Wege

von Nicole Lange am 05.10.2018 um 11:18

Der Hamburger SV will sich dem Thema eSport als Breitensport öffnen und hat am Donnerstagabend in der Raute seine eSport-Abteilung vorgestellt. Um dieses Projekt sinnvoll in der Vereinsstruktur zu platzieren, wird die Idee allerdings beim HSV e.V angesiedelt sein. Und so unentschlossen der HSV anfangs dem eSport gegenüber wirkte, so strukturiert präsentierte er sich nun mit guten Ideen für die Zukunft.

Eigene Abteilung und Nachwuchsförderung - der HSV setzt seine eSport-Pläne in die Tat um.
Eigene Abteilung und Nachwuchsförderung - der HSV setzt seine eSport-Pläne in die Tat um.
© kicker eSportZoomansicht

Der enge Austausch mit dem HSV e.V. war von Anfang an wichtig für die Verantwortlichen der Rothosen. Schon bei unserem ersten Gespräch im Oktober 2017 machte Lennart Westphal vom HSV klar, dass der Verein viele Aspekte im Auge behalten muss. Darunter waren unter anderem die Finanzen, die mediale Wirkung und die allgemeine Akzeptanz der Stakeholder, welche eine große Herausforderung darstellte. Jetzt, fast ein Jahr später, scheint der Verein eine harmonische Lösung gefunden zu haben und die ist sogar nachhaltig angelegt.

"Wir wollen uns in Richtung Zukunft aufstellen", erzählt Ronny Bolzendahl, Vorsitzender des Amateurvorstand HSV e.V. bei der Präsentation der eSport-Abteilung. Etwas Neues auf die Beine stellen klingt abgedroschen, aber ist genau das, was es für den HSV allgemein bedeutet. Dabei will der Verein ganz bewusst auf die Verpflichtung von Profis im e.V.-Bereich verzichten. Hier ist der eSport Breitensport und so will man beim Dino sein "Neuland", wie es auch bei der Präsentation genannt wurde, angehen. Um das zu gewährleisten, hat der HSV e.V. ein Team aus sechs Ehrenamtlichen zusammengestellt. Jannick Drechsler, Hanna Stührk, Arne Timmermann, Willy Tran, Alexander Kant und Yannik Eichner, der selbst jahrelang Super Smash Bros. Melee eSportler war. Alle für unterschiedliche Bereiche eingeteilt, um den zukünftigen Mitgliedern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

HSV eSport - eine Idee mit Vorbildfunktion

Im ersten Schritt soll das Spiel FIFA im Mittelpunkt stehen. Im Zuge dessen wird die eSport-Abteilung beim HSV e.V Anlaufstelle und sozialer Treffpunkt für Fans und Interessierte. Spieler, die sich verbessern wollen oder nach Gleichgesinnten suchen, sollen beim HSV ein zu Hause finden. Genau hier legt der HSV eine differenzierte Richtung ein, als andere Vereine wie Wolfsburg, Schalke oder Leipzig es bisher getan haben. Es geht darum "vom Boden etwas aufzubauen, damit etwas in die Amateursportabteilung geht und nicht gleich in die Professionellen", erzählt Yannik Eichner, Abteilungsleiter beim HSV eSports e.V..

Mit dieser Philosophie erschafft der HSV eine erfrischende Alternative und gleichzeitig etwas, dass es bisher bei Fußballvereinen noch nicht in der Form gibt. Im direkten Austausch zu sein, Tipps zu geben und gemeinsam Events wie die ESL One zu besuchen, das ist der Plan beim HSV eSports e.V.. Längerfristig soll der Aufbau des Treffpunktes für Gaming- und eSport-Interessierte ausgebaut werden. Hinzu sei auch die Nachwuchsförderung ein Thema - später sogar für andere Titel neben FIFA. Ebenso wie die Kooperation mit anderen Vereinen lokal und national.

So wird die Zukunft gesichert

Das alles muss jedoch auch finanziert werden, weshalb für die Teilnahme Mitgliedsbeiträge erhoben werden. 20 Euro pro Quartal für Erwachsene und für Kinder unter 18 Jahre sowie Schüler, Studenten oder Auszubildende sind es 15 Euro pro Quartal. "Für uns ist es natürlich spannend zu sehen, wie gut kommt die Abteilung an", erklärt Ronny Bolzendahl. "Es geht dabei nicht unbedingt um die Größe, sondern um die Möglichkeit sich selbst zu tragen. Die Einnahmen aus den Beiträgen müssen natürlich entsprechend die Kosten decken. Solange das attraktiv ist, den Leuten Spaß macht und wir dabei merken, dass wir unserer Stadt, unserem Verein und den Leuten im Umfeld etwas zurückgeben, ist die Abteilung auf jeden Fall tragbar und wird auf jeden Fall weiterhin bestehen."

Wichtig hierbei: Obwohl die eSport-Abteilung, welche dem HSV e.V angehört, keine eSportler unter Vertrag nimmt, kann die HSV AG dennoch bei der Virtuellen Bundesliga wie im letzten Jahr, einen eSportler stellen. Also könnte es sogar sein, dass aus den e.V.-Reihen vielleicht ein Kandidat gesucht wird, denn wenn es nach Bolzendahl geht, könne der e.V. sich in diesen Punkten einbringen. Die Weichen beim HSV e.V. sind also gestellt und der Enthusiasmus der Verantwortlichen spürbar. Die Idee ist ebenfalls gut, jetzt muss das Konzept nur konsequent umgesetzt werden und die Mitglieder kommen.

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