"Ein Platz für alle"

Rainbow Six Siege und der Kampf gegen die Negativität

von Kristin Banse am 20.08.2018 um 16:51

Beleidigungen, Rassismus, Morddrohungen: In Zeiten von Anonymität im Internet ist das keine Neuheit mehr. Auch Ubisofts Taktik-Shooter Rainbow Six Siege (R6 Siege) bleibt davon nicht verschont. Allerdings hat der Entwickler der Negativität nun den Kampf angesagt.

Ubisoft will offensiv gegen Beleidigungen, Rassismus und Co. vorgehen.
Ubisoft will offensiv gegen Beleidigungen, Rassismus und Co. vorgehen.
© UbisoftZoomansicht

"Toxicity" ist das Stichwort, das Ubisofts Entwickler nutzen, wenn sie von negativem Verhalten im Spiel sprechen. Allerdings zeigt sich dieses auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen, was es Ubisoft alles andere als einfach macht. In den kommenden Jahren will man sich daher auf genau dieses Thema konzentrieren und verschiedene Methoden im Kampf gegen die Negativität ausprobieren, wie Ubisoft im April bekannt gab. "Wir wollen ein Platz für alle sein", sagte uns Francois-Xavier Deniele, EMEA eSports Director bei Ubisoft.

Der Negativität keine Plattform bieten

Im ersten Schritt fing Ubisoft vor wenigen Wochen an, den Ingame-Chat zu überwachen und auffällige Spieler gegebenenfalls für mindestens zwei Tage zu bannen. Zudem gab der Entwickler nun bekannt, dass es mit der neuen Saison in wenigen Wochen möglich sein wird, Teammitglieder stumm schalten zu können. Außerdem wird es in Zukunft ein zweifaches Authentifikations-System geben, um Ranglistenpartien spielen zu können. "Wird man einmal gebannt, ist es einfach, sich einen zweiten Account zu erstellen. Das wollen wir so vermeiden", erklärte Alexandre Remy, Brand Director von Ubisoft Montreal. Mit diesem System will der Entwickler nicht nur Cheatern vorbeugen. Leute, die einen permanenten Bann aufgrund negativen Verhaltens bekamen, sollen so ebenfalls keine Plattform bekommen.

Ubisofts Offensive

Interessant ist Ubisofts Agenda vor allem im Hinblick auf andere Titel. Im Kampf gegen die Negativität gehen viele Entwickler nur zögerlich vor: Kaum ein Entwickler traut sich, permanente Banns zu verteilen. In Overwatch ist es zudem kein Problem, sich einen zweiten Account zu erstellen und mit diesem weiterzuspielen, sollte der erste gebannt sein. Ubisoft geht hingegen sehr offensiv gegen negatives Verhalten vor, was bei einem Spiel wie Rainbow Six Siege sogar relevanter sein mag als bei anderen Titeln. Bei dem Shooter steht das Teamplay im Vordergrund. Strategien mit seinen Mitspielern abzusprechen ist matchentscheidend, da es in R6 Siege deutlich mehr Komponenten als beispielsweise in Counter-Strike gibt, die besprochen werden müssen. Das geht von der Operatoren-Auswahl bis hin zur Abstimmung der Taktik.

Dieser Relevanz ist sich auch Francois-Xavier Deniele bewusst: "Wenn du als neuer Spieler in eine negative Community kommst, wirkt das schnell abschreckend und sie kehren dem Titel den Rücken zu." Genau das wolle der Entwickler vermeiden.

Viel zu lernen

Perfekt ist alles aber noch lange nicht. Bei einem Turnier in Paris hatten die Fans noch immer einiges zu beklagen. So verrieten uns die beiden deutschen Fans Alex und Mike, die extra aus Berlin anreisten, dass vor allem in normalen Partien noch immer viel Unmut herrscht: "Du kannst Spieler aus deinem Team rauswählen. Häufig kommt es vor, wenn du einen Anfänger im Match hast, dass Leute ihn einfach aus dem Team werfen, weil sie gewinnen wollen", verriet Mike. Der Weg zu weniger Negativität ist daher lang, trotzdem versichert Deniele: "Wir werden auch weiter dagegen angehen. Einfach weil es uns wichtig ist."

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