Deutsche Olympische Sportbund rügt Politiker

DOSB und ESBD - Fronten bleiben angespannt

von Nicole Lange am 23.03.2018 um 17:58

Es herrscht ein scharfer Wind in der Debatte um die Akzeptanz des eSports. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sieht den Koalitionsvertrag und die darin enthaltenen Ansätze für eine bessere Integrierung des eSports als Angriff auf den Sport. Für den eSport-Bund Deutschland (ESBD) ist diese Kritik "unverständlich".

Nach ersten Annäherungen in Sachen eSport sorgt der neue Koalitionsvertrag beim DOSB für Verärgerung.
Nach ersten Annäherungen in Sachen eSport sorgt der neue Koalitionsvertrag beim DOSB für Verärgerung.
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Betrachtet man das Hin und Her der letzten Monate, ist es schwer herauszufinden, in welche Richtung die Gespräche zwischen DOSB und ESBD gehen. Im November trafen sich beide Parteien, um über die bestehenden Hürden zu diskutieren. Das Ergebnis schien seitens des ESBD positiv. "Für den DOSB ist eSport ein Thema mit hoher Relevanz", hießt es damals in einer offiziellen Meldung vom DOSB. Man verständigte sich sogar über einen weiteren Meinungsaustausch. Doch vom Inhalt des neuen Koalitionsvertrags scheint der DOSB regelrecht überrumpelt. Der Absatz man wolle "eSport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen", scheint für den Deutschen Olympischen Sportbund überraschend zu sein.

Ein klarer Angriff der Fachpolitiker

"Dies kann man als klaren Angriff der Fachpolitiker im Bereich Digitales, ohne die Sportpolitiker oder gar den DOSB als Dachorganisation des organisierten Sports in Deutschland zu beteiligen, auf die Autonomie des Sports verstehen", heißt es in einer offiziellen Mitteilung des DOSB und weiter "Dabei wäre gerade auf diesem Gebiet die Dialogbereitschaft inklusive eines ergebnisoffenen Arbeitsprozesses, den sich der DOSB für die kommenden Monate auferlegt hat, von besonderer Bedeutung. Einseitige Eingriffe und Vorgaben der Politik werden zu keinen konkreten Maßnahmen im Bereich des organisierten Sports führen." Der zuletzt angestrebte Austausch scheint in diesem Punkt zwischen Politik DOSB und ESBD nicht stattgefunden zu haben.

Hans Jagnow, Präsident des eSport-Bund Deutschland, kommentierte die Aussage wie folgt: "Die Kritik des DOSB ist für uns nicht verständlich. Wir begrüßen den politischen Willen, eSport auf die Agenda der sportlichen Zukunft in Deutschland zu setzen. Das ist kein Angriff auf den organisierten Sport, eSport möchte vielmehr Teil der Sportorganisierung werden." Den offenen Austausch unter den Partien sieht Jagnow aber ebenfalls für wichtig an. "Wie auch der DOSB sehen wir die besten Chancen dafür in einem ergebnisoffenen, dialoghaften Prozess mit Verbänden. Die Politik muss aber dort tätig werden, wo es um die staatlichen Sportbegriffe geht. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit als Sport ist aus Sicht des ESBD der erste Schritt, den die neue Bundesregierung jetzt schnell umsetzen muss."

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