ESBD-Präsident Jagnow: "Massiver Schritt nach vorne"

Koalitionspapier: eSport wird als Sport anerkannt

von Holm Kräusche am 07.02.2018 um 17:30

eSport wird eine eigenständige und anerkannte Sportart in Deutschland. Das geht aus dem heute veröffentlichten Koalitionspapier von CDU/CSU und SPD hervor.

Die Koalitionsparteien einigen sich auf eine Anerkennung des eSports als Sportart.
Die Koalitionsparteien einigen sich auf eine Anerkennung des eSports als Sportart.
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Das ist ein großer Schritt für die deutsche eSport-Szene, denn eine anerkannte Sportart bringt eine Menge Förderung von den Bundesländern und ebnet die Grundlage für die Schaffung einer breiten Amateurstruktur. Im Koalitionspapier, das allerdings noch von keiner Seite offiziell verabschiedet ist, steht geschrieben:"Wir erkennen die wachsende Bedeutung der eSport-Landschaft in Deutschland an. Da eSport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir eSport künftig voll ständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen."

Der Präsident des eSport-Bund Deutschland (ESBD), Hans Jagnow, kommentierte die Vereinbarung zwischen den Parteien: "Das ist ein massiver Schritt nach vorne für den eSport in Deutschland. Mit dem Verhandlungsergebnis bekennen sich die Verhandlungspartner umfassend zum eSport als Teil der deutschen Sportgesellschaft und stellen lokale Förderung sowie internationale Beteiligung in Aussicht."

Tiefgreifend für die eSport-Szene

In den Parteiprogrammen von CDU und SPD zeichnete sich dieser Schritt schon ab. Beide Parteien hatten eSport bereits in kurzen Passagen festgeschrieben. Allerdings blieben diese zunächst noch schwammig formuliert. Eine komplette Anerkennung ist damit also in der Tat ein "massiver Schritt". Jagnow vom ESBD erläutert, was diese Entscheidung der Parteien bedeutet: "Die Effekte für die deutschen eSport-Szene werden tiefgreifend sein. Die Anerkennung als Sportart ermöglicht die Integration in die Sportförderung der Länder, die Reisefreiheit für Berufs-eSportler und Coaches und den Aufbau einer breiten Amateurstruktur."

Ein Koalitionspapier ist aber noch lange keine Regierungsarbeit und wirkliche Gewissheit wird es erst mit einer amtierenden Regierung geben. Der eSport-Verband ESBD will allerdings über die Umsetzung der Anerkennung wachen und diese zügig vorantreiben: "Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr noch erleben, was für deutsche eSportlerinnen und eSportler für über 20 Jahre ein Traum blieb: die politische, rechtliche und gesellschaftliche Anerkennung als Sportart", sagte Jagnow weiter.

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19 Leserkommentare

kkjohannes
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09.02.2018 | 09:32

Welches Spiel, welches nicht?

Ich habe früher auf sehr hohem Niveau Geschicklichkeitsspiele gespielt, und das hatte auch viele Merkmale [...]
Roadrunner11
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08.02.2018 | 16:52

Es ist immer wieder amüsant, dass die, die einem Vorurteile und/oder eine eingeschränkte Denkweise unterstellen, [...]
dastalent71
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08.02.2018 | 13:56

entscheidend ist doch die aussage: "eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen" - d.h. [...]
Kevin_The_Best
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08.02.2018 | 13:56

Typisch Deutsch

Da wundert einen nichts mehr, bei der Mehrheit der Kommentare hier. Keine Ahnung von irgendwas haben, [...]
DerHerrGraf
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08.02.2018 | 13:56

Steckt halt ne Menge Kohle drin

Deutlich mehr als in vielen klassischen Sportarten, und die Entwicklung ist da noch längst nicht am [...]

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