Fußball und verpulverte Millionen - Was macht eSport besser?

Dutt: Was die Fußballbranche vom eSport lernen kann

von Holm Kräusche am 16.07.2017 um 13:06

Der reale Fußball ist in Deutschland auf Topniveau. Jüngst stellte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte fest, dass die Bundesliga weltweit von den meisten Menschen geschaut wird. Trotzdem sollte auch die Entwicklung beim DFB nicht stehen bleiben, findet Robin Dutt und bringt den eSport ins Gespräch. Aber kann der reale Fußball sich auch etwas vom eSport abschauen?

Robin Dutt erklärt im Interview, warum der reale Fußball jetzt aufpassen muss.
Robin Dutt erklärt im Interview, warum der reale Fußball jetzt aufpassen muss.
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"Von jeder anderen Sportart, von jeder anderen Leistung muss man lernen", sagt Dutt gegenüber kicker eSport. Der ehemalige Fußballfunktionär hat sich in seiner Zeit als Trainer stets für andere Sportarten interessiert und ließ sich unter anderem von Basketball und Schach in seinen Trainingsmethoden inspirieren.

"Man muss sich anschauen: Warum sind die vielleicht auch mit bescheidenen Mitteln so erfolgreich?", fragt Robin Dutt und findet eine provokante Antwort darauf. "Vielleicht hat der reelle Fußball schon so viel Geld, dass man verschwenderisch damit umgeht." Denn im eSport in Deutschland fließen noch keine Millionen, sagt der Ex-Trainer weiter, dennoch würden die Sportler bereits Hochleistungen erbringen. Im Gegensatz dazu müsse bei jungen Spielern im realen Fußball "von A bis Z alles stimmen, damit ja kein Alibi da ist". Dutt spielt damit auf die Starallüren an, die professionelle Fußballer entwickeln können.

Wenig Gehalt, rudimentäre Bedingungen

Es ist die Passion, die junge eSportler antreibt. Viele Spielerverträge, auch mit Vereinen, bringen gerade einmal um die 400 Euro im Monat ein, und die Talente müssen selbst für Infrastrukturen sorgen. Im Gegensatz dazu verdienen junge Fußballer teilweise bereits Millionen und bekommen eine perfekte Umgebung gestellt. Ist der echte Fußball also bereits so trunken von seinem Erfolg und den vielen Millionen, dass Fortschritt auf der Strecke bleibt? Dutt lobt zwar das hohe Niveau in Deutschland, hat aber große Bedenken: "Wenn man aufhört, sich Dinge von anderen abzuschauen, dann ist der Punkt nahe, wo man eben nicht mehr besser wird."

Der eSport sei kurz vor dem Sprung in den Massenmarkt, oder werde es in sehr naher Zukunft sein, meint Dutt. "Wir haben schon überall Experten sitzen, die um die Bedeutung des eSport wissen. Die warten nur darauf, dass der entscheidende Mann mal den Hahn aufmacht." Wenn es etwas gäbe, dass dem realen Fußball so nahekäme und Millionen von Leuten banne, dann sollte man sich dem nicht verschließen, so Dutt. Da brauche man sich nicht wundern, wenn der eSport irgendwann größer als Fußball sei: "Dann wird der Aufschrei groß sein, wenn die ganz Jungen nicht mehr ins Stadion gehen, sondern ihr eigenes Stadion haben."

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