Das steckt hinter dem Projekt des LoL-Entwicklers

LEC: Eine Liga für die Ewigkeit?

von Christian Mittweg am 28.11.2018 um 11:39

Die League of Legends European Championship (LEC) ist ein langfristig angelegtes Projekt. Auf den Grundpfeilern Stabilität, Talentförderung und Zusammenarbeit wollen Marc Schnell und Riot Games eine Liga schaffen, die Generationen überdauert.

Riot Games hat große Pläne für die LEC.
Riot Games hat große Pläne für die LEC.
© lolesportsZoomansicht

Acht Monate nahm sich Riot Games Zeit, um zehn Organisationen auszumachen, mit denen der Entwickler nun in eine gemeinsame Zukunft schreiten möchte. Das erscheint im ersten Moment lang, ist aber eher kurz, hört man sich an, welche Pläne Riot mit der umstrukturierten EU LCS hat. "Wir möchten die LEC zu einer generationenübergreifenden Sportliga machen, die den Fans erlaubt, lange Beziehungen zu Spielern und Teams aufzubauen", sagte Head of EU League Management Marc Schnell gegenüber kicker eSport.

Relegation muss weg

Eine langfristige Perspektive hatte die vorherige EU LCS nicht, wie Schnell zugibt: "Als die Liga reifte, hatten viele unserer Teams Probleme mit Abwanderung und Stabilität. Im Schatten der Relegation fiel es ihnen schwer, Zeit und Ressourcen zu investieren, um über Jahre eine dauerhafte Beziehung zu den Fans aufzubauen."

Insbesondere finanziell bestand ein hohes Risiko. Das im europäischen Sport verankerte Konzept des Abstiegs verspricht zwar Spannung am unteren Ende der Tabelle, ist für die involvierten Teams aber eine mittelschwere Katastrophe. Insbesondere im eSport, wo Organisationen in der Vergangenheit kaum finanzielle Mittel hatten, bedeutet der Wegfall einer Einnahmequelle wie der LCS schnell das Aus für die gesamte Organisation. Zudem ist es schwierig langfristige Sponsoren-Verträge abzuschließen, wenn alle sechs Monate der Abstieg in die Irrelevanz droht.

90 Millionen Euro-Investment

Marc Schnell ist auch unter dem Namen Riot Snowbird bekannt.
Marc Schnell ist auch unter dem Namen Riot Snowbird bekannt.
© Riot GamesZoomansicht

In der LEC gibt es keine Relegation. Die zehn Teams sind Partner für die die nächsten Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte. Das ist ein Grund dafür, warum die zehn Organisationen zusammengenommen 90 Millionen Euro an Riot Games zahlten. Dieses Geld wird wiederum in die Entwicklung der Liga investiert - unter anderem in das Design-Studio, das auch für das Rebranding der englischen Premier League verantwortlich war.

Der enorme Einsatz rührt auch daher, dass die zehn Organisationen zukünftig an den Gesamteinnahmen der LEC beteilig sind. Liga sowie Teams ziehen damit an einem Strang und arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin: den wirtschaftlichen Erfolg der LEC. Oder wie Schnell es ausdrückt, "eine starke Zusammenarbeit zwischen Teams und Liga ist der Schlüssel zum Erfolg." Konkret sieht das so aus, dass sich die Verantwortlichen immer wieder zusammensetzen, "Ideen austauschen und Innovation vorantreiben".

Möglichkeit für neue Stars

Das Finanzielle ist essentiell für die LEC, läuft allerdings im Hintergrund ab. Deswegen stellt sich die Frage: Welche direkten Auswirkungen des Franchisings sind für die Fans zu sehen? Marc Schnell kennt die Antwort. "Sicherheit, zusätzliche Ressourcen und finanzielle Stabilität erlauben es den Teams, in die Spieler zu investieren, an deren Star-Potenzial sie glauben." Das war vorher schwierig, da Mannschaften aus Angst vor der Relegation lieber auf Veteranen vertrauten, anstatt junge Talente zu verpflichten, um das Risiko möglichst gering zu halten.

Die Talentförderung ist laut Schnell eine der größten Stärken der europäischen League of Legends-Szene und damit auch ein Grundpfeiler der LEC. Eine Academy Liga, um junge Spieler zu entwickeln, wird es aber nicht geben. Stattdessen vertraut Riot Games auf die nationalen Ligen. Die deutschen Teams der Premier Tour könnten zukünftig also Konkurrenz durch Ausbildungsmannschaften der LEC-Teilnehmer erhalten. Das erwartet auch Schnell: "Wir freuen uns darauf, dass LEC-Organisationen an unseren regionalen Ligen teilnehmen werden und hoffen, dass es für sie zu einem großartigen Weg wird, um Spieler zu fördern."

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