Vorbild Nordamerika: Kein Abstieg mehr möglich

EU LCS als Franchise: Das sind Riots Pläne

von Holm Kräusche am 28.03.2018 um 11:02

Es ist die langerwartete Ankündigung, die Riot Games am heutigen Mittwoch bekannt machte: Europas höchste League of Legends-Liga, die EU LCS, wird zum Franchise System umgebaut. Dass dies passieren würde, war bekannt, nun hat Riot Games konkrete Pläne veröffentlicht. Für Teams und Spieler in Europa ist es der Beginn einer neuen Ära.

Einnahmen will Riot gerecht aufteilen und zehn Teams dauerhaft in der Liga haben.
Einnahmen will Riot gerecht aufteilen und zehn Teams dauerhaft in der Liga haben.
© kicker eSportZoomansicht

Im Franchise-System gehört die Liga den Vereinen, die daran teilnehmen. So weit geht Riot natürlich nicht, aber zumindest eine umfassende Aufteilung aller Gewinne ist geplant.
Hier sind die wichtigsten Neuerungen kurz zusammengefasst:

- Die EU LCS 2019 umfasst zehn Teams, die in einem aufwendigen und langwierigen Prozess ausgewählt werden. Der Startschuss für die Bewerbungsphase fiel am heutigen 28. März, im November will Riot die endgültigen Teams bekannt geben.

- Auf- oder Abstieg entfällt. Teams der oberen Tabellenränge erhalten jedoch Boni, während die Letztplatzierten bestraft werden.

- Die Einnahmen der Liga und ein Teil der Teameinnahmen werden in einen großen Topf geworfen und zu jeweils einem Drittel an Spieler, Organisationen/Teams und Riot ausgeschüttet.

- Die Bewerbungsphase umfasst drei Stufen, nach deren jeweiligen Ende Riot immer ein Update herausgeben will. Die Gespräche mit den Teams bleiben geheim.

- Riot will die besondere Stärke der EU LCS beibehalten, die in Spielerentdeckung und -entwicklung besteht. Dazu werden neue Programme aufgelegt, die direkt den Spielern zugutekommen.

Alles in einen Topf

Viel habe man überlegt, ehe man diesen Schritt ging, lässt Riot in der Erklärung durchblicken, die kicker eSport vorliegt. Allerdings kamen die positive Entwicklung der Franchise-Systeme in Nordamerika und China mit den schlechten Erfahrungen in der EU LCS zusammen. Man habe mit Talentabwanderung zu kämpfen gehabt und mit Organisationen, die sich öffentlich beschwerten, sich nicht finanzieren zu können.

Nun soll es deshalb mehr Geld für alle geben, das zudem gerechter verteilt werden soll. In der fertigen LCS 2019 werden die meisten Einnahmen geteilt: So werde ein Pool aus den Ligaeigennahmen geschaffen in den die Einkünfte von Sponsorenverträgen und Mediarechten der Liga fließen, aber auch Anteile der Sponsorenverträge der Teams und deren Merchandise-Verkäufen.

35 Prozent des Geldes im Topf sollen für Spielergehälter verwendet werden. Ab 2019 wird außerdem die Mindesthöhe der Saläre angehoben. Spieler sollen jährlich nun wenigstens 60.000 Euro verdienen. Überschüsse sollen außerdem an die Spieler weitergegeben werden.

Riot vertreibt "den Schatten der Relegation"

32,5 Prozent des Topfes gehen an Riot Games für die Ausrichtung der Liga und die Präsentation in Livestreams. Die übrigen 32,5 Prozent erhalten die Mannschaften. Damit will Riot vor allem Stabilität etablieren und gewährleisten, dass alle gleichberechtigt am Erfolg oder Misserfolg der Liga partizipieren. Mannschaften sollen langfristige Partnerschaften mit Sponsoren eingehen und auch Talente entwickeln können, ohne Furcht vor dem Abstieg haben zu müssen und dem damit verbundenen Wegfall fast aller Einnahmequellen. Man wolle nicht, dass die Teams "im Schatten der Relegation" arbeiten müssen.

Langer Bewerbungsprozess

Der Bewerbungsprozess soll insgesamt acht Monate umfassen und beginnt ab heute mit einem einfachen Bewerbungsschreiben interessierter Mannschaften. Bis zum 1. Juli haben Teams dafür Zeit. Danach geht es mit Riot für geeignete Kandidaten in ausführliche Gespräche. Der Fokus liegt laut des Spielentwicklers auf einer belastbaren Zukunftsstrategie der Mannschaften und ihrem Engagement für die LCS.

In den letzten zwei Monaten wolle man "den Papierkram machen" und im November dann die zehn Mannschaften für die Franchise Liga bekannt geben. Ähnlich wie in Nordamerika können Mannschaften, die aus der Liga fliegen, ihre Spieler verkaufen, und erhalten eine angemessene finanzielle Entschädigung für das langjährige Engagement.

Für die Spieler will Riot außerdem weitere Entwicklungsmöglichkeiten schaffen. Zusätzlich zu bestehenden Programmen gibt es in Zukunft auch Schulungen zum Beispiel zu Finanzen und Steuern, persönlicher Entwicklung und Krankenversicherungen.

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