Riot Games stellt alle zehn Mannschaften vor

LoL: Drei Basketballteams kaufen letzte NA LCS-Spots

von Holm Kräusche am 21.11.2017 um 12:56

Riot Games hat am Montagabend die zehn LCS-Teams der kommenden Spielzeit vorgestellt. Drei der vier neuen Mannschaften gehören NBA-Teams, der letzte Spot wurde von der großen eSport-Organisation OpTic Gaming erworben. Damit ist das Line-Up der amerikanischen League Championship Series (NA LCS) komplett.

Riot Games stellt die neuen NA LCS-Teilnehmer vor. Drei der zehn neuen Mannschaften gehören NBA-Teams.
Riot Games stellt die neuen NA LCS-Teilnehmer vor. Drei der zehn neuen Mannschaften gehören NBA-Teams.
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Neu dazu kommen die Golden Guardians (CGS), Clutch Gaming (CG), 100 Thieves (100) und OpTic Gaming (OPT). Hinter den ersten drei Mannschaften stehen vermögende amerikanische Basketballmannschaften, die sich in Amerikas LoL-Liga einkaufen. CGS gehört den Golden State Warriors, die nach Informationen von Riot Games die NBA in den TV-Einschaltquoten anführen. Spätestens hier wird die mutmaßliche Absicht der LoL-Macher deutlich: Für die neue Liga setzten sie auf zuschauerstarke Partner, die Geld und Zielgruppen mit sich bringen.

100 Thieves hat immerhin einen eSport-Hintergrund: Vor eineinhalb Jahren wurde die Mannschaft für ein Engagement in Call of Duty gegründet, nun gehört sie zu den Cleveland Cavaliers. Das dritte NBA Team ist Clutch Gaming und gehört den Houston Rockets. Ein Jahr sollen sie bereits an ihrem League of Legends-Team arbeiten, glaubt man den Riot-Informationen. Zusammen mit Team Liquid und FlyQuest wird die Hälfte der Mannschaften in der NA LCS nun von NBA Teams unterstützt. OpTic Gaming hingegen gilt als "legendäres eSport-Team" und ist schon viele Jahre in der Szene dabei. Eine League of Legends Mannschaft hatte die Organisation bisher allerdings nicht.

Neues Franchise-System bringt nicht nur Gewinner

Mit der kommenden Saison verabschiedet sich Riot Games vom bisherigen System der NA LCS. Auf Druck der Teaminhaber hatte der Spieleentwickler die Liga zum Franchise-System umgebaut und in den vergangenen Monaten Startplätze verkauft. Zehn Millionen US-Dollar mussten bestehende LCS-Mannschaften laut Bloomberg hinlegen, um dabei zu sein. Noch einmal drei Millionen mehr kostete es für neue Teams. Aus dem Pool der überschüssigen Millionen sollen die Mannschaften ausbezahlt werden, die ihren Startplatz verlieren. Dabei handelt es sich um Immortals, Team Dignitas, Phoenix1 und Team Envy.

Riot Games legt den Fokus auf klug wirtschaftende Organisationen, die über Jahre hinweg ein profitables Geschäftsmodell aufgebaut haben. Oder eben große NBA-Teams im Rücken haben. So scheint es kaum verwunderlich, dass alteingesessene Mannschaften wie TSM oder Cloud9 mit großen Fangemeinschaften in der neuen Liga mitspielen. Immortals hingegen flog raus. Der mit der Szene vertraute eSport-Journalist Travis Gafford mutmaßte kürzlich, dass die Mannschaft nicht berücksichtigt wurde, weil sie in den vergangenen zwei Jahren seit Gründung nicht genug Sponsoren anziehen konnte und zu viel Investoren-Geld ausgab. Noah Winston, CEO von Immortals, wandte sich in einem Video an die Community und drückte seine Enttäuschung aus: "Um ehrlich zu sein, ich bin weder ganz einverstanden mit den Gründen hinter dieser Entscheidung, noch verstehe ich sie vollkommen." Ohne einen Startplatz in der LCS kann kein professionelles LoL-Team in Amerika mehr existieren, denn Riot Games baut auch die Challenger Series um. Der einzig mögliche Schritt für eine Organisation wie Immortals bleibt nun die komplette LoL-Division einzustampfen.

Zu den bereits genannten Teams kommen außerdem noch Echo Fox und Counter Logic Gaming in der NA LCS hinzu. Die neue Liga wird mutmaßlich Anfang 2018 an den Start gehen, noch hat Riot Games aber kein Datum veröffentlicht.

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