Tencents neue eSport-Offensive

LoL: Franchising & eSport-Sender - Riot Games legt vor

von Christian Mittweg am 03.05.2017 um 12:16

Große Ankündigungen bei der Tencent Konferenz: Ein ausschließlich auf eSport fokussierter Fernsehsender entsteht in China und das von vielen Teams gewünschte Franchise-System kommt schon im Sommer in die LPL. Schiebt man die Euphorie der Mannschaften beiseite, taucht aber eine neue Frage auf: Wie wird Riot Games das Thema Übertragungsrechte handhaben?

Tencent überrascht bei der eigenen Konferenz mit zwei großen Ankündigungen.
Tencent überrascht bei der eigenen Konferenz mit zwei großen Ankündigungen.
© weibo.com/lolesportsZoomansicht

Tencent gehört zu den führenden Internetunternehmen in China. Neben Webportalen, sozialen Netzwerken und Sofortnachrichtendiensten wie WeeChat, gehören auch Multiplayer-Spiele zum Geschäftsfeld der Organisation. Das chinesische Unternehmen ist zudem seit 2011 Mehrheitseigner von Riot Games. Auf der Tencent Konferenz veröffentlichte der Konzern jetzt zwei neue Pläne, um den eSport in China voranzubringen: Ein auf den eSport fokussierter Fernsehsender wurde gegründet und die Implementierung des Franchise-Systems im chinesischen Pendant zur LCS, der League of Legends Pro League (LPL), steht kurz bevor.

Das Franchising-System bewirkt aber nicht nur, dass die Relegation bald der Vergangenheit angehört, gleichzeitig wird die Liga in den kommenden Jahren auf 20 Mannschaften erweitert. Die Teams werden obendrein unterschiedlichen Städten in China zugeordnet, wo sie zukünftig ihre Partien bestreiten werden. Dieses System ähnelt der für Ende des Jahres angekündigten Overwatch League. Auch in dem von Blizzard ausgerichteten Wettbewerb werden sich Mannschaften in unterschiedlichen Städten ansiedeln und dort ihre Spiele austragen. Riot Games kommt dem Konkurrenten jetzt zuvor und wird noch vor Blizzard das Franchising einer Liga anpacken.

Werden eSport-Organisation übergangen?

Im Hinblick auf die Gründung des Fernsehsenders wirft das Franchising eine wichtige Frage auf: Wie wird Riot Games das Thema Übertragungsrechte handhaben? Folgt das Entwicklerstudio dem Vorbild der amerikanischen Ligen, wie der NBA, NFL oder MLS, geht das Geld vom Verkauf der Übertragungsrechte an die teilnehmenden Teams. In der LPL liegen diese Rechte allerdings beim Entwickler. Ein Problem entsteht nun dadurch, dass Riot Games auch Mitbegründer von ESPTV ist. Es stände dem Entwicklerstudio daher frei, die Übertragungsrechte an den eigenen Sender zu vergeben, ohne den Mannschaften Geld dafür zu zahlen. Trotz der offenen Frage werden sich die eSport-Organisationen in China über die Ankündigungen freuen. Denn allein die Abschaffung der Relegation bringt den Teams schon jetzt finanzielle Sicherheit in Verhandlungen mit Sponsoren.

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