Fünf Erkenntnisse aus der Pressekonferenz der Königsblauen

Schalke: Das Verlieren verlernt - Zweitteam in Planung

von Christian Mittweg am 11.04.2017 um 16:26

In einer Pressekonferenz am vergangenen Abend sprachen Verantwortliche von Schalke 04 Esports über die vergangene Saison, die Zukunft und antworteten auf Fragen der Community. Dabei gaben sie unter anderem die erste Personalentscheidung bekannt und lieferten Einblicke in zukünftige Pläne. Das sind die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus der Pressekonferenz...

Schalke spricht bei einer Pressekonferenz auf Twitch über die vergangene Saison und Pläne für die Zukunft.
Schalke spricht bei einer Pressekonferenz auf Twitch über die vergangene Saison und Pläne für die Zukunft.
© Schalke EsportsZoomansicht

Es geht weiter

Vorab war es noch fraglich: Wird Schalkes League of Legends-Team weiterhin bestehen? Gerüchten zufolge stand sogar ein Verkauf des Challenger Series-Platzes zur Debatte. Dem wurde allerdings bereits in den ersten Minuten ein Riegel vorgeschoben - Schalke ist weiter mit dabei. Das ließ Tim Reichert, Head of Esports bei Schalke, verlauten: "Für uns war es nie eine Frage, ob wir weitermachen, sondern es war ganz klar, dass wir den nächsten Split wieder angehen." Auch die erste Personalentscheidung wurde bereits verkündet. Toplaner Lennart 'SmittyJ' Warkus bleibt bei Schalke. Und auch die Information, dass Trainingsgebäude speziell für die eSportler eingerichtet werden, zeigt, dass es Schalke weiterhin ernst meint, mit ihrem League of Legends-Team.

"Wir sind übermütig geworden"

Der Frühling endete sehr ernüchternd für den Verein. Nach einer überragenden regulären Saison schied Königsblau im Halbfinale der Playoffs aus. Die Verantwortlichen kamen dennoch zu dem Schluss, dass "relativ viel richtiggemacht wurde". Das Problem war schnell ausgemacht. So erzählte Reichert, dass "die Spieler das Verlieren nicht mehr gewohnt waren". Deswegen will die Vereinsspitze Lehren aus den vergangenen Ereignissen ziehen. Auch andere Problemquellen wurden bereits erkannt und von Reichert angesprochen. Junge Spieler, Nervenflattern, ein unglücklicher Start in die Serie und die unbekannte Situation in den LCS-Studios seien entscheidende Faktoren beim Ausscheiden gewesen. 'SmittyJ' fasste es selbst so zusammen: "Wir sind übermütig geworden."

Veränderungen kommen, doch das Ziel bleibt gleich

Schalke will in der kommenden Saison "neu angreifen", hieß es von Seiten Reicherts. Deswegen verspricht Moritz Beckers-Schwarz, der Vorsitzende der Geschäftsführung vom Schalke 04 Arena Management, dass es Veränderungen geben wird. "Wir werden aus den Fehlern, die wir begangen haben, lernen. Wir sind uns sicher, dass so etwas, was in Berlin geschehen ist, nicht noch ein zweites Mal passiert. Dafür werden wir alles tun." Welche vier Teammitglieder 'SmittyJ' in der kommenden Saison an die Seite gestellt werden, ist aber noch unbekannt und steht selbst vereinsintern wohl noch nicht fest. Reichert erwähnt auf Rückfrage allerdings, dass auch große Transfers und koreanische Profis nicht ausgeschlossen wären, sollte sich eine Möglichkeit eröffnen. Denn das große Ziel bleibt bestehen: "Wir wollen zurück in die LCS, um dann in den nächsten Jahren auch die LCS zu gewinnen."

Ein Zweitteam ist in der Planung

"Wir selber begrüßen sehr, dass es Academy Teams gibt und haben auch weiterhin die Vorstellung, in Zukunft ein Juniorenteam zu haben." Mit diesen Worten macht Beckers-Schwarz klar, dass ein Team den Königsblauen nicht reicht. Eine zweite Mannschaft soll her, die dem Hauptteam Auswechselmöglichkeiten bietet und neues Zuhause für heranwachsende Talente wird. Diese Mannschaft würde in der deutschen ESL Meisterschaft antreten. Überstürzt wird die Knappenschmiede im eSport aber nicht: "Wenn es dieses Jahr nichts wird, können wir das auf jeden Fall im nächsten Jahr angehen."

Dota 2, CS:GO oder doch Overwatch?

Neben League of Legends wurden auch die anderen eSport-Titel des Vereins kurz angesprochen. Beckers-Schwarz überraschte dabei mit der Aussage: "Wir schauen uns um und gucken, ob in Zukunft noch ein neuer großer eSport-Titel hinzukommt." Schaut man sich die eSport-Landschaft an, kämen die Spiele Dota 2, CS:GO und Overwatch in Frage. Da Counter-Strike in Deutschland immer noch sehr kritisch beäugt wird, ist damit kaum zu rechnen. Das neue Overwatch-Format, die Overwatch League, würde dagegen perfekt passen. Seit Beginn des eSport-Engagements ist es ein Ziel von Schalke, Events im eigenen Stadion auszutragen, und genau das strebt auch die Overwatch League an. Die teilnehmenden Mannschaften werden jeweils einer Stadt zugeordnet und über kurz oder lang dort ihre Matches bestreiten. Bahnt sich hier also eine Zusammenarbeit an? Wir dürfen gespannt sein.

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