Ist 'xPeke' wirklich der Retter von Origen?

Kommentar: 'xPeke' - die LCS ist nicht Hollywood

von Christian Mittweg am 15.03.2017 um 15:00

Enriqe 'xPeke' Cedeno Martinez ist zurück und wird Origen vor dem Abstieg retten. So hieß es auch diese Saison, als der Spanier und eigentlich Inhaber des League Championship Series (LCS) Teams Origen erneut sein Karriereende aufhob und an Maus und Tastatur zurückkehrte. Aus meiner Sicht macht der ehemals formidable Spieler die Situation damit aber nur noch schlimmer.

'xPeke' gibt bereits sein drittes Comeback, dabei sollte er sich lieber auf anderen Aufgaben fokussieren.
'xPeke' gibt bereits sein drittes Comeback, dabei sollte er sich lieber auf anderen Aufgaben fokussieren.
© Riot GamesZoomansicht

'xPeke' ist nicht der weiße Ritter, der jedes Mal, wenn sein Team in Not ist, einfach zurückkommt und vor einer verpatzten Saison rettet. Im Prinzip ist er nur derjenige, der das Feuer selber gelegt hat und dann dafür gepriesen wird, dieses auch wieder gelöscht zu haben. Denn Saison für Saison schafft 'xPeke' es nicht, eine Mannschaft aufzustellen, die der Relegation entgehen kann. Teils ist der Spanier selber gar nicht schuld daran, denn auch er kann nichts dafür, dass Spieler ihre Leistungen nicht abrufen oder sich kurz vor Saisonstart entscheiden, das Team zu verlassen. Doch seine Inkonsequenz sich auf die eigenen Manageraufgaben zu beschränken und das Unvermögen, starke Spieler für seine Mannschaft zu verpflichten, schaden seinem Team immens.

Mit der Karriere noch nicht abgeschlossen

Die bereits mehrfachen Comebacks auf die Bühne sind geprägt von Leistungen, die nicht an frühere Zeiten erinnern. 'xPeke' bringt zwar Erfahrung und Moral mit, ist spielerisch aber nicht mehr auf dem LCS-Niveau. Es geht aber viel mehr darum, welches Signal der Spanier mit der Rückkehr an seine Spieler aussendet. Origen Profis können sich nicht sicher sein, dass ihr Chef nicht eines Tages reinkommt und ihren Platz einnimmt. Aber auch die Spieler, die nicht davon betroffen sind, müssen fortan mit einer ganz neuen Situation klarkommen. Denn ihr Chef wird an ihrer Seite Karriere entscheidende Partien bestreiten. Dadurch gerät die gesamte Befehlskette durcheinander, denn auf welche Meinung hört man: Auf die des Bosses oder auf die des gleichgestellten Teamkameraden. Das muss nicht mit Hintergedanken der Spieler geschehen, aber zumindest unterbewusst ist das bei jedem Spieler vorhanden und keine Situation, die sich ein sowieso schon abstiegsgefährdetes Team wünscht.

Ein wegweisender Transfer - vom Heilsbringer zum Bremsklotz

Grund für den Fall des ehemaligen europäischen Vizemeisters und für das Versagen in der laufenden Saison ist das Transferverhalten der Organisation. Origen ist nicht in der Lage, hochkarätige Spieler oder verheißungsvolle Talente an Land zu ziehen. Das Roster dieser Saison ('Satorius', 'Wisdom', 'NaeHyun', 'Tabzz' und 'Hiiva') schrie bereits vor dem ersten Spieltag nach Abstiegskampf. Überraschend waren die neun Niederlagen in neun Serien deswegen nicht und das hätte auch 'xPeke' voraussehen können. Vor allem der Transfer des koreanischen Profis Yoo 'NaeHyun' Nae-hyun zeigt die Probleme auf, die Origen in der vergangenen Wechselperiode begangen hat. Dabei war der Koreaner laut 'xPeke' "die beste passende Alternative". Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht aller europäischen Midlaner, sondern auch ein Armutszeugnis für das Scouting des Teams.

Daniele 'Jiizuke' Di Mauro wäre beispielsweise eine Option gewesen. In der Challenger Series war der Italiener ein Lichtblick für Team Forge und konnte in der Solo-Rangliste gleich mehrere Accounts in den Top 10 platzieren. Origen entschied sich aber lieber für 'NaeHyun'. Dieser spielte zuvor nur in der zweiten chinesischen Liga und hatte in 19 professionellen Matches kein einziges Spiel gewonnen. Zudem ist die Kommunikation im Team, aufgrund der Sprachbarriere stark gestört. Das ist fatal, denn eine Mannschaft ohne gute Einzelspieler, muss das durch gutes Zusammenspiel wieder herausreißen. Die bestehende Sprachbarriere ist da nur ein zusätzliches Handicap.

Unabhängig davon, wie man zu 'xPeke' steht, so langsam muss der Spanier erkennen, dass seine Karriere vorbei ist und er sein Vermächtnis in den Dreck zieht. Der stetige Rücktritt vom Rücktritt wird schon zur Gewohnheit und sein Team würde deutlich profitieren, wenn sich 'xPeke' endlich komplett auf seine Aufgaben als Chef konzentrieren würde. Dann kann sich Origen hoffentlich wieder stabilisieren und muss nicht jede Saison gegen den Abstieg kämpfen.

Christian Mittweg, kicker eSport-Redaktion.
Christian Mittweg, kicker eSport-Redaktion.
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