Geleakter Brief der Teambesitzer

LCS-Teams auf den Barrikaden: Mehr Geld, keine Relegation

von Holm Kräusche am 14.11.2016 um 15:23

Es brodelt weiter in der League of Legends-Szene: Am Wochenende wurde scheinbar ein Brief der Teambesitzer an Riot Games geleaked. Das Portal Slingshot veröffentlichte eine Briefvorlage, in der die LCS-Teams aus Europa und Amerika vom Entwickler fordern, die Relegation abzuschaffen. Außerdem wollen sie mehr Geld.

Die LCS-Teambesitzer verfassten einen Brief an Riot Games mit etlichen Forderungen.
Die LCS-Teambesitzer verfassten einen Brief an Riot Games mit etlichen Forderungen.
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Die Szene brodelt schon eine Weile: Namenhafte Vertreter wie Andy 'Reginald' Dinh, Besitzer von TSM, kritisieren öffentlich die Politik von Riot, dem Entwickler von League of Legends (LoL). Riot richtet selbst die beiden größten Ligen der Welt für das Spiel aus. Dabei räumt sich der Entwickler viele Rechte ein und spricht eine Menge Verbote aus. Offenbar ist es nun mit der Geduld der Teams vorbei. Die geleakte Vorlage enthält Unterschriftsmöglichkeiten für alle europäischen und amerikanischen LCS-Teams, außer Echo Fox und Cloud9 Challenger.

Aber Achtung: Der Brief wurde bisher von keinem dieser Teams unterschrieben. Nichts desto trotz scheinen die geforderten Dinge zu den bisherigen Entwicklungen zu passen. Auch Christopher 'MonteCristo' Mykles greift den Brief in seinem neuesten Video auf. Mykles war bereits selbst Teambesitzer und ist einer der bekanntesten Caster sowohl für LoL als auch für Overwatch. Seine Äußerungen zu dem Brief deutet stark auf die Echtheit des Dokuments hin, oder zumindest auf den Gehalt der Forderungen.

Keine Relegation, dafür mehr Geld

Hauptanliegen der Teams: Die Relegation abschaffen. Durch einen jederzeit drohenden Abstieg, so die Teams, werden Sponsoren abgeschreckt. Deren Gelder bilden aktuell die Haupteinnahmequelle von TSM, Cloud9 und Co. Die LCS soll damit zum Franchising-System werden, in dem es weder Ab- noch Aufstieg gibt. Das gäbe Planungssicherheit für die Zukunft. Laut Dinh sind in Bezug auf den Abstieg vor allem die oft erscheinenden Spiel-Patches ein großes Problem. Gewann ein Team zuvor gegen seine Gegner, kann sich das mit einem neuen Update schnell ins Gegenteil ändern.

Außerdem würden Spieler so über die Gebühr beansprucht, da sie sich aufwendig einarbeiten müssten. Passt sich ein Toplaner bspw. nicht so schnell an einen neuen Patch an, in dem er nun defensiv statt offensiv spielen muss, droht einem Team schnell die Relegation und der Verlust von LCS- und Sponsorengeldern. In League of Legends bedeutet das in der Regel das Ende eines Teams.

Die Finanzierung ist der zweite große Punkt in dem geleakten Brief. Die Teams fordern eine deutlich höhere Vergütung von Riot, um ihren Spielern ein höheres Jahresgehalt zahlen zu können. Zusätzlich zu dieser "Compensation" soll es außerdem Beteiligungen am Gewinn durch den Verkauf bestimmter Items geben.

Die Formulierungen des Briefes sind sehr deutlich: Dass, was Riot für 2017 plant, sei nicht akzeptabel und auch die geforderten Punkte seien nur eine Übergangslösung, "der minimal akzeptable Weg für 2017". Riot hat sich allerdings noch nie sehr kompromissbereit gezeigt, was seine LCS angeht. Auch was die Teams für Restriktionen gegen den Spielehersteller planen, sollte er den Forderungen nicht nachgeben, ist offen.

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