Alles Wissenswerte zum MOBA von Riot Games

Was ist League of Legends?

von am 17.05.2016 um 11:08

Fast 70 Millionen Spieler pro Monat kann das Action-Strategiespiel League of Legends (kurz: LoL) vom Entwickler und Publisher Riot Games in seinen Statistiken aufweisen. Aber was steckt eigentlich dahinter und was unterscheidet es von anderen eSport-Titeln wie Dota 2?

LoL: "Was ist eigentlich League of Legends und was unterscheidet es von anderen eSport-Titeln wie Dota 2?"
LoL: "Was ist eigentlich League of Legends und was unterscheidet es von anderen eSport-Titeln wie Dota 2?"
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Die Geschichte

League of Legends reiht sich selbst in die Spielegattung Multiplayer Online Battle Arena (kurz: MOBA) ein. Genau wie beim Genrekonkurrenten Dota 2, liegen auch die Grundlagen für das Spiel von Riot Games in der Warcraft III Karte Defense of the Ancients, welche von Hobbyprogrammierern entwickelt wurde. Einer der zuständigen Designer, Steve "Guinsoo" Feak, hat sich nach der Gründung von Riot Games mit den Verantwortlichen Brandon Beck und Marc Merrill zusammengeschlossen. Er entwickelte seine eigene Version des ursprünglichen Spiels: DotA Allstars.

Nach einigen Versionen gab er die Arbeiten aber an einen weiteren Programmierer ab: IceFrog. Sein richtiger Name ist bis heute nicht bekannt, aber seit einigen Jahren arbeitet er bei Valve und ist dort aktuell der führende Designer von Dota 2, das sich damals allenfalls in einer frühen Entwicklungsphase befand.

Nach gutem Feedback von der Fan-Gemeinschaft und der eigenen Motivation, das Spiel als eigenen Titel anzulegen, schlug gegen Ende des Jahres 2005 die Geburtsstunde von League of Legends. Die erste geschlossene Beta-Test-Phase gab es im April 2009, die bis zum Ende des Jahres lief. Im Oktober 2009 erfolgte der endgültigen Startschuss für die finale Version.

Free-to-play und Freemium

Auch wenn LoL, genau wie Dota 2, absolut kostenlos spielbar ist, gibt es diverse Inhalte, die sich entweder erspielen oder erkaufen lassen. So sind nur eine begrenzte Anzahl der 120 verfügbaren Spielfiguren pro Woche ohne weitere Kosten freigeschaltet. Um permanenten Zugriff auf einen Champion zu haben, muss dieser gekauft werden. Darüber hinaus gibt es die bereits bekannten optischen Veränderungen, die sich ebenfalls durch die Spiele-Währung, die sog. Riot Points, freischalten lassen. Man spricht in dem Fall von einem Freemium-Modell (aus dem englischen: free und premium). Ein großer Teil des Spiels ist umsonst, also 'free' - ein kleiner Teil muss aber dazu gekauft werden, also 'premium'.

Spielfeld: So sieht die Spielkarte eines klassischen MOBA-Titels aus.
Spielfeld: So sieht die Spielkarte eines klassischen MOBA-Titels aus.
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Der große Unterschied zu Dota 2

Wie in vielen Bereichen der Videospiele gibt es auch im MOBA-Genre einen ewigen Zweikampf. Was im Fußball das jährliche Duell zwischen PES und FIFA ist, wird bei den MOBAs durch Dota 2 und League of Legends forciert. Aber gerade Riot Games ist sich dessen bewusst, dass man sich vom ursprünglichen DotA abheben müsse. Und daran wird auch akribisch gearbeitet.

Darüber hinaus wurden die Kernzüge von LoL zu einer Zeit entwickelt, bei der von Dota 2 noch kaum etwas bekannt war. Einer der wichtigsten Differenzierungen ist die Spielgeschwindigkeit. LoL hat ein deutliches höheres Tempo in den einzelnen Phasen des Spiels. Das wird dadurch erreicht, dass gewisse Spielelemente entfernt wurden. Vor allem das Verweigern vom gegnerischen Ressourcen-Bonus, wenn man die eigenen Monster im richtigen Moment opfert (deny; aus dem englischen: verweigern), ist in LoL nicht vorhanden. Dadurch wird die erste Levelphase eines Matches drastisch verkürzt und die großen und entscheidenden Teamkämpfe finden deutlich früher statt.

Bis auf solche Kleinigkeiten, die jedoch in Summe ein anderes Spielgefühl erzeugen, ist League of Legends genauso ein klassisches MOBA wie einst DotA oder aktuell Dota 2 ist. Seine Wurzeln vergisst aber auch das Spiel von Riot Games nicht. Auf der Spielkarte gibt es einen großen Boss, der einen erheblichen Bonus für das ganze Team gibt, wenn er erledigt wird. In DotA hieß er "Roshan", während sein Name in League of Legends "Nashor" lautet - das Anagramm.

Der Erfolg

Unabhängig davon, dass LoL rein spielerisch sehr viele Gemeinsamkeiten mit den restlichen MOBAs aufweist, ist der finanzielle und gesellschaftliche Erfolg doch weit über dem der Konkurrenz. Nach einer Analyse des Forschungsinstituts DFC Intelligence war es bereits 2012 das meistgespielte Videospiel der Welt. Mit über einer Milliarde gespielter Stunden in Europa und den Vereinigten Staaten, überholte der Titel somit endgültig den Rollenspiel-Giganten World of Warcraft.

Durch das veränderte und vor allem beschleunigte Spielprinzip fand LoL schnell zu neuen Usern, denen DotA eventuell zu kompliziert und unzugänglich war. Die Fan-Base stieg rasend schnell, wodurch auch das Spiel immer weiter und besser entwickelt werden konnte. Der Mittelweg zwischen elitärem eSport-Titel und zugänglichem Spiel für jedermann war perfekt.

LoL als eSport-Vorreiter

Die Gewinner der 3. World Championship Saison in League of Legends: Das Team "SK Telecom T1".
Die Gewinner der 3. World Championship Saison in League of Legends: Das Team "SK Telecom T1".
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Bereits im Jahr 2009 - Dota 2 war zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal öffentlich spielbar - erreichte Riot Games in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Regierung einen Meilenstein des eSport: Professionelle LoL-Spieler wurden als Sport-Athleten anerkannt. Das war nicht nur eine wichtige Entscheidung für die Außendarstellung, sondern vereinfachte auch das Vorgehen bei internationalen Turnieren.

Auch wenn die letzte Meisterschaft von Dota 2, "The International 2014", mit fast elf Millionen Dollar Preisgeld die finanzielle Messlatte noch einmal nach oben gelegt hat, konnte insbesondere das letzte Finale der LoL-Meisterschaft mit sensationellen Live-Stream-Zahlen glänzen. Insgesamt haben beim Endspiel des World Championships 2013 über 32 Millionen Zuschauer eine Liveübertragung eingeschaltet - davon 8,5 Millionen gleichzeitig.

Fokus auf den eSport

Diese Vormachtstellung hat Riot Games bereits in vielen Bereichen erkannt und treibt dadurch die Professionalität weiter voran. Insbesondere die einzelnen Verträge, die Riot mit den Spielern eingeht, sind ausgearbeitete und umfassende Sportverträge. Dass hierbei stellenweise etwas zu weit gegangen wird, macht ein Fall aus dem Jahr 2013 klar. Durch die immer beliebter geworden Stream-Plattform twitch.tv kam es öfter dazu, dass berühmte LoL-Spieler auch in der Freizeit ihren Fans angeboten haben, ihnen beim Spielen diverser Games zuschauen zu können. Das passte Riot Games nicht und sie änderten kurzerhand die Verträge. Ab sofort gab es die Klausel, dass, sobald ein LoL-Spieler einen Vertrag eingeht, er sich bereit erklärt, nahezu keine Konkurrenzprodukte öffentlich zu präsentieren. Eine aufgetauchte Liste bestätigte über 20 explizit genannte Multiplayerspiele, die nicht mehr gestreamt werden durften.

Die Kehrseite dieser Medaille ist aber, dass gerade durch solche Verträge ein großes Interesse seitens Riot Games besteht, die Athleten in einen professionellen Kontext zu stellen. So werden ganze Mediatrainings für Teams angeboten, bei denen die Spieler bspw. das richtige Interviewverhalten lernen.

Ein Teil des eSport

League of Legends wird gerade von Dota 2-Fans vorgeworfen, lediglich ein vereinfachtes DotA zu sein, das trifft aber nicht zu. Das Spiel ist sicherlich weitaus mehr, vor allem für den eSport: Riot Games hat mit LoL nämlich einen wichtigen Grundstein für den professionellen eSport gelegt und forciert diesen weiterhin mit großem finanziellen Engagement. LoL ist eine der wichtigsten Säulen, die es in der eSport-Branche gibt.


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