League of Legends statt Rugby

eSport-Team trainiert in 82.000-Mann-Stadion

von Christian Mittweg am 04.01.2019 um 20:08

Was hat ein League-of-Legends-Team in einem riesigen Stadion zu suchen? LEC-Einsteiger exceL Esports trainiert seine Spieler zukünftig in einer 82.000 Mann fassenden Arena in London - direkt neben den besten Rugby-Profis Englands. Das soll Vorteile bringen, sagt die Organisation.

Twickenham Stadium
Die Heimatstädte der englischen Rugby-Nationalmannschaft beherbergt zukünftig auch zehn eSportler.
© exceL eSportsZoomansicht

Auf dem Rasen, wo sonst die Nationalmannschaft ihre Länderspiele austrägt, findet das Training natürlich nicht statt. Die zwei League of Legends-Mannschaften von exceL Esports trainieren ein paar Meter weiter in den Räumlichkeiten von Twickenham Stadium. Dass eine reine eSport-Organisation diesen Schritt geht, ist eine Neuheit. Bisher waren es einzig die eSport-Abteilungen der Fußballvereine, wie dem FC Kopenhagen, die ihre Spieler ins eigene Stadion holten. Es stellt sich daher die Frage: Warum entschied sich exceL Esports dafür? Die Antwort kennt Managing Director Kieran Holmes-Darby: "Wir glauben, dass wir eine Menge lernen können von der traditionellen Sportindustrie und wollen das auf den eSport übertragen. Aus Sicht von Vernetzung und Werbung hat es große Vorteile."

Kein Gaming-Haus

Mit ihrem Einzug ins Twickenham Stadium distanziert sich die Organisation gleichzeitig vom traditionellen Konzept der Gaming-Häuser. "Für uns muss es eine klare Trennung zwischen Wohnraum und Arbeitsplatz geben. Es hilft Spielern, mit einer anderen Mentalität zum Training zu kommen, und gibt ihnen gleichzeitig einen Platz, wo sie abschalten können", sagte Director of eSports Joel Holmes-Darby. In ihrer neuen Heimat profitiert das Team außerdem vom Zugang zum Fitnessstudio sowie Sportmedizinern und Psychologen vor Ort.

Reisestrapazen einkalkuliert

Dass exceL Esports in London trainiert, ist auch ein Risiko für die Organisation. Da die LEC in Berlin stattfindet, muss das Team über große Teile des Jahres jede Woche den fast zweistündigen Flug auf sich nehmen, im Hotel übernachten, seine zwei Ligaspiele absolvieren und dann wieder zwei Stunden zurück nach London reisen. Dem gleichen Konzept folgt dieses Jahr auch Origen, die aus Kopenhagen agieren. Die positive Seite davon ist aber auch klar: Beide Organisationen wollen die lokale Fangemeinde im Heimatland durch Treffen oder sonstige Events weiter aufbauen.

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