Die neueste Regeländerung in der Challenger Series

LoL: Schadet Riot der Talentförderung?

von Christian Mittweg am 28.04.2017 um 09:09

Die Challenger Series soll vielversprechenden Spielern und Teams eine Möglichkeit bieten, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln, bevor sie ihren Platz in der LCS einnehmen können. Doch die zweite Liga wurde in der Vergangenheit ausgenutzt, um wirtschaftlichen Nutzen herauszuschlagen und auch die neuesten Regeländerungen von Riot Games bereiten Fnatic Gründer Sam Mattews Kopfzerbrechen.

Zweitteams wird es vorerst in der europäischen Challenger Series nicht geben.
Zweitteams wird es vorerst in der europäischen Challenger Series nicht geben.
© Riot GameZoomansicht

Mit dem Beginn der Sommersaison tritt eine neue Regel in Kraft, die verbietet, sowohl eine Mannschaft in der LCS als auch in der CS zu besitzen. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Organisationen gründeten eine zweite Mannschaft aus LCS erprobten Spielern und ließen sie in der Challenger Series antreten. Das Ziel war es, den direkten Aufstieg zu schaffen und dann das Geld vom Verkauf des Spots einzuheimsen. Vor allem das nordamerikanische Team Cloud9 hatte damit Erfolg und zwang Riot Games daher zu einer Regeländerung. Auch der Fnatic-Profi Maurice 'Amazingx' Stückenschneider sieht Probleme in dem bestehenden System: "Ich finde das Investment und somit geldliche Interesse hinter dem möglichen Verkauf eines Aufsteigers doch schon ein wenig uninteressant." Dieses Jahr war der deutsche Jungler selber Spieler bei einem Zweitteam, Fnatic Academy, und verhalf der Mannschaft zum Aufstieg in die LCS.

Altes Problem gelöst, Neues bereits im Anflug

Fnatic Academy steigt in die LCS auf, jetzt müssen sie verkaufen.
Fnatic Academy steigt in die LCS auf, jetzt müssen sie verkaufen.
© Riot GamesZoomansicht

Jetzt muss die schwedische Organisation den Platz verkaufen. Den finanziellen Anreiz dahinter sieht auch Fnatic Gründer Sam Matthews: "Dieses Jahr hat sich das Projekt als sehr erfolgreich erwiesen." Doch gleichzeitig trauert er der Mannschaft hinterher: "Es war für uns mehr als nur eine Chance in die LCS aufzusteigen. Es ging darum, eine größere Mannschaft zu haben." Die Erweiterung des Kaders hatte die Organisation dabei schon seit einiger Zeit geplant, wie Matthews verriet: "Die Gründung eines Challenger Teams war immer ein Ziel bei uns, dass wir bereits in der Vergangenheit angestrebt haben."

Die Umsetzung folgte Ende letzten Jahres und nicht nur der Erfolg des Challenger Teams belegt, dass sich die Zweitmannschaft gelohnt hat. Die Organisation berief den Jungler Mads 'Broxah' Brock-Pedersen mitten in der Saison aus ihrem Academy Team ins Main Roster - ein Wechsel, der sich bezahlt machte. Der Rookie spielte stark auf, wurde in der Begegnung um den dritten Platz sogar zum Spieler der Serie gekürt und zahlte damit das Vertrauen der Verantwortlichen zurück. Durch das Teilnahmeverbot von Zweitteams an der CS wird es solche Geschichten nun immer seltener geben.

Denn eine Mannschaft finanziell zu stemmen, ohne dass diese in der Challenger Series antritt, ist auch für eine renommierte eSport-Organisation nicht leicht. "Ich würde den Aufbau einer Initiative für Zweitteams fördern, was bisher nur durch die Challenger Series möglich war und auch dort hätte man bisher ohne den Aufstieg in die LCS mit hohen Verlusten rechnen können", weiß auch 'Amazingx', der deswegen ein Handeln von Entwickler Riot Games fordert: "Es bedarf zumindest einer Konteraktion von Riot, um den Aufbau eines Zweitteams weiterhin möglich zu machen." Dem kann Matthews nur zustimmen, denn auch er weiß im Moment noch nicht, wie Fnatic das Problem lösen kann: "Gerade ist noch nicht sicher, wie es weitergeht, denn Riots Regeln verbieten, dass wir ein neues Challenger Team aufmachen. Wir wollen aufstrebende Talente aber weiterhin unterstützen und werden versuchen eine Lösung zu finden."

Was wird Riot tun?

Vom Academy-Team in die LCS - 'Broxah' hat es geschafft.
Vom Academy-Team in die LCS - 'Broxah' hat es geschafft.
© Riot GamesZoomansicht

Ohne mit großen finanziellen Einbußen zu rechnen, kann Fnatic nicht viel machen, um das Problem zu lösen. Die Organisation ist auf die Hilfe von Riot angewiesen. Eine mögliche Maßnahme wird dabei sogar schon von Riot praktiziert. In der nordamerikanischen LCS können Zweitteams noch in der Challenger Series antreten, einzig der Aufstieg ist ihnen verwehrt. Das wäre auch in Europa möglich, doch auf eine erneute Regeländerung müsste Fnatic mindestens bis 2018 warten. In der Zwischenzeit will Matthews aber keineswegs aufhören Talente zu fördern: "Natürlich werden wir weiterhin nach aufstrebenden Stars suchen und die nationalen Ligen könnten dafür ein potenzieller Ort sein." Eine andere Option hat er zusätzlich noch parat: "Ich persönlich bin ein großer Fan von tatsächlichen Ersatzspieler und somit könnte auch diese Alternative ein Weg für uns sein."

kicker eSport-Freunde auf Facebook

Schlagzeilen


Kontakt | Impressum | Mediadaten | AGB | Datenschutzhinweis | Nutzungsbasierte Online-Werbung

Weitere Angebote des Olympia-Verlags:
alpin.de | olympia-verlag.de