Deutsche Spieler rechnen sich nach Auslosung gute Chancen aus

Weltmeister ohne Visum - Saltzer rückt nach

von las am 21.03.2016 um 09:24

Das Turnier um den FIFA Interactive World Cup (FIWC) hat noch gar nicht begonnen, da ist die erste Überraschung schon perfekt. Gleich eine Handvoll Spieler trat die Reise nach New York gar nicht erst an und fehlte bei der Auslosung am Sonntag. Betroffen ist unter anderem der amtierende Weltmeister Abdulaziz Alshehri. Einer der Nachrücker: der Deutsche Benedikt Saltzer.

Die vier deutschen Teilnehmer blicken zuversichtlich auf die Gruppenphase: Kevin Assia, Niklas Raseck, Michael Bittner und Nachrücker Benedikt Saltzer (v.li.).
Die vier deutschen Teilnehmer blicken zuversichtlich auf die Gruppenphase: Kevin Assia, Niklas Raseck, Michael Bittner und Nachrücker Benedikt Saltzer (v.li.).
© kicker eSportZoomansicht


Aus New York berichtet Christoph Laskowski

"Eine Rakete", hätte sich Saltzer gewünscht, wenn er an die vergangenen 72 Stunden denkt. Dass der 23-Jährige beim FIWC an den Start geht, grenzt tatsächlich an ein kleines Wunder. Erst am Freitag hatte er den Anruf erhalten, dass er nach New York reisen darf. Am Samstag stand die vier Stunden lange Hin- und Rückfahrt von Frankfurt nach Niedersachsen zum Spiel seines Vertragspartners VfL Wolfsburg gegen Ingolstadt auf dem Programm. 24 Stunden später befand er sich, mit dem eilig beantragten Visum in der Tasche, auf dem Landeanflug auf New York City.

Saltzer hatte die Qualifikation nur haarscharf verpasst und stand ganz oben auf der Warteliste. Dass er auch wirklich an die Konsole darf, erfuhr der 23-Jährige erst im Hotel. Denn erst zu diesem Zeitpunkt stand fest: Titelverteidiger Alshehri und eine Handvoll weiterer Spieler werden nicht am Turnier teilnehmen können.

Bei den meisten - auch bei Alshehri - scheiterte die Teilnahme am Visum, und das trotz aller Bemühungen der FIWC-Verantwortlichen hinter den Kulissen. Besonders im Fall des amtierenden Weltmeisters eine geradezu groteske Situation, wenn man bedenkt, dass der Spieler aus Saudi-Arabien noch vor wenigen Monaten beim Ballon d'Or, der Gala zur Wahl des Weltfußballers, Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Neymar die Hand schütteln durfte. Ein anderer Spieler aus Saudi-Arabien erhielt hingegen das Visum, ähnlich verhielt es sich mit Spielern aus Mexiko. Einige bekamen das Visum, andere nicht. Für die FIWC-Funktionäre sicherlich ein Grund, darüber nachzudenken, ob weitere Turniere in den USA Sinn ergeben, wenn regulär qualifizierte Spieler wegen bürokratischer Hürden von der Teilnahme ausgeschlossen werden.

Newcomer Michael Bittner mit Losfee Frank Lampard.
Newcomer Michael Bittner mit Losfee Frank Lampard.
© kicker eSportZoomansicht

Folgende Spieler wurden ersetzt:
- Allan Castello (Brasilien)
- Yesid Rodriguez (Kolumbien)
- Jasso Herrera (Mexiko)
- Robnel Lovera (Venezuela)
- Abdulaziz Alshehri (Saudi Arabien)
Diese Spieler wurden nachnominiert (jeweils die nachfolgenden im Leaderboard der Onlinequalifikation):
- Arturo Villasenor (Mexiko)
- Sean Allan (England)
- Darren John (USA)
- Roberto Ramirez (Mexiko)
- Benedikt Saltzer (Deutschland)

Lampard spielt die Losfee

Die Auslosung sahen diese Spieler also nur aus der Ferne - im Gegensatz zu den vier deutschen Spielern, die inklusive Saltzer nun am Start sind. Für "SalzOr" natürlich eine angenehme Ausgangslage, er hat schließlich nichts zu verlieren. "Normalerweise bin ich mehr angespannt, aber ich spiele hier ohne Druck. Ich fühle mich locker" sagte er trotz der Reisestrapazen. Bei der Auslosung, die vom ehemaligen englischen Nationalspieler Frank Lampard vorgenommen wurde, hatte er allerdings nicht so viel Glück. Seine Gruppe sei "die zweitschwerste", lediglich den Brasilianer Victor Guedes weiß er nicht einzuschätzen: "Eine Wundertüte." Letztlich werde die Tagesform abhängig sein.

So sehen die acht Gruppen für das FIWC-Finale aus.
So sehen die acht Gruppen für das FIWC-Finale aus.
© FIWCZoomansicht

Doch genauso wie alle Deutschen rechnet sich Saltzer gute Chancen aus, die Gruppenphase am Montag zu überstehen. Kevin Assia bezeichnete seine Gruppe als "machbar", zwei der drei Konkurrenten hat er erst kürzlich geschlagen. Niklas Raseck erwischte einen der Nachrücker und mit dem Briten Sean Allen einen der Mitfavoriten. Doch an Selbstvertrauen mangelt es dem amtierenden VBL-Meister auch nicht: "Alles ist möglich."

Ein noch weitgehend unbeschriebenes Blatt ist FIFA-Newcomer Michael Bittner, der seinen schnellen Aufstieg in der Szene selbst als "von Null auf Hundert" bezeichnete. "Ty Walton gilt es zu schlagen", sagte Bittner. "Die anderen sagen mir nichts. Aber das wird denen mit mir auch so gehen."

Mohamad Al-Bacha ist der amtierende Weltmeister
Alle FIWC-Champions seit 2004 auf einen Blick
Zwölf Endrunden, zwei Doppel-Weltmeister

Der FIFA Interactive World Cup ist der prestigeträchtigste Titel in der professionellen FIFA-Szene. Die offizielle Weltmeisterschaft wird seit 2004 jährlich in anderen Ländern ausgetragen und legte nur 2007 eine Pause ein. Bei zwölf Endrunden gibt es zwei Spieler, die sich Doppel-Weltmeister nennen dürfen. Die beste Leistung eines deutschen Teilnehmers war bislang eine Silbermedaille. In dieser Galerie präsentieren wir Euch alle FIWC-Sieger der Historie.
© kicker eSport

vorheriges Bild nächstes Bild

kicker eSport-Freunde auf Facebook

Schlagzeilen


Kontakt | Impressum | Mediadaten | AGB | Datenschutzhinweis | Nutzungsbasierte Online-Werbung

Weitere Angebote des Olympia-Verlags:
alpin.de | olympia-verlag.de