Senior Director von Konami findet deutliche Worte

"So viel Geld wie möglich" - Lygaard kritisiert FUT

von Holm Kräusche am 30.07.2018 um 18:00

Bei den PES World Finals nutzte Senior Director Brand & Business Development Jonas Lygaard das kicker eSport-Interview für eine Abrechnung mit EA. Auf Geldmacherei ausgelegt sei FIFA Ultimate Team. Auch mit den Praktiken anderer Entwickler geht Lygaard hart ins Gericht.

Jonas Lygaard von Konami sieht FIFA Ultimate Team kritsch.
Jonas Lygaard von Konami sieht FIFA Ultimate Team kritisch.
© kicker eSportZoomansicht

PES und FIFA konkurrieren mit ihren Fußballspielen um die Gunst der Gamer. Konami probiert es mit Realismus, EA mit einem arcade-lastigen Spiel und großen Lizenzen. Bei den Weltmeisterschaften der PES League in Barcelona haben wir mit Senior Director Brand & Business Development Jonas Lygaard von Konami gesprochen. Fünf Jahre hat er als Business Analyst für EA gearbeitet, bevor er zur Konkurrenz ging. Sein ehemaliger Arbeitgeber pumpt jedes Jahr mehr Preisgeld in die eigenen eSport-Wettbewerbe und lässt die Spieler mit ihren Ultimate-Team-Mannschaften antreten. Dort kann jeder Spieler sein Traumteam zusammenstellen und zum Beispiel Messi neben Ronaldo auf den Platz schicken - nahezu undenkbar in der Realität.

Konsumenten sollen so viel Geld wie möglich ausgeben

Bei der Konkurrenz in der PES League spielen die Teilnehmer hingegen um einen Bruchteil des EA-Preisgeldes und mit authentischen Mannschaften. Zu seinem ehemaligen Arbeitgeber hat Lygaard eine kontroverse Meinung: "Wir wissen, dass EA sich entschieden hat, es mit seinem Ultimate Team-Modus anders zu machen: Der ist ganz klar davon getrieben, Konsumenten dazu zu bringen, soviel Geld wie möglich auszugeben."

Schon seit vielen Jahren kritisiert auch die FIFA-Community diese Praktik. Ihre Beobachtung: Nur wer (viel) echtes Geld investiert, hat eine Chance in der Global Series. Lygaard geht davon aus, dass das Folgen haben wird: "Die Dinge werden sich verändern, weil wir von allem lernen, das wir tun. So entwickeln wir Spiele. Wir sitzen nicht herum und sagen: Das ist gut, das machen wir und verändern bloß nichts daran." Die Praktiken anderer Entwickler schätzt Lygaard hingegen kritisch ein: "Wenn Du selbstzufrieden in Deinem Leben wirst oder faul bezüglich Deiner Entwicklung, oder Dich nicht mehr selbst antreibst, wirst Du sehr schnell die Realität und die Wirkung dessen sehen."

Markige Worte für mehr Relevanz?

Was jenseits der markigen Worte des PES-Managers auch klar ist: Konami kämpft seit Jahren gegen die sinkende Relevanz der eigenen Fußballsimulation. Und so kurz vor Verkaufsstart machen sich ein paar deutliche Worte nicht schlecht. Geht es nach Lygaard, ist PES sowieso die bessere Simulation für alle Fußballvereine, da hier mit den echten Mannschaften und nicht mit Fantasie-Teams wie in FIFA gespielt wird. Lygaard ist davon überzeugt, dass kein Klub es gut finden könne, wenn seine eSportler mit den Spielern fremder Mannschaften antreten.

Die Gamer juckt das bisweilen wenig: FIFA 18 war das meist verkaufte Spiel in Europa in der zweiten Jahreshälfte 2017. Nichts, was das neue PES 2019 mitbringt, wird daran auch nur im Entferntesten etwas ändern können. Geld-verdien-Politik und stagnierende Entwicklung hin oder her.

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