Wo soll die Reise hingehen?

FIFA 18 Test Part 1: Ultimate Team

von Nicole Lange am 02.10.2017 um 17:04

Es sind nur vier Buchstaben, aber diese vier Lettern dominieren seit Jahren das virtuelle Fußball-Genre: FIFA. Der neuste Teil steht auch schon wieder seit Tagen an der Spitze der Vorbesteller-Charts. Ob der Hype um FIFA 18 gerecht ist, sagen wir euch in unserem Test, den wir in drei Teile aufsplitten: Ultimate Team, Karriere und die allgemeinen Neuerungen.

Was hat sich im FIFA Ultimate Team-Modus getan? Wir haben das FUT18 im Test.
Was hat sich im FIFA Ultimate Team-Modus getan? Wir haben das FUT18 im Test.
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Mit dem FIFA Ultimate Team-Modus (FUT) geht es seit FIFA 17 steil bergauf. EA SPORTS pusht den Modus ungemein und stellt ihn auch im eSport immer stärker in den Mittelpunkt. Doch FUT ist auch einer der umstrittensten Modi, denn vor allem auf technischer Ebene musste sich der Entwickler im letzten Jahr einiges von seinen Fans anhören. Was sich verändert hat und ob es sich in diesem Jahr wirklich lohnt, noch tiefer in den beliebten Modus einzutauchen, erläutern wir Euch hier.

Der Umfang von FUT ist in diesem Jahr ziemlich groß. Mittlerweile könnte man den Modus schon als eigenes Spiel im Spiel bezeichnen. In FIFA Ultimate Team geht es darum, sich ein Team mit seinen Traumspielern zusammenzustellen. Hierzu müsst ihr Kartenpacks mit der Ingame-Währung Münzen oder echtem Geld (FIFA Point) kaufen. Die Kartenpacks beinhalten Spieler, Team- und Verbrauchsobjekte. Diese sind in drei Klassen unterteilt: Gold, Silber, Bronze. Zwischenzeitlich gibt es hin und wieder besondere Karten zu speziellen Anlässen. Wer kein Pack-Glück hat, der kann sich seine Wunschkicker mit Münzen auch über den Transfermarkt kaufen.

FUT übernimmt das Ruder

Über die Jahre hat sich FUT laut EA SPORTS zum beliebtesten Modus im Spiel entwickelt. Was anfangs noch für Gelegenheitsspieler interessant war, wird nun auch seit zwei Jahren für eSportler immer interessanter. Ultimate Team ist seit 2017 die Anlaufstelle für die kompetitive Szene geworden. Viele offizielle Turniere werden mit dem Modus verknüpft. So hat die ESL Meisterschaft ebenso wie die Virtuelle Bundesliga oder der Interactive World Cup mittlerweile komplett auf den FUT-Modus umgestellt. Für EA SPORTS kann es also gar nicht besser laufen und so hat sich der Entwickler mit dem FICWC - der Klubmeisterschaft - sogar ein eigenes Turnier ins Haus geholt. Lukrativ ist das Geschäft mit den virtuellen Kickern also allemal. Jetzt muss EA diesen Schwung nur noch vergolden und das versucht der Entwickler mit jedem Jahr mehr.

Erneut ist die Jagd nach den guten Spielern eröffnet.
Erneut ist die Jagd nach den guten Spielern eröffnet.
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Dabei muss man vor allem darauf achten, dass EA nicht den Gelegenheitsspieler aus den Augen verliert, denn bereits jetzt können vor allem die Profis mit finanzstarken Sponsoren im Rücken wesentlich mehr in FUT investieren, was zeitnah zu besseren Spielern führt. Dass diese Schere nicht zu weit auseinandergeht, ist jetzt die Aufgabe von EA, denn die Gelegenheitsspieler haben den Modus vor Jahren so erfolgreich gemacht. Jetzt stellt sich die Frage, ob man vielen Spielern entgegenkommt, die wesentlich weniger ausgeben oder den finanzstarken Profis, die aktuell noch in der Unterzahl sind. Diesbezüglich hält sich jedoch EA bedeckt. In FIFA 18 kann man erste Ansätze sehen, dass der normale FUT-Spieler nicht vergessen wird.

Squad Battles für den "kleinen Mann"

So findet ihr jetzt einen neuen Modus im Menü, der sich "Squad Battles" nennt. Hier stehen in einem zeitlich festgesetzten Rahmen Matches zur Verfügung, die Ihr absolvieren könnt. Ihr müsst in diesen Battles gegen Mannschaften von anderen Spielern antreten. Die Teams sind unterschiedlich stark und je höher der Schwierigkeitsgrad, umso mehr Punkte bekommt ihr. Diese bestimmen am Ende auch Euren Rang. Je höher ihr im Rang steht, desto besser sind die Preise, die ihr nach Ablauf der Spielzeit bekommt. Wer sich nicht dem Druck der Online-Season oder gar der Weekend League stellen will, hat mit diesem Modus einen einfacheren Weg, schnell und nervenschonend an die begehrten Packs zu kommen. Insofern kann man bei den Squad Battles von einer sinnvollen Erweiterung sprechen.

Weekend League bleibt ein brutaler Marathon

In der angesprochenen Weekend League geht es nämlich hart zur Sache. Weiterhin bleibt es dabei: Wer die Daily Knockouts schafft, ist für die Weekend League qualifiziert. Viele scheitern aber schon daran. Wer es geschafft hat, muss über das Wochenende 40 Spiele schaffen, davon weicht EA nicht ab. Kritik gab es schon in FIFA 17,ob dieses Pensum nicht etwas zu straff ist, EA steht dem aber emotionslos gegenüber und prügelt die Spieler weiterhin durch den FUT-Marathon. Denn auch hier zählt jeder Sieg. Je höher ihr in den Rankings steigt, umso besser sind die Belohnungen. Wer hier einmal in die oberen Goldränge kommt, hat gute Zukunftsperspektiven. Dennoch ist es ein straffer Zeitplan, um die 40 vollzumachen. Die Begründung scheint schnell und einfach: Es ist nun mal ein anspruchsvoller Modus und für die Profis geht es auch um einiges, denn die Weekend League gilt als Sprungbrett, um sich für weitere Turniere zu qualifizieren.

Bundesliga weit vorn
FIFA 18: Die Top-Verteidiger im Spiel
FIFA 18: Die Top-Verteidiger im Spiel

Tore schießen ist zwar schön und gut, doch auch die Abwehr muss stehen, um ein Spiel zu gewinnen. Diese Aufgabe wird deutlich einfacher, wenn Ihr eines von diesen zehn Abwehrgenies in Eurem Team habt.
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Es treffen die harte Profiwelt und der normale Konsument aufeinander. Neben den Zielen sind auch die Voraussetzungen andere. Denn während manche eSportler bereits Teams mit Topstars haben, steht auf der anderen Seite der Gelegenheitsspieler mit einem Mittelklasseteam. Hier hätte man sich im zweiten Jahr durchaus überlegen können, ob man den Modus aufsplittet. Denn schon jetzt ist abzusehen, dass gut situierte Spieler davonziehen und die Teams der Superstars die Szene bestimmen. Auch wenn es viele Spieler dementieren, aber die Tatsache, dass ein Spieler mit einer 88er-Wertung besser ist als ein 75er-Spieler, ist nicht von der Hand zu weisen und das macht auch den Unterschied aus.

Hinzu hat es EA versäumt, die Preisentwicklung auf den Transfermärkten zu regulieren. Zwar bleiben die Preisspannen bestehen, dennoch sind Preise teilweise sehr willkürlich. Die Nachfrage bestimmt den Preis, was streckenweise zu exorbitanten Erhöhungen führt und das sogar bei normalen Bronzespielern. Eine entspanntere Preispolitik könnte es auch Anfängern ermöglichen bessere Spieler zu kaufen, ohne überteuerte Preise zu bezahlen, denn davor schützen die Preisspannen den Markt oftmals auch nicht.

Nachholbedarf gab es auch in den Suchfunktionen und manche Dinge sind immer noch nicht perfekt. Es sind oftmals die kleinen Dinge, die zu einer bessere Handhabung führen. So ist es nach wie vor nicht möglich, in der Transfermarktsuche nach Teamfitnesskarten zu suchen. Eine der wichtigsten Karten im laufenden Betrieb.

Champions Channel - schau mal wer das spielt

Ein weiterer neuer Modus ist der Champions Channel. Hier könnt Ihr Euch ausgesuchte Partien der eSportler ansehen. Wenn Ihr beispielsweise sehen wollt, wie Schalkes Tim Schwartmann gegen den FC Basel spielt, habt ihm Champions Channel die Möglichkeit dazu. Mit einem extra dafür eingerichteten Player sind die Partien genau nachzuvollziehen und wer sich die Tricks der Profis ansehen will, kann sich hier einiges abschauen. Es ist vor allem auch ein nettes Feature, um die eSportler weiter in Mittelpunkt zu rücken, denn im letzten Jahr lief das alles noch etwas unter dem Radar.

Neu in FUT: Der Champions Channel zeigt die Begegnungen bekannter FIFA-eSportler.
Neu in FUT: Der Champions Channel zeigt die Begegnungen bekannter FIFA-eSportler.
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Um dem entgegenzuwirken, steht im Menü auch eine Übersicht der anstehenden Competitions an. Wer bei der Virtuellen Bundesliga dabei sein will, muss sich ganz einfach nur über die Konsole anmelden und ist dabei.

Ansonsten ist der FUT-Modus inhaltlich relativ gleich geblieben. Online Seasons sind ebenso vorhanden wie die Einzelspieler-Modi. Diese Turniere werden allerdings von Jahr zu Jahr belangloser, denn die Preise sind nicht besonders attraktiv. Wenig nützliche Packs und die Münzgewinne sind auch überschaubar. Mehr lohnen kann sich dafür FUT-Draft. Online und offline können diese Turnier für 15.000 Münzen oder 300 FIFA Points (ca. 3 Euro) absolviert werden. Fünf Siege müsst Ihr schaffen, um die maximale Preisausbeute zu bekommen. In FIFA 17 rückte FUT-Draft etwas in den Hintergrund, da die Preise nicht mehr so attraktiv waren und qualitativ von denen in der Weekend League abgelöst wurden. Dennoch bleibt es ein schöner Mode, um relativ einfach an gute Packs zu kommen.

Spielerisch bietet FIFA Ultimate Team erneut eine Fülle an Modi, dennoch hätte es an einigen Stellen eine Überarbeitung vertragen können. Interessant dürfte vor allem die Ausrichtung sein, sodass nicht nur Spieler mit großen Investitionen vorankommen und die Kartenvielfalt den Markt nicht überflutet.

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