Der neue Teil im ausführlichen Test

FIFA 15 kommt im September - kicker eSport hat es angespielt!

von Nicole Lange am 11.06.2014 um 10:43

Viele Gerüchte und die ein oder andere Facebook-Meldung haben den Release-Schatten von FIFA 15 bereits vorausgeworfen. Jetzt hat EA SPORTS den neuen Teil der Fußballsimulation offiziell für die Xbox One, PlayStation 4 und den PC angekündigt. Mehr Animationen und ein überarbeitetes Gameplay soll das neue FIFA 15 noch authentischer machen. kicker eSport konnte es bereits anspielen! Ein ausführlicher Vorschaubericht...

Da fliegt der Rasen! FIFA 15 will auf den neuen Konsolen und auf dem PC grafisch alles rausholen. Ob es auch für die Xbox 360 und PS3 erscheint, ist bisher unklar.
Da fliegt der Rasen! FIFA 15 will auf den neuen Konsolen und auf dem PC grafisch alles rausholen. Ob es auch für die Xbox 360 und PS3 erscheint, ist bisher unklar.
© EA SportsZoomansicht

Mit FIFA 14 hat sich Entwickler EA SPORTS erstmals auf den neuen Konsolen austoben können. Features wie die IGNITE-Engine und eine Fülle an neuen Bewegungsabläufen machten FIFA 14 zum komplexesten Fußballspiel bis dato. Am 25. September erscheint nun FIFA 15, was die Rechenleistung der Xbox One und PlayStation 4 stärker denn je fordern soll. Ein authentisches Spielgefühl, mehr Emotionen und ein überarbeitetes Gameplay - die Entwickler haben sich viel für FIFA 15 vorgenommen.

Realismus ist das Stichwort

FIFA 15 soll sich noch mehr an den echten Fußball annähern und den Spielern so den Zugang erleichtern. Optisch funktioniert das auch schon sehr gut. Wir konnten den neuesten Teil der Fußballsimulation bereits anspielen und stellten fest, dass es viele Kleinigkeiten sind, die FIFA 15 am Ende aus grafischer Sicht noch ein Stück perfekter machen. Wenn der Ball gegen den Pfosten knallt und das komplette Tor oder das Netz erzittert; oder sich die Eckfahne mit bewegt, sobald ein Spieler sie streift, dann lässt das unser Fußballerherz schon etwas höher schlagen.

Einen weiteren hübschen Effekt stellt das neue Rasenmodell dar. Mit voranschreitender Spieldauer nutzt sich auch das virtuelle Grün ab. Grätschen, Schüsse oder Paraden des Torhüters ziehen in FIFA 15 den Platz in Mitleidenschaft. Dies zeigt sich auch bei nassem Wetter, wenn Matsch den Boden braun färbt und der Dreck beim Spielen spritzt. Die Beschaffenheit des Rasens soll aber auf das Ballverhalten oder die Spielereigenschaften keinen Einfluss haben. Schade eigentlich, denn das hätte noch mehr zum Realismus beigetragen.

Eine optische Verbesserung haben auch die Fußballstars genossen. Die Gestaltung des Körpers ist wesentlich athletischer. Die Spieler sehen nicht mehr so einheitlich gebaut aus und weisen Unterschiede im Schulter- und Taillen-Bereich auf. EA nennt das Ganze "Physically based Rendering". Selbst die Haarpracht der virtuellen Kicker sieht nicht mehr wie eine einheitliche Masse aus, sondern wippt locker mit der Bewegung des Spielers mit.

Schimpfen. Singen. Jubeln!

Ebenfalls überarbeitet wurde das persönliche Verhalten der Fußballer: Auf dem Platz sieht man jetzt beispielsweise wesentlich mehr Emotionen als es noch im Vorjahr der Fall war. Wenn ein Schuss danebengeht oder ein Pass schlecht gespielt wird, schimpfen und gestikulieren die Spieler intensiver als zuvor. Über 600 Emotionen wird es im Spiel geben und jeder der 22 Akteure auf dem Feld kann seinem Charakter entsprechend agieren. Auswirkungen auf die allgemeine Teamstimmung hat das zwar nicht, aber es sieht gut aus. Besonders stolz waren die Entwickler bei der uns vorgeführten Präsentation auf die neuen Torjubel, von denen es einige geben wird.

Eine stach dabei besonders hervor: Endlich können zehn Spieler gleichzeitig jubeln, sich übereinanderstapeln und das Tor zusammen feiern. "Das war früher ein großes Problem, denn sobald mehrere Spieler zusammenkommen und sich dann auch noch berühren, wird es schwer. Aber jetzt haben wir es geschafft", erklärt Creative Producer Sebastian Enrique. "Fußball ist eine der emotionalsten Sportarten der Welt. Angefangen bei den Fans und der Atmosphäre in den Stadien bis hin auf den Rasen zu den Emotionen der Spieler. Das war etwas, was wir unbedingt ins Spiel mit aufnehmen wollten", erzählt uns Senior Producer Nick Channon ergänzend. Es scheint den Entwicklern bisher auch gut zu gelingen. Nur der Trainer an der Seitenlinie sieht noch immer wie ein graues Kastenmännchen aus. Vielleicht legt EA hier aber auch noch einmal Hand an.

Athletischer als in FIFA 14: Clint Dempsey in FIFA 15
Athletischer als in FIFA 14: Clint Dempsey in FIFA 15.
© EA Sports

Dafür wurden aber die Fans auf den Tribünen noch einmal überarbeitet: So sieht man neue Choreografien und hört Fangesänge durch das Stadion peitschen. Dabei soll das Verhalten der Fans noch größere Unterschiede aufweisen, als es in FIFA 14 der Fall war und stärker auf die jeweiligen Regionen passen. Fans an der Anfield Road in Liverpool haben beispielsweise andere Traditionen als die Fans im La Bombonera in Buenos Aires. Die Aktionen auf den Tribünen werden dann auch von den Moderatoren kommentiert, die in der deutschen Version wieder von Frank Buschmann und Manfred Breuckmann dargestellt werden.

Neben den grafischen Veränderungen haben die Entwickler für FIFA 15 noch einiges am Gameplay geschraubt. Genau an diesem Punkt stellt sich die größte Hürde, denn nicht in jedem Jahr wird man eine derartige Weiterentwicklung vornehmen können, wie es beim Sprung von FIFA 13 auf FIFA 14 der Fall war. "Die größte Herausforderung ist es, das Spiel in einem Jahr so stark zu verändern und gravierende Neuerungen einzubauen, dass die Leute davon überzeugt sind, dass sich der Kauf des neuen Spiels auch lohnt", erklärte Kantcho Doskov, Gameplay Producer bei EA Canada damals zum Release von FIFA 14.

Mit FIFA 15 ist es nicht anders, und in den ersten Minuten scheinen die Änderungen an dem Spielverhalten und der Steuerung eher leichter Natur. In unserer ersten Anspielsession zeigte sich erst nach einigen Minuten, wie weit die Gameplay-Änderungen wirklich gehen. In FIFA 14 haben sich viele Spieler über die Ecken und Flanken aufgeregt, da sie oftmals zu Toren führten. In FIFA 15 merkt man sofort, dass EA diese Problematik angegangen hat. Jetzt benötigt der Flankengeber schon ein sehr gutes Timing, um den Ball in die Richtung seines Mitspielers zu schlagen. Auch der lange Flankenwechsel oder lange Pässe in den Lauf sind deutlich schwerer zu spielen.

Von Ballstafetten und Ganzkörper-Grätschen

Aufgrund der neuen zusätzlichen Animationen wirkt das Spiel auch etwas langsamer und die Kontrolle fällt anfangs schwermütig aus, da jetzt immer noch ein Schritt oder eine Bewegung mehr gemacht wird und somit die Reaktionszeit des virtuellen Kickers etwas länger ist. Das hat jedoch positive Auswirkungen auf die Präzision bei Dribblings und der Ballbehandlung in engen Räumen. Vor allem bei Spielern wie Ronaldo oder Messi (alle mit guten Dribble- und Sternewertungen ausgestattet) soll die überarbeitete Biomechanik spürbare Einflüsse auf das Ballgefühl am Controller haben. Überaus interessant ist auch das sogenannte "Run Touch Dribbling" - schnelle Spieler wie Gareth Bale können ihre Mitspieler innerhalb von Sekunden überlaufen, ohne dabei den Ball zu verlieren.

Das ist auch in FIFA 15 das Ziel: Die Möglichkeit, mit schnellen Spielern im vollen Sprint den Ball trotz des hohen Tempos nah am Fuß zu führen, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Es handelt sich jedoch um eine Zusatzeigenschaft, die nicht alle Fußballer umsetzen können. Daher wird sich erst später zeigen, ob dieser Vorteil starke Auswirkungen auf das Spiel hat. Teams wie Real Madrid könnten allerdings durch diese Vorzüge schnell unbesiegbar werden und ein Ungleichgewicht hervorrufen.

Um diesen überragenden Spielern auch in der Defensive etwas entgegensetzen zu können, hat EA SPORTS die Ganzkörper-Defensive in FIFA 15 ausgearbeitet. Hat ein Abwehrspieler die entsprechenden Werte, kann er sich im Tackling besser behaupten und seinen ganzen Körper noch stärker einsetzen. Das war zwar auch schon in FIFA 14 möglich, doch da landete selbst nach einem erfolgreichen Tackling der Ball öfters wieder beim Gegner. Wenn der Abwehrspieler jetzt in den Zweikampf geht und das Duell für sich entscheidet, besteht eine große Chance, dass er auch den Ball gewinnt. Zusätzlich wird es noch weitere kleine Abwehraktionen geben, die den Zweikampf beleben und auch optisch interessanter machen sollen.

Taktische Feinheiten und sinnvolle Ergänzungen

Messi wieder auf dem FIFA 15 Cover? Noch sind die Artworks nicht final.
Messi wieder auf dem FIFA 15 Cover? Noch sind die Artworks nicht final.
© EA SportsZoomansicht

An der taktischen Ausrichtung wurde in FIFA 15 ebenfalls gearbeitet, und die fordert vor allem die künstliche Spielerintelligenz (KI). Mit neuen Team-Taktiken kann die Mannschaft der jeweiligen Spielsituation noch präziser angepasst werden. So lässt sich beispielsweise der "Befehl" zum Zeitspiel geben und die Mannschaft versucht den Ball an der Eckfahne zu halten oder ihn anders zu sichern. Liegt man hingegen noch in der 88. Minute zurück, kann man die Anweisung geben, alles nach vorne zu schicken, um weite Bälle hoch in die gegnerische Hälfte zu schlagen. Wie gut das am Ende im Spiel funktioniert, bleibt abzuwarten. Gegen den Computergegner könnten diese Taktiken aufgehen. Ob es im eSport ein Vorteil sein wird, muss sich erst zeigen. Die Aktionen dürfen dann nicht vorhersehbar sein. Erfahrene FIFA-Spieler werden es wissen: Mit der Zeit merkt man gewisse Mechanismen und wiederkehre Muster.

In FIFA 15 sollte sich durch eine umfangreichere Taktikeinstellung der Spielaufbau wesentlich dynamischer gestalten und schwerer für den Gegner zu errechnen sein. Wenn sich das bewahrheitet, kann man sich auf interessante Partien freuen. Freuen dürften sich auch die Spieler, die sich bei Einwürfen und Ecken mehr Kontrolle über die Mitspieler gewünscht haben. In FIFA 15 lassen sich jetzt die Laufwege eurer Teammitglieder durch den rechten Stick bei einem Einwurf oder einer Ecke steuern. In FIFA 14 wurde das noch von der KI übernommen und sorgte oftmals für ein Durcheinander und unpräzise Einwürfe.

Gute Aussichten!

FIFA 15 legt in diesem Jahr ganz klar den Schwerpunkt auf eine starke optische Verpackung. Bereits in dieser frühen Version macht das Spiel grafisch einiges her. Besonders wenn man bedenkt, was noch kommt. Das Gameplay an sich wirkt dagegen etwas vernachlässigt und es bleibt zu hoffen, dass es den guten Gedanken von FIFA 14 weiterträgt und nicht zu stark in den Arcade-Stil von EA SPORTS FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014 abdriftet. Offene Fragen bleiben allerdings: Wird die KI der Mitspieler noch weiter verbessert und das nicht nur auf taktischer Ebene? Was wird aus dem Ultimate Team Modus? Kommen neue Ligen? Diese Fragen sind nach wie vor unbeantwortet. Nach unseren ersten Spielstunden bleibt jedoch ein sehr positiver erster Eindruck zurück!


FIFA 15 Infos im Überblick:

Publisher: Electronic Arts
Entwickler: EA Canada
Release: 25. September
Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, PC
Spieleranzahl Multiplayer Online: 1-22
Spieleranzahl Multiplayer Offline: 1-4 (PS4); 1-4 (Xbox One); 1-4 (PC)

Spielszenen vom neuen Teil der FIFA-Reihe
FIFA 15: Mit Sinn für Details und ohne Bengalos
Der Floh in Aktion

Grafisch sehen die Spieler in FIFA 15 wesentlich athletischer aus.
© EA Sports

vorheriges Bild nächstes Bild

Bis jetzt gibt es noch keine Kommentare zu diesem Beitrag.
Seien Sie der Erste und kommentieren Sie jetzt!

 

kicker eSport-Freunde auf Facebook

Schlagzeilen


Kontakt | Impressum | Mediadaten | AGB | Datenschutzhinweis | Nutzungsbasierte Online-Werbung

Weitere Angebote des Olympia-Verlags:
alpin.de | olympia-verlag.de