Vorstand des Hamburger SV im Interview

Was HSV-Boss Hoffmann über eSport denkt

von Christian Mittweg am 26.12.2018 um 12:12

Was unterscheidet eSportler von Fußballern beim Hamburger SV? Welche Chancen sieht der Verein und wie sehen Bernd Hoffmanns Erfahrungen mit dem zukunftsweisenden Thema aus? Dies und noch mehr beantwortete uns der HSV-Vorstandsvorsitzende im Interview.

Bernd Hoffmann
HSV-Vorstand Bernd Hoffmann sieht im eSport eine gute Ergänzung zum Fußball.
© kicker eSportZoomansicht

Im Zuge des HSV eChampions Cup trafen sich am Abend des 20. Dezembers mehrere HSV-Funktionäre, die drei eSportler des Klubs sowie zehn ambitionierte FIFA-Spieler im Volksparkstadion. Der Nachwuchs wollte vor den Augen der Profis zeigen, was sie an der Konsole draufhaben und sich damit für zukünftige Aufgaben empfehlen. Ebenfalls anwesend war der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann, der sich bereitwillig den Fragen rund ums eSport-Engagement beim HSV stellte.

Wie gefällt Ihnen das eSport-Event beim HSV?

Es ist so, wie ich das erwartet habe - eine intensive Stimmung, völlig anders als in einem Fußballstadion. Es ist ganz ruhig, bedächtig, aber sehr intensiv und fokussiert auf das, was passiert.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit eSport gemacht?

Die intensivste Erfahrung mache ich eigentlich fast jeden Tag, wenn meine drei Söhne im Alter zwischen 14 und 18 die ein oder andere Stunde an der Konsole verbringen - und das ganz besonders in FIFA. Insoweit müssen wir uns damit auseinandersetzen, weil das ist eine Sportart ist, mit der wir gerade die jüngeren Zielgruppen erreichen und das erfahre ich an lebendigem Leibe.

Wann kam das Thema eSport zum ersten Mal auf Ihren Schreibtisch?

Das ist tatsächlich schon ein paar Monate her und das waren ein paar überzeugungskräftige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die gesagt haben: Pass mal auf, das ist ein Weg, wie wir junge Zielgruppen erreichen können. Das ist ein Weg, wie wir kommunizieren auf den Social-Media-Kanälen können. Und von daher war ich dann auch relativ schnell begeistert und wir haben es umgesetzt.

Haben Sie sich schon ausgiebig mit Ihren drei eSportlern unterhalten und welchen Eindruck haben Sie von den Dreien?

Klar, als wir angefangen haben hier mit unserem eSport-Engagement, haben wir zu viert gespielt - also die drei Profis und ich. Ich bin sozusagen mit durchgezogen worden, was ganz gut war. Auch mir hat es ein Stück weit Spaß gemacht und deswegen bin ich auch gerne hier und schaue mir das an.

Was unterscheidet einen eSportler von ihren Spielern, die bei Ihnen normalerweise auf dem Platz stehen?

Ich glaube, beide sind total intensiv beschäftigt mit ihrer Sportart. Sie sind fokussiert, trainieren hart, um erfolgreich zu sein. Natürlich ist es so, dass körperlich der reale Fußball deutlich anspruchsvoller ist, die mentale Anstrengung ist bei einem eSportler sicherlich größer.

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass wir mit unserer Entscheidung, uns im eSport zu engagieren, richtig liegen.Bernd Hoffmann

Wie müssen sich eSportler abseits des Platzes verhalten, um sich dem HSV zu empfehlen?

Das ist natürlich das, was wir von allen unseren Spielern und Mitarbeitern rund um den HSV erwarten. Das bedeutet Leidenschaft für den HSV, für jeden, der sich mit dem HSV beschäftigt. Teamfähigkeit, das ist besonders wichtig und merken wir auch hier - und der unbedingte Wille zu gewinnen. Das unterscheidet die eSportler nicht vom normalen Spieler.

Welches Resümee ziehen Sie aus diesem Event?

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass wir mit unserer Entscheidung, uns im eSport zu engagieren, richtig liegen. Es ist eine schöne Ergänzung zu unserem natürlich wichtigsten Kerngeschäft, nämlich Fußballspiele auf dem Rasen zu gewinnen. Ich glaube, dass die Bedeutung des eSports wachsen wird und bin froh, dass wir ein Teil davon sind.

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