Creative Director über Entwicklung

FIFA 19: eSport oder Mainstream? "Müssen auf alle eingehen"

von Holm Kräusche am 13.09.2018 um 14:53

In FIFA 18 fällte EA SPORTS eine folgenschwere Entscheidung: Das frisch veröffentlichte Spiel wurde wegen einer großen Spielerresonanz gepatcht, sehr zum Unmut vieler eSport-Profis. Wir wollten von Matt Prior wissen: Richtet sich FIFA 19 eher nach den Wünschen der Profis oder des Mainstreams?

Richtet sich das neue FIFA 19 eher an Profis, die einen Ronaldo im Team brauchen, oder an Casual-Spieler die The Journey zocken wollen?
Richtet sich das neue FIFA 19 eher an Profis, die einen Ronaldo im Team brauchen, oder an Casual-Spieler die The Journey zocken wollen?
© kicker eSportZoomansicht

Damals vereinfachte EA die Verteidigung, nachdem Spieler zuvor viel stärker aktiv eingreifen mussten. Jener Umstand führt zur aktuell höchst intensiven Twitter- und YouTube-Posts unterschiedlicher Influencer, die zu Vorab-Events von EA eingeladen wurden. Sie sehen die Notwendigkeit, sich schützend vor EA zu stellen und darauf zu verweisen, dass der Entwickler ja eigentlich schon einmal ein hervorragendes Spiel entwickelt habe, das nur kaputt gepatched worden sei. Wir wollten von EA wissen, wird sich FIFA 19 nun eher an den Mainstream oder an eSport-Profis richten?

"Wir müssen für beide etwas tun. eSport ist ein großer und wichtiger Bereich, es wächst und wir sehen große Zuschauerzahlen dafür. Es kommt sogar im Fernsehen. Andererseits gibt es eine Menge Leute, die mit eSport nichts am Hut haben und auch niemals das Level an spielerischen Können erreichen werden, das benötigt wird, um im eSport mitzumachen. Es ist wichtig, sich auch um diese zu kümmern", sagt Matt Prior, EA SPORTS Creative Director.

Ebenso wie im Karrieremodus stellt sich hier eine weitere Herausforderung: Man habe eine "breit gefächerte Spielerschaft" und das führe zu Problemen. Um wen soll man sich zuerst kümmern, welche Wünsche zuvorderst erfüllen? "Für uns ist es wichtig, dass wir auf wirklich alle eingehen", sagt Prior, findet aber dennoch eine Priorität: "Offensichtlich ist es besonders wichtig, dass wir auf die eingehen, die noch nie FIFA gespielt haben. Irgendwann war irgendwer mal neu in FIFA. Wenn wir weiter wachsen wollen, ist es wichtig, dass wir das Spiel ganz neuen Spielern nahe bringen und es schaffen, sie ins Spiel zu bekommen."

In der Tat sollten Neulinge mit The Journey beginnen, um Frust zu vermeiden. Natürlich hat EA es nicht versäumt, enge Verknüpfungen zwischen dem Story-Modus und FIFA Ultimate Team zu schaffen, der Spielform, die dem Spielehersteller das meiste Geld einbringt.

Versorgung für alle

Prior benutzt sehr gerne das englische Wort "to cater", was übersetzt eigentlich "sorgen" oder "bewirten" bedeutet. Es kann allerdings auch mit "auf jemanden eingehen" übersetzt werden. Sein Hauptziel drückt der Creative Director so aus: "Wir müssen auf alle eingehen." Der Sinn dahinter ist klar: Nur wenn FIFA möglichst viele Zielgruppen "bewirten" kann, wird das Spiel als erfolgreich eingestuft. Das ist auch der Grund, warum es jedes Jahr nur wohldosierte Neuerungen gibt - es gibt einfach zu viele Interessen: "Das ist eine Herausforderung, weil unsere Ressourcen und Zeit nicht unendlich sind. Wir bringen FIFA jährlich heraus, also haben wir immer nur eine bestimmte Zeit und Budget zur Verfügung."

Jährliche Prioritäten-Liste

In seinem Team wird einmal im Jahr eine Konferenz abgehalten und dort entschieden, welche Prioritäten für das kommende Spiel angegangen werden: "Das ist Teil unserer Arbeit, sicherzustellen, dass wir eine Prioritätenliste abliefern, die allen etwas bietet, egal ob es Profi-Spieler sind oder Leute, die noch nie FIFA gespielt haben. Das werden wir auch weiterhin tun. Wir werden uns nicht nur auf die Core-Jungs konzentrieren oder die Casuals. Wir werden weiterhin für jeden entwickeln."

Sollte also gerade Euer gewünschtes Feature dieses Jahr nicht auf der Liste gestanden haben, teilen Euer Interesse einfach nicht genügend Leute oder es dient keinem höheren Zweck, wie der Heranführung neuer Spieler oder dem Verkauf von Packs. Allerdings hat FIFAs Community Manager Corey Andress stets betont, dass jeder ihm auch in solchen Fällen schreiben könne. Er und sein Team haben ein offenes Ohr für Wünsche und Vorschläge. Finden könnt Ihr ihn auf Twitter. Teilen dann genug Spieler Euren Wunsch, kommt er vielleicht auf Matt Priors Prioritätenliste - im nächsten Jahr.

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