FIFA Marketing Direktor spricht über Vergangenes und Zukünftiges

Pathy: "FIFA kann von Overwatch lernen"

von Christian Mittweg und Holm Kräusche am 14.08.2018 um 17:31

Vor 14 Jahren richtete die FIFA zum ersten Mal einen eSport-Wettbewerb aus. Seitdem hat sich eine Menge verändert. FIFA Marketing Direktor Jean-Francois Pathy verrät mehr über die Entwicklung und warum Blizzards Overwatch ein Vorbild ist.

Marketing Direktor Jean-Francoise Pathy gibt einen Einblick in die Pläne der FIFA.
Marketing Direktor Jean-Francoise Pathy gibt einen Einblick in die Pläne der FIFA.
© FIFA / picture allianceZoomansicht

"Wir waren offen und haben es probiert", mit diesen Worten blickt FIFA Marketing Direktor Jean-Francois Pathy in die Vergangenheit. Er erinnert sich noch ganz genau. Zu Beginn war die Partnerschaft zwischen EA SPORTS und der FIFA nur als Lizenzgeschäft gedacht. Laut Pathy war aber auch die Veranstaltung eines Wettbewerbs für die besten Zocker Teil der Abmachung. Und so kam es, dass 2004 der erste FIFA Interactive World Cup (FIWC) durchgeführt wurde.

"So gesehen waren wir damals visionär, indem wir aus einem Produkt ein Event gemacht haben", blickt Pathy zurück und erzählt weiter: "Niemand hätte erwartet, dass wir in 14 Jahren hier sind und ein Event in der 02 Arena ausrichten."

Die vergangen 14 Jahre hat sich die FIFA immer mehr dem Thema eSport geöffnet. "Es galt eine Menge zu lernen", weiß auch Pathy. Mit der Zeit hat er sich viel Wissen über die eSport-Szene und auch FIFA angeeignet. "FIFA ist immer auf der Kante. Es wird nicht vollständig als eSport angesehen, aber das ist okay für uns. Wir sind anders." Aus seiner Sicht ist der FIFA-eSport ein Teil von Fußball, so wie es auch die FIFA-Weltmeisterschaft ist. Der Großteil aller FIFA eSport-Fans guckt auch Fußball und im Gegenzug spielen eine Menge Fans, aber auch Profis, die Fußballsimulation.

Wunsch auf Diversifizierung

Im Hinblick auf die Zukunft und das gerade erst abgeschlossene FeWC Grand Final hat Pathy vor allem einen Wunsch: "Wir wollen Spieler von noch mehr Nationen sehen. Ich fände es klasse, wenn jeder Kontinent vertreten ist." Dieses Jahr gab es beispielsweise keine Teilnehmer aus Afrika und auch Australien, Nordamerika, Südamerika und Asien kamen zusammengenommen nur auf sechs Spieler.

Deutschland alleine hatte mit acht Profis mehr vor Ort. Bezüglich des Teilnehmerfelds hat Pathy noch ein weiteres Anliegen: "Es ist schade, dass es dieses Jahr keine Frau bis zum Finale geschafft hat." Gleichzeitig stellte der Marketing Direktor klar, dass es keine Frauen-Quote geben wird.

Immerhin ist die FIFA stolz darauf, dass der FeWC ein offener Wettbewerb ist, bei dem einzig die Fähigkeiten an der Konsole und die Passion zum Spiel zählen. Dennoch ist sich Pathy sicher: "Das wird mit der Zeit kommen. Wir sind seit 2004 dabei, haben nie etwas überstürzt und werden auch jetzt nicht damit anfangen."

Zuschauererlebnis verbessern

Ein zweiter Bereich, an dem die FIFA noch arbeiten will, ist das Online-Zuschauererlebnis. Vorbild hierfür ist ein anderer eSport-Titel: "Overwatch hat das sehr gut hingekriegt, davon können wir lernen." Die Einflüsse des Shooters von Blizzard waren schon dieses Jahr zu spüren. Das Stream-Feature, wodurch Spieler durch Zugucken mit FUT-Karten belohnt wurden, existiert in ähnlicher Form auch in der Overwatch League.

Beeindruckende Kulisse beim FeWC Grand Final in London.
Beeindruckende Kulisse beim FeWC Grand Final in London.
© FIFAZoomansicht

Hier werden selbstverständlich keine Karten, sondern Tokens, die im Spiel gegen Gegenstände eingetauscht werden können, verteilt. Das ist aber nicht das einzige Feature für die Zuschauer. Mit der Twitch-Währung Bits werden in der Overwatch League zudem die Lieblingsteams angefeuert. So etwas könnte zukünftig auch in FIFA eingeführt werden.

Bei Themen wie dem Zuschauererlebnis wird klar, als Marketing Direktor behält Pathy immer einen Blick auf die wirtschaftliche Seite. Das junge Publikum ist von einem Business-Standpunkt aus sehr interessant und sollte genügend Sponsoren anlocken. Im Moment sieht die FIFA aber noch Handlungsbedarf, dies in Zukunft besser zu machen. Dafür soll möglichst die Zuschauerschaft vor den Bildschirmen gesteigert werden.

Pathy ist klar: "Es wäre unrealistisch zu glauben, dass wir jemals ein Stadion mit 80.000 eSport-Fans füllen." Das wurde auch dieses Jahr wieder deutlich. Obwohl in die 02 Arena tausende Zuschauer passen, waren nicht annähernd alle Sitze gefüllt. Online verbucht die FIFA dagegen einen großen Erfolg. Einen Anstieg der Zuschauerzahlen von 400 Prozent gab die FIFA offiziell bekannt. Hilfreich dafür war auch die Vorstellung ein paar neuer FIFA 19-Features durch bekannte YouTuber.

Neben all dem Zahlenwahnsinn stellt Pathy eine Sache jedoch klar: "Bei Events wie dem FeWC erwarten die Leute, dass der Wettbewerb zwischen den besten Spielern im Vordergrund steht. Wenn wir professionell agieren wollen, dann muss das spielerische Können an erster Stelle stehen."

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© EA SPORTS

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