FIFA-Profi wünscht sich eSport-Modus

"Damit mehr Leute Geld reinstecken" - "Mo" über FIFA

von Holm Kräusche am 05.07.2018 um 09:09

FIFA ist zu einfach. So die These vieler eSportler. Skill-Unterschiede werden durch die Unterstützung des Spiels verschwindend gering und nur wer die Topkarten besitzt, kann auf der höchsten Ebene mithalten. FIFA-Profi Mohammed 'Mo' Harkous analysiert nüchtern, worin EAs Ziel besteht und äußert einen konkreten Wunsch für FIFA 19.

'Mo' Harkous hat sich in den Playoffs durchgesetzt. Hier spricht er über Probleme in FIFA 18 und seine Wünsche für den nächsten Teil.
'Mo' Harkous hat sich in den Playoffs durchgesetzt. Hier spricht er über Probleme in FIFA 18 und seine Wünsche für den nächsten Teil.
© EA SPORTSZoomansicht

Während der FIFA 18 Global Series Playoffs in Amsterdam ließen sich manche Ungereimtheiten beobachten. Spiele in denen alles schief ging, 99iger-Kicker, die den Ball nicht mehr im Netz unterbringen konnten und immer wieder der Anstoßbug. Der egalisierte so einige hart erkämpfte Führungen. Die Kritik vieler Profis: FIFA ist zu sehr Glücksspiel, zu einfach und zu wenig skilllastig.

Mohammed 'Mo' Harkous war mittendrin, der Profi von Team expert ist seit Jahren an der Weltspitze dabei. Für ihn sind die Fehler zahllos: "Es gibt eigentlich 1.000 Sachen, die EA besser machen sollte", sagt er und betrachtet die Interessen von EA SPORTS ganz nüchtern: "Ich weiß schon, dass das schwer ist für die. EA überlegt sich: Für wen machen wir das Spiel, für die Profis oder für die Normalen. Da verstehe ich schon, dass sie das Spiel ein bisschen einfacher machen, damit viel mehr Leute spielen und viel mehr Geld reinstecken."

Playoffs = Werbeshow

Auch die Playoffs, bei denen Harkous seinen Platz in der WM verdiente, waren im Stream einmal mehr eine riesige Werbeshow. Moderatoren und Kommentatoren wurden nicht müde, die besten und teuersten Karten immer wieder anzupreisen. Zusätzlich gab es für alle Zuschauer seltene Kicker zu gewinnen, von denen EA logischerweise aber nur wenige verteilte. Der Twitch-Chat legte nahe, dass ein Großteil der Zuschauer genau wegen dieser "Drops" eingeschaltet hatte. eSport scheint damit zum Vehikel für EA zu werden. Das Ziel: Die (teuren) Icons weiter bewerben.

Gute virtuelle Kicker sichern Preisgelder

Die Profis selbst sind allerdings die besten Kunden bei EA. Einige stecken tausende Euro in das Spiel, um mit möglichst guten Mannschaften antreten zu können. Gerade zu Beginn der Saison ist dieser Unterschied immens. Später bauen die Klubs schonmal schnell einen neuen Xbox-Spieler mit viel Geld auf. Denn alle wissen: Gute virtuelle Abbilder sichern den Profis die Preisgelder. Der 99er-Ronaldo trifft aus fast allen Lagen, ein Timo Werner muss da schon gut stehen und den Ball ordentlich treffen. Jeder, der schon einmal mit einer Leihlegende gespielt hat, weiß das.

Auch in der Verteidigung hängt viel von der Spielintelligenz der Mannen ab, die gerade nicht vom Spieler aktiv gesteuert werden. Wer die KI zu seinem Vorteil nutzen kann, hat die Nase vorn. "Deswegen wünsche ich mir noch einen eSport-Modus, für alle Profis und die die es werden wollen", sagt Harkous, "ein etwas schwierigeres Spiel, sodass wir unsere Gegner auch besiegen können, wenn wir besser sind." Das wäre nicht nur wünschenswert, wie Mohammed Harkous es ausdrückt, sondern unerlässlich für einen ernstzunehmenden eSport.

Video zum Thema
Die optimalen Einstellungen für die Equipe Tricolore- 01.07., 12:50 Uhr
FIFA 18 WM: Die beste Aufstellung für Frankreich
Unser FIFA-Coach 'Bono' geht diese Woche auf die französische Nationalmannschaft ein. Besonders im Mittelfeld haben die Franzosen viele Optionen. Wen Ihr am besten aufstellt und wer anstelle von Dembélé im Sturm steht, seht Ihr im Video.
Alle Videos in der ÜbersichtAlle Videos per RSS

Social Media

FacebookInstagramTwitterYouTube


Schlagzeilen


Kontakt | Impressum | Mediadaten | AGB | Datenschutzhinweis | Nutzungsbasierte Online-Werbung

Weitere Angebote des Olympia-Verlags:
alpin.de | olympia-verlag.de