Ein Zweitligist hält die Fahne hoch

FUT Champions: Die deutsche Bilanz aus Manchester

von Nicole Lange am 18.04.2018 um 12:15

Vor zwei Jahren war der deutsche FIFA-eSport international kaum erwähnenswert. Jetzt haben sich die Spieler der Weltmeisternation auch im virtuellen Fußball zu einem echten Titelfavoriten entwickelt. Den erneuten Beleg lieferte der zweite FUT Champions Cup. Unsere Bilanz nach Manchester.

Die Bilanz der Deutschen beim FUT Champions Cup war bisher sehr zufriedenstellend. Nur die Vereine schwächelten in Manchester.
Die Bilanz der Deutschen beim FUT Champions Cup war bisher sehr zufriedenstellend. Nur die Vereine schwächelten in Manchester.
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Deutschland hat international aufgeholt und damit trifft die Prognose von Mohammed Harkous zu, der uns schon in einem Interview vor ungefähr zwei Jahren geweissagt hat, dass die deutschen Spieler durchstarten. Mittlerweile ist die Entwicklung des deutschen FIFA-eSports auch nicht mehr zu übersehen. Schon im FUT Champions Cup in Barcelona war das Teilnehmerfeld gut bestückt und auch in Manchester zeigte die Bundesrepublik, dass man auch um die großen Titel mitspielen und sogar gewinnen kann.

Aus Deutschland waren 27 Spieler in Manchester - 27 von insgesamt 128. In Barcelona waren es 35, zusammengefasst also kein schlechter Schnitt bisher. In der Manchester-Gruppenphase, welche im Swiss-System ausgetragen wurde, zeigten sich vor allem PS4-Spieler in guter Form. Tim Katnawatos vom FC Basel schaffte das beste Ergebnis aus deutscher Sicht und holte sechs Siege bei nur einer Niederlage. Im 5:2-Rating standen gleich vier Spieler und auf der Xbox One mit Niklas Raseck zumindest noch einer. In den Playoffs gab es dagegen oft Lospech. Dreimal gab es in der ersten Playoff-Runde ein Deutsch-deutsches Duell, was auf der Xbox für Fabian De Cae von FUTWIZ ziemlich böse gegen Michael Bittner vom VfL Bochum ausging. Mit 9:1 kickte 'MegaBit' De Cae aus dem Turnier. Am interessantesten waren aber die Partien, in denen sich die deutschen eSportler mit der internationalen Konkurrenz messen müssen.

Nach wie vor stellen sich die Trainingsbedingungen zwischen den Ländern als schwierig heraus. Das liegt vorwiegend daran, dass es keine Trainingsserver gibt, auf denen eSportler ohne Probleme gegen Spieler aus nicht europäischen Ländern antreten können. Trainingsspiele werden daher immer nur innerhalb der europäischen Elite abgehalten. Keine schlechte Ausgangsposition, aber wenn Spieler aus den USA, Saudi-Arabien oder Kolumbien kommen, sind die meistens kaum im Raster. Ähnlich zeigte es sich auch in Manchester. Den Sieger Mosaad 'Msdosary' Aldossary hatte bisher kaum einer auf dem Schirm und wusste wenig über den Mann aus Saudi-Arabien. Den Überraschungsmoment hatten aber auch die Deutschen auf ihrer Seite.

Niklas Raseck, Yannick de Groot oder Philipp Schermer waren im internationalen Teilnehmerfeld eher unbekannt. Raseck, der auf nationaler Ebene schon ein alter Hase ist und die Virtuelle Bundesliga bereits schon mal gewonnen hat, scheint der Wettbewerbsmodus zu liegen. Egal ob VBL, FeWC oder Champions Cup - Raseck spielt nicht nur mit, sondern ist sogar immer ein Titelkandidat. Obwohl ihm seine Emotionen manchmal noch im Wege stehen, zeigt der 19-Jährige, dass er immer ein Wörtchen mitreden kann.

Die Vereine tun sich schwer

Anders als im echten Fußball sind die großen Fußballvereine im eSport noch nicht die tonangebende Macht. Da wirkt es fast schon ironisch, dass ein Zweitligist auf der Xbox am weitesten gekommen ist. Michael Bittner schürte bis ins Viertelfinale die Hoffnung vom VfL Bochum. Im Achtelfinale kickte Bittner mit Javier Munoz Cordoba einen Titelfavoriten aus dem Turnier und scheiterte nur knapp am Kanadier Nawid Noorzai. Im ersten Spiel hatte der Deutsche es hergegeben. Das 1:4 konnte Bittner nicht mehr aufholen. Dennoch muss man sagen, dass Bittner als Einziger einen deutschen Verein unter den besten Acht repräsentierte. Einzig Kai Wollin war noch als Deutscher mit Manchester City vertreten und dem schien das Karma nur wenige Meter vom Old Trafford eingeholt zu haben, denn für ihn war im PS4-Halbfinale Schluss. Die meisten Spieler aus Manchester waren allerdings schon für die Global-Play-offs qualifiziert, weshalb vielleicht auch der letzte Wille nicht mehr ganz so da war. Eines sollte aber nach den Cups in Manchester und Barcelona offensichtlich sein: Der deutsche FIFA-eSport hat sich weiterentwickelt und das zeigt sich nun auch endlich in den Turnieren wieder. Eine positive Bilanz also und ein Einbruch scheint nicht in Sicht.

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