'Dr. Erhano' und 'Lutt-1' über ihre Wechsel

FIFA vs. PES: Zwei Profis wechseln die Seiten

von Holm Kräusche am 27.10.2017 um 12:21

PES 2018 und FIFA 18 starteten mit Problemen in die eSport-Saison. Konami hat die nationalen Turniere brutal zusammengestrichen und EA SPORTS verändert aktuell in FIFA mit jedem Patch das Gameplay drastisch. Kein leichtes Pflaster für die Profis. Lohnt sich da gerade jetzt ein Wechsel? Wir haben bei zwei Gamers nachgefragt, die es wissen müssen: Denn 'Dr. Erhano' und 'Lutti-1' haben eben erst die Spiele gewechselt.

Zwei Profis in neuer Profession: 'Dr. Erhano' (li.) und 'Lutti-1' wechselten zwischen FIFA und PES.
Zwei Profis in neuer Profession: 'Dr. Erhano' (li.) und 'Lutti-1' wechselten zwischen FIFA und PES.
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Matthias 'Lutti-1' Luttenberger und Erhan 'Dr. Erhano' Kayman kennen und schätzen sich. Der eine ist seit Jahren in der PES-Szene aktiv, der andere ist gestandener FIFA-Veteran und war bereits deutscher Meister. Sie beide eint allerdings, dass sie vor langer Zeit auch schon einmal den anderen Titel gespielt haben. Zu diesen Wurzeln kehren sie nun zurück. Der Österreicher 'Lutti-1' ist gerade sehr öffentlichkeitswirksam auf FIFA umgestiegen. 'Dr. Erhano' hingegen hatte vor der aktuellen Saison bereits angekündigt, er wolle 2018 sowohl in PES als auch in FIFA aktiv sein.

"Aktuell spiele ich beides, allerdings liegt der Fokus zunächst auf FIFA. Derzeit versuche ich einfach in PES das eine oder andere Spiel zu absolvieren, um mich auch daran zu gewöhnen. Zur zweiten Season werde ich dann in PES voll angreifen!"

Luttenberger hingegen bricht vollends mit dem Spiel, das ihn bekannt gemacht hat. Für ihn gehe es um Wettkampf und der sei in dieser Saison in PES nahezu unmöglich. Nur zwei Spieler aus Europa würden überhaupt zum Regional nach Tokio fahren, viel zu wenig findet 'Lutti-1': "Weil einfach die Aussicht auf die letzten beiden Plätze derart gering ist, hat es für mich wenig Sinn zu spielen." Ihm bereite es mehr Freude sich auf Wettkämpfe vorzubereiten, für die er sich "realistischer Weise auch qualifizieren könne".

Der Umstieg ist nicht leicht

Beide Spieler verließen ihre angestammten Territorien und wenden sich neuen Aufgaben zu. "Ich bin ein großer Fan vom neuen PES und habe großen Spaß am Spiel", sagt Kayman, relativiert aber sofort: "Vorteile für eSportler bietet eigentlich nur FIFA, weil die PES League dieses Jahr leider miserabel ist." Für ihn ist der Wechsel keine allzu große Sache.

Es sind zwar beides Fußballspiele, sie unterscheiden sich jedoch in nahezu allen Belangen.Erhan 'Dr. Erhano' Kayman

"In PES muss man lediglich 'Fußball' spielen, somit werde ich nicht allzu viel Training brauchen. Allerdings habe ich da einen Vorteil, weil ich früher PES gespielt habe und mich somit mit den Mechanismen, Vorgehensweisen etc. auskenne." Generell schätzt 'Dr. Erhano' den Umstieg allerdings schon als "sehr schwer" ein. "Es sind zwar beides Fußballspiele, sie unterscheiden sich jedoch in nahezu allen Belangen."

Österreich baut FIFA-eSport aus

Anders als bei Kayman steht bei 'Lutti-1' der Wettbewerb im Vordergrund. In Österreich ist gerade die neue eBundesliga an den Start gegangen, in der zukünftig alle zehn Vereine der Bundesliga in FIFA-Wettkämpfen gegeneinander antreten. Entsprechend setzt auch Luttenberger auf die Zukunft. "Von FIFA verspreche ich mir, dass der österreichische Markt jetzt wirklich aktiv wird, dass Vereine Spieler unter Vertrag nehmen, dass die eBundesliga durch die Decke geht und dass der eSport, speziell der Fußball-eSport in Österreich einen neuen Stellenwert erreicht."

Und nicht nur als Spieler bringt sich 'Lutti-1' in Stellung. "Ich habe seit über zehn Jahren eSport-Erfahrung und obendrein noch eine BWL-Ausbildung und viel Social Media-Erfahrung. Die Absicht, auch ins Management eines Teams zu gehen, ist durchaus vorhanden." Die Vereine bräuchten laut Luttenberger gerade jetzt "professionelle Partner", denn es könne "viel verbrannte Erde zurückgelassen werden", wenn die "falschen Leute ans Ruder" kämen.

PES ist besser, FIFA dafür eSport-freundlicher

In FIFA gäbe es durch den Rückzieher von Konami nun eine viel bessere Turnierlandschaft, erläutert Luttenberger. Nichtsdestotrotz birgt das Spiel von EA aber auch Risiken. Denn in diesem Punkt sind sich beide Spieler einig: PES ist das bessere Spiel. "Das aktuelle FIFA ist teilweise sehr unausgeglichen und hat einen sehr hohen Frustfaktor", sagt 'Dr. Erhano'. "EA muss definitiv einen Patch rausbringen um die Probleme zu beheben. Ob sie das tun werden, bezweifle ich aber sehr stark." Man orientiere sich eher an der Masse, glaubt Kayman.

Bei FIFA wird die Verteidigung sehr viel vom Computer gesteuert, sodass es fast am besten ist, man macht so wenig wie möglich selbst.Matthias 'Lutti-1' Luttenberger

Und auch Luttenberger hat Bedenken. "Bei PES fühlt es sich mehr nach Fußball an. Bei FIFA wird die Verteidigung sehr viel vom Computer gesteuert, sodass es fast am besten ist, man macht so wenig wie möglich selbst." Keine guten Zeugnisse der beiden Profis also für EA SPORTS. Spielen wollen sie beide trotzdem FIFA 18, entsprechend schließt Kayman ab: "Für eSportler lohnt sich der Wechsel durchaus, weil der FIFA eSport einem sehr viel bieten kann."

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