FIFA-Profis entdecken Twitch

Mirza Jahic: Vom FIFA-eSportler zum Twitch-Sternchen

von Nicole Lange am 16.02.2017 um 14:48

Mirza Jahic ist ein Aushängeschild, mit dem sich viele eSport-Vereine gerne schmücken würden. Der Österreicher mit bosnischen Wurzeln zeigt seit einiger Zeit, wie man sich auf Twitch präsentieren muss, um eine starke Fangemeinde aufzubauen. Dies tut er seit 2014 für die Organisation bPartGaming. Zwar erreicht Jahic noch nicht die Reichweiten großer YouTuber, aber in der FIFA-Szene hat er sich durchaus einen Namen gemacht.

Mirza Jahic macht es vor: FIFA eSportler können auch in Deutschland Erfolg haben.
Mirza Jahic macht es vor: FIFA eSportler können auch in Deutschland Erfolg haben.
© kicker eSportZoomansicht

Die "Never Give Up Army", wie Jahic seine Follower mittlerweile nennt, wissen ganz genau, was sie von ihm erwarten können. Der Virtuelle Bundesliga Meister von 2014 zeigt in seinem Stream nicht nur FIFA, sondern holt die Fans auf eine manchmal väterliche und manchmal kumpelhafte Art ab, die bei den Zuschauern gut ankommt. Er brauche das zocken im stillen Kämmerchen nicht mehr, wie er offenherzig erzählt. Auf seinem Channel kommt es weniger auf den knallharten Erfolg an, sondern viel mehr mit seinen Fans etwas zusammen zu erleben und zu erreichen. Man gewinnt zusammen und verliert zusammen. Davon sollen die Fans ein Teil sein. Und es werden stetig mehr. An Reichweiten eines 'BadeschlappenLP' oder 'LPMassive' kommt der Österreicher aktuell zwar nicht, aber sogar erfolgreichere Kollegen aus der eSport-Szene hängt der Mistelbacher mittlerweile ab. Da fragt man sich, in welche Richtung plant Jahic für die Zukunft?

Ich kann es noch immer nicht fassen, dass die Zuschauer so Bock auf mich habenMirza Jahic

"Hauptziel war erstmal die Weekend League zu streamen, weil die Leute hochwertiges Gameplay bekommen und ich ihnen helfen kann", fängt Jahic im Interview an. "Was ich aber noch mehr machen möchte sind Sub Games und Follower Games". Weitere Dinge seien noch geplant, doch der Weg scheint klar: die Community weiter stärken. "Aber was die Zukunft bringt, weiß ich noch nicht so genau. Ich genieße einfach, dass was gerade passiert, diesen Aufschwung. Das ist einfach unglaublich, ich kann es noch immer nicht fassen, dass die Zuschauer so Bock auf mich haben". Jahic, der sich auch auf YouTube versucht, zeigt mit seinem Konzept einen Weg auf, den viele FIFA-eSportler lange Zeit nicht wirklich wahrgenommen haben. Erhan Kayman war dagegen einer der ersten Streamer, die Twitch für ihren eSport nutzten, um sich vor allem auch der Öffentlichkeit stärker zu präsentieren.

Aus dem eigenen Können eine Marke machen und den Fans damit auch noch eine Hilfestellung geben - diese Herangehensweise ist nicht neu. Mit den steigenden Preisgeldern und einer stärkeren Präsenz in den Medien lohnt es sich aber mittlerweile auch für FIFA-Profis, diesen Weg zu gehen. Beispielsweise Wolfsburgs Benedikt Saltzer, Schalkes Mario Viska und auch der amtierende ESL Meister Mohammed Harkous streamen mittlerweile regelmäßig. Die Präsentation ist dabei sehr unterschiedlich, aber es zeigt sich die Tendenz, dass die deutschen FIFA-Spieler Twitch für sich immer stärker einnehmen. Mirza Jahic scheint auf einem guten Weg, seinen Namen zur Marke zu machen und für sich eine sinnvolle Weiterführung seines FIFA-Profidaseins zu kreieren. Man darf gespannt sein, wie die Entwicklung weiter voranschreitet und ob davon vielleicht sogar die restliche Szene profitieren kann.

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