KiNG eSports gewinnt mit besten Spielern der Welt

FeCWC - Klub-Weltmeisterschaft auf Abwegen?

von Redaktion am 12.02.2019 um 17:32

Macht das Trikot einer Agentur das Duo der beiden besten FIFA-Profis der Welt zu einem Klub? Die FIFA sagte ja und krönte 'F2Tekkz' und 'nicolas99fc' zum Klub-Weltmeister im eSport. Das zog Kritik nach sich - harsche Kritik.

Der Sieger der FIFA eSport Klub-Weltmeisterschaft ist genau genommen kein Klub.
Der Sieger der FIFA eSport Klub-Weltmeisterschaft ist genau genommen kein Klub.
© FIFAZoomansicht

KiNG eSports ist FIFA eSport Klub-Weltmeister. Beim Turnier am 9. und 10. Februar setzte sich das Duo aus Donovan 'F2Tekkz' Hunt und Nicolas 'nicolas99fc' Villalba durch. Auf den Erfolg folgten, neben Lob für Spieler und Format, auch negative Stimmen. Die Kritik richtete sich nicht an Villalba und Hunt, die auf ihrer Konsole jeweils die Weltrangliste anführen, sondern an den Wettbewerb.

Kombination aus zwei Vereinen

Schalkes Chief Gaming Officer Tim Reichert schrieb beispielsweise auf Twitter: "Dem Finale des FIFA eClub World Cup zuzuschauen ist so langweilig. Der Gewinner ist ein "Klub" mit Spielern vom FC Basel und F2 ...?" Der Team-Manager von Fnatic und AS Rom, Colin 'CoJo' Johnson, wurde noch deutlicher: "Das ist eine Beleidigung an alle Mannschaften, die seit Jahren helfen, die Szene aufzubauen, wie Ajax, Schalke, Wolfsburg und Hashtag. Die Zwei sind ohne Zweifel die besten Spieler der Welt, aber ich glaube nicht, dass sich der Wettbewerb darum dreht."

Der Dorn im Auge von Johnson und Reichert ist, dass KiNG eSports eigentlich kein Klub ist, sondern eine Spieler- und Marketing-Agentur. Zudem sind 'F2Tekkz' und 'nicolas99fc' bei anderen Mannschaften unter Vertrag: Villalba spielt für den FC Basel, Hunt läuft normalerweise für F2 auf. Das FeCWC Finale wird daher wahrscheinlich ihr einziger gemeinsamer Auftritt gewesen sein.

Preisgeld und Punkte locken

Der Fall KiNG eSports ist keine Ausnahme. Zahlreiche Spieler streiften einzig für die Klub-Weltmeisterschaft auf dem virtuellen Rasen das Trikot eines komplett anderen Teams über. Warum die FIFA-Profis diesen Schritt gingen - und ihre Vereine das mitmachten - ist klar: Wenn sie allein oder nur die Nummer drei in ihrem Team sind, dürfen sie nicht am FeCWC teilnehmen. Da die Profis Ranglistenpunkte und Preisgeld aber nicht missen wollten, wurden Umwege gesucht.

Für Spieler und Vereine ist die Motivation also klar. Ihr Handeln gefährdet jedoch Integrität und Kredibilität des Wettbewerbs. Eigentlich sollte der beste Verein geehrt werden - so wie es vor zwei Jahren der Fall war, als einzig bei der FIFA eingetragene Fußballklubs teilnehmen durften. Inzwischen scheint es jedoch egal zu sein, für welche Organisation Spieler antreten und ob sie auch in den elf anderen Monaten des Jahres ein Team bilden. Eine "Klub"-Weltmeisterschaft ist der FeCWC so jedenfalls nicht mehr.

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