Feedback ernüchternd

FUT Champions Cup: "Wir waren fassungslos!"

von Nicole Lange am 31.01.2018 um 14:50

Der erste FUT Champions Cup hatte am Wochenende in Barcelona einiges zu bieten. Vieles davon war allerdings nicht im Sinne des Entwicklers. EA hatte mit technischen und organisatorischen Problemen zu kämpfen. Für die Außendarstellung war dieser Auftritt alles andere als glücklich. Bundesligisten und Organisatoren fällen daher in der Nachbetrachtung mit kicker eSport ein vernichtendes Urteil über die Veranstaltung.

Hat der FUT Champions Cup dem FIFA eSport geschadet? Die Vereine und Organisationen fällen ein vernichtendes Urteil.
Hat der FUT Champions Cup dem FIFA eSport geschadet? Die Vereine und Organisationen fällen ein vernichtendes Urteil.
© kicker eSPortZoomansicht

Für Schalke war der Start in den FUT Champions Cup alles andere als gut. Beim Hinflug musste der FIFA-eSportler Tim Schwartmann im Mannschaftsflugzeug des Erzrivalen Borussia Dortmund fliegen. In Barcelona wurde es nicht minder ungemütlich. Von kalten Hallen sowie schlechter Beleuchtung war über Twitter immer wieder zu lesen und aufgrund organisatorischer Probleme konnte das Event erst zwei Stunden später als geplant starten. In den Medien kam die Reaktion auf die schwache Performance prompt. BILD schrieb vom "Chaos-Turnier" und auf Ran spricht man von einem "Desaster". Sogar die Werbung lief am ersten Tag nicht ordnungsgemäß und über Alex Hunters "Trinkmoment" schmunzelt die Szene fast schon mit sarkastischem Achselzucken. Dass am Finaltag ausgerechnet noch das PlayStation-Netzwerk streikt, liegt zwar nicht in der Schuld von EA, doch am Ende kümmert das den Zuschauer nicht. Es war nur einer von vielen Tropfen, die das Fass zum überlaufen brachten.

"Das Krisenmanagement hätte besser sein können."

EA scheint sich nach diesen drei Tagen in Schockstarre zu befinden. Feedback sammeln, Fehler erkennen, alles muss jetzt aufgearbeitet werden. Ein Statement vom FIFA-Entwickler zum verpatzten Auftritt steht derzeit noch aus. Für die Vereine ist das Auftreten von EA nur schwer zu verstehen. Schalkes Chief Gaming Officer Tim Reichert war nach dem ersten Tag wenig begeistert von der Veranstaltung: "Vom Fußball sind wir ein Höchstmaß an Professionalität gewohnt. Dies erwarten wir auch von einer bedeutenden Großveranstaltung wie es der FUT Champions Cup ist. Das Event erfüllt unsere Ansprüche in dieser Hinsicht bislang nicht."

Enttäuschung nach dem Aus. Für 'Tim Latka' lief beim FUT Champions Cup nicht alles nach Plan.
Enttäuschung nach dem Aus. Für 'Tim Latka' lief beim FUT Champions Cup nicht alles nach Plan.
© FC Schalke 04Zoomansicht

Mit dieser Meinung steht der FC Schalke 04 nicht alleine da. 26 Fußballvereine waren vor Ort und mindestens genauso viele Organisationen. Eine davon vertritt Daniel Luther von KiNG eSports. Die Veranstaltung habe gezeigt, wie viel Potenzial im FIFA-eSport vorhanden ist, aber auch, dass man es nicht so abgerufen hat, wie es ein solches Event verdient hätte. "Am zweiten Tag wurde vieles verbessert, aber die Wartezeiten blieben und kommuniziert wurde auch nichts", so Luther, der vor Ort das Event miterlebt hatte. "Tag drei war enorm chaotisch. Auch in diesem Fall hätte man mit der Kommunikation besser umgehen können. Die Spieler saßen mehrere Stunden und wussten nicht, was genau das Problem ist. Das Krisenmanagement hätte besser sein können."

Ein Rückschlag für den FIFA eSport

Auch der VfL Bochum hat eine klare Meinung zur Veranstaltung. "Ganz ehrlich, wir Vereinsvertreter, die sonst die bis ins letzte Detail durchgeplanten Veranstaltungen der DFL, der UEFA oder des DFB gewohnt sind, waren ziemlich fassungslos über diese Veranstaltung", erklärt Michael Fischer, Teamleiter eSports beim VfL Bochum 1848. Mit Michael Bittner ist der VfL der einzige deutsche Verein, dessen eSportler es in die Global Series Playoffs geschafft hat. Viele Fehler hätten sich relativ leicht durch bessere Organisation vermeiden lassen. Auch Fischer bemängelt die fehlende Kommunikation mit Verein und Spieler. "Es würde vielleicht Sinn machen, wenn EA die Fußballvereine, die nun einmal die größte Erfahrung bei Großveranstaltungen haben, in die Planung solcher Events mit einbezieht", schlägt Fischer vor. "FIFA hat nach wie vor einen schweren Stand als echter eSport-Titel anerkannt zu werden, mit Barcelona hat man einen weiteren Rückschlag diesbezüglich erlebt."

FIFA 18: Sieben Deutsche für die Playoffs qualifiziert
Die Top 16 beim FUT Champions Cup
Lukas 'Sakul' Vonderheide - FOCUS CLAN
Lukas 'Sakul' Vonderheide - FOCUS CLAN

'Sakul' gehörte zu den überragenden Akteuren in Barcelona. Während des Schweizer-Formats verlor der deutsche Profi nicht ein Spiel. Im Achtelfinale zog er zwar den Kürzeren, für die Playoffs ist er trotzdem qualifiziert.
© EA SPORTS

vorheriges Bild nächstes Bild

Social Media

FacebookInstagramTwitterYouTube


Schlagzeilen


Kontakt | Impressum | Mediadaten | AGB | Datenschutzhinweis | Nutzungsbasierte Online-Werbung

Weitere Angebote des Olympia-Verlags:
alpin.de | olympia-verlag.de