Gute Chancen für die Deutschen

FIWC Grand Final: Wenn nicht jetzt, wann dann?

von Holm Kräusche am 15.08.2017 um 15:49

Sechs deutsche Top-Spieler haben es durch die lange und harte Qualifikation für den FIFA Interactive World Cup geschafft. Nun müssen sie ab Mittwoch in London auf internationalem Parkett liefern - geht das gut? 32 Spieler haben sich für das große Finale 2018 qualifiziert, nahezu allesamt Topspieler.

Am Mittwoch beginnt das Grand Final des FIWC.
Am Mittwoch beginnt das Grand Final des FIWC.
© FIWCZoomansicht

Vorneweg: Dieses Jahr sieht es für Deutschland besser denn je beim FIFA Interactive Worldcup (FIWC) aus. An der wichtigsten Weltmeisterschaft des Jahres nehmen ausschließlich die Topspieler aus aller Welt teil. Das unter 32 Spielern sechs Deutsche sind, ist schon einmal eine erste Errungenschaft. Traten in den vergangenen Jahren eher Newcomer an, sind diesmal alte Hasen und routinierte Spieler im deutschen Aufgebot.

Die deutschen Topspieler

Da wäre zum Beispiel Kai 'Deto' Wollin, der sogar schon Weltmeister bei den "World Cyber Games" war, 2011 und 2012. Nach einer längeren Auszeit ist der 28-Jährige nun wieder voll dabei und hat nicht nur Außenseiterchancen, erstmals den FIWC zu gewinnen. Tatsächlich ist der Routinier mutmaßlich der größte deutsche Titelfavorit, denn die internationalen Teilnehmer bezeichnen seinen Spielstil als "scheußlich". Und FIFA-Spieler mögen es gar nicht, wenn sie in "ihrem Spiel" gestört werden. Wollins hoher Ballbesitz könnte ihn also bis ins Finale tragen.

Auch Dauerbrenner Mohammed 'Mo_Aubameyang' Harkous ist mit dabei. Der ehemalige deutsche Meister ist nach bestandenem Abitur bei großen Turnieren nahezu ungeschlagen, blieb in seiner Karriere aber bisher vor allem der nationalen Bühne treu. Nun muss er international liefern.

Im Wolfsburger Trikot geht Timo 'TimoX' Siep an den Start. Der Youngstar holte seine Fahrkarte bei der FUT Champions-Weltmeisterschaft über das Loser Bracket, wo er weit kam. Aber es war eben die Runde mit der zweiten Chance, die Siep doch noch sein Ticket brachte und da liegt das Problem: 'TimoX' spielt zwar immer solide und kommt weit, gewonnen hat er allerdings noch nichts Großes. Für ihn steht die Uhr auf fünf vor zwölf, denn vierte Plätze allein reichen im internationalen Geschäft nicht.

Drei Newcomer dabei

Newcomer sind auch dieses Jahr mit dabei: Tim 'TheStrxngeR' Katnawatos, der seine Karriere im kicker Cup begann, wird erstmals im Dress vom FC Basel in London auflaufen. Sein Name bedeutet "Der Unbekannte", aber dieser Bonus ist nun weg. Die Gegner kennen ihn, und wenn er keine neuen Taktiken im Gepäck hat, wird es schwer.

Ebenso neu sind Marcel 'Marlut' Lutz (VfB Stuttgart) und Florian 'CodyDerFinisher' Müller (FC Basel). Sie haben den Bonus des Unbekannten noch und die letzten großen FIFA-Turniere haben gezeigt, dass ein frischer Spielstil sehr viel wert ist. Das trug letztlich Marcus 'Marcuzo' Jörgensen zur Klubweltmeisterschaft.

Gruppen und Favoriten

Das Losglück war mit den Deutschen.
Das Losglück war mit den Deutschen.
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Die Ansetzungen spielen den Deutschen in die Hände. Vier Spieler kommen aus jeder Gruppe weiter, und so wie gelost wurde, sollte das das allerkleinste Minimalziel beim FIWC sein. Denn die anderen großen Namen in der Gruppe muss man gar nicht schlagen, es reicht vielfach die Südamerikaner und Rest-der-Welt-Spieler zu besiegen, dann ist die K.o.-Runde sicher.

Dort warten dann allerdings andere Kaliber. Allen voran der große französische Titelfavorit Corentin 'RocKy' Chevrey, der amtierende FUT Champions Weltmeister. Direkt dahinter sammelt sich ein englischer Block aus Topspielern: 'Hashtag Tass', ebenfalls durchaus ein Favorit auf den Titel, 'UNILAD Gorilla' und der FUT-Champions-Vizeweltmeister 'xShelzz'. Gefährlich kann diesen Favoriten vor allem einer werden: Christopher 'Thee Bullock' Bullock. Seine Spezialität ist es, Favoriten aus großen Turnieren zu kicken, in seiner Gruppe sind 'Tass' und 'RocKy'. Gerade vor diesem Spiel werden die beiden Favoriten den größten Respekt haben. Es wäre nicht das erste Mal, dass Bullock über sie triumphiert.

Hagebeuk und Jörgensen

Dann ist da außerdem noch Ajax Amsterdams Dani Hagebeuk, der auch in der NGL eine sehr gute Figur macht und damit mehr internationale Spielpraxis besitzt als manch anderer. Ein weiterer Spieler aus dieser Liga ist 'Marcuzo' (beim FIWC 'expectsporting' wegen seines Konsolennames genannt), er sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden. Defensiv ist der Däne stark und seiner eigenen Aussage nach, profitiert sein Spiel immens vom schnellen "Tournament Client", auf dem die Spieler bei großen Turnieren spielen.

Die Teilnehmer aus Südamerika und dem Rest der Welt bleiben bis zum Anpfiff eine Wundertüte. Sie bringen zum Teil große Erfahrung mit, ihre Länder konnten bei internationalen Auftritten aber selten überzeugen. Entsprechend ist auch nicht unbedingt mit einer Topleistung zu rechnen, aber bei FIFA gilt: Am Ende entscheidet die Tagesform, denn bessere Spieler als diese gibt es derzeit nicht in der Welt.

Der FIWC beginnt am Mittwoch zur Mittagszeit und läuft bis Freitagabend. Sowohl die FIFA als auch zwei deutsche Fernsehsender bieten Livestreams an, allerdings in englischer Sprache. kicker eSport ist live vor Ort und wird ebenfalls ausführlich berichten.

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© EA SPORTS

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