"Ich hasse es zu verlieren"

FIWC: Underdog Lutz und die ultimative Chance

von Nicole Lange am 14.02.2017 um 09:14

"Unterschätze niemals einen Underdog" - mit diesem Motto setzte der bis dahin noch relativ unbekannte Marcel Lutz bei den FIWC Regional Finals in Paris ein Zeichen. Der dritte Platz war ein grandioser Erfolg für den 20-Jährigen, der nun sogar noch weiter kommen kann.

Marcel 'Marlut' Lutz sprach mit uns über seine Leistung beim FIWC-Qualifier und warum man niemanden unterschätzen darf.
Marcel 'Marlut' Lutz sprach mit uns über seine Leistung beim FIWC-Qualifier und warum man niemanden unterschätzen darf.
© kicker eSportZoomansicht

Mit dem dritten Platz in Paris ist für Marcel 'Marlut' Lutz die Tür für die FIFA 17 Ultimate Team Championship in Berlin offen. Überraschend für manche, denn den jungen FIFA-Spieler aus Marbach hatte kaum einer auf der Rechnung. Für den Fußballfan, der seit FIFA 2003 am Ball ist, war das der große Vorteil, denn unter dem Deckmantel des Underdogs, konnte Lutz eine Reihe von starken Spielern in der Vorrunde ausschalten. Darunter Schalke-Spieler Tim 'Tim_Latka' Schwartmann oder Florian Maridat, der für den französischen Erstligisten von Monaco spielt. Wir haben mit dem deutschen Newcomer über das Turnier und das Underdog-Dasein gesprochen.

kicker eSport: Hallo Marcel, erst mal herzlichen Glückwunsch zu Deinem tollen Abschneiden beim EU-Qualifier. Wie ist es dazu gekommen, dass Du am Ende bei der Qualifikation dabei warst? Ist das ein fester Entschluss von Dir gewesen oder war das eher zufällig?
Marcel 'Marlut' Lutz: Als EA die FUT Champions Series vorgestellt hat und den Preispool bekannt gegeben hat, wusste ich, dass dies eine riesige Chance für uns FIFA-Spieler ist. Im Oktober konnte ich den Monat als 30. der Welt abschließen, daher wusste ich, dass ich auch das Zeug dazu habe im November gut abzuschließen. Letztendlich konnte ich dann als Rang 13 abschließen und bin für 'Agge', der sich offline qualifiziert hat, nachgerückt.
kicker eSport: Du bist einer der vier Qualifikanten, die es auf der Xbox One geschafft haben. Dich konnte vorher niemand so wirklich einschätzen. Hat Dir das am Ende einen Vorteil gebracht?
Lutz: Definitiv! Ich bin sehr gerne in der Rolle des 'Außenseiters'. So kann ich ohne Druck aufspielen und einfach mein Spiel durchziehen. Da mich niemand als ernsthaften Gegner gesehen hat, hat sich auch niemand damit beschäftigt, wie ich spiele. Das wurde im Endeffekt zu meinem Vorteil.

kicker eSport: Der dritte Platz ist am Ende dabei herausgekommen. Wie zufrieden bist Du mit Deiner Leistung?
Lutz: Mehr als zufrieden. In Paris war ich noch ziemlich traurig nach meiner Niederlage im Winner und Looser Bracket Finale. Ich hasse es zu verlieren und bin in diesen Momenten extrem enttäuscht. Am Tag danach hat sich das aber gelegt und rückblickend war es mehr, als ich mir hätte erträumen können.
kicker eSport: Am Ende hast Du im Interview gesagt, dass man niemals die unbekannten Spieler unterschätzen soll. Warum war Dir das wichtig?
Lutz: Bevor das Turnier stattgefunden hat, hat man schon so einige Sachen auf Twitter mitbekommen. Welcher Spieler auf jeden Fall das Turnier gewinnen wird und welche Spieler es nicht verdient haben dort zu sein und somit klaglos untergehen werden. Am Ende sind viele 'gute' Spieler rausgeflogen und viele so genannte schlechte Spieler haben bemerkenswerte Resultate eingefahren. Mit diesem Satz wollte ich auf genau das aufmerksam machen.

Grüße an Familie und Freunde sichtlich bewegt bedankt sich 'Marlut' im Livestream.
Grüße an Familie und Freunde - sichtlich bewegt bedankt sich 'Marlut' im Livestream.
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kicker eSport: Wie war es am Ende neben den bekannten FIFA eSportlern zu stehen und dann sogar besser zu sein, als ein Spencer Ealing oder August Rosenmeier?
Lutz: Natürlich bin ich froh, am Ende ein besseres Ranking erreicht zu haben wie die genannten Personen. Aber ich konzentriere mich in FIFA nur auf meine Person, das ist das Einzige was zählt.
kicker eSport: Wie hat Dir die Veranstaltung generell gefallen? War es so, wie Du es Dir vorgestellt hast?
Lutz: Es war eine sehr gelungene Veranstaltung von EA und ich bin mehr als stolz, einer der Personen gewesen zu sein, die daran teilnehmen durften.
kicker eSport: Jetzt steht im Mai die FIFA Ultimate Team Championship in Berlin an. Beschäftigst Du Dich schon damit oder versuchst das noch nicht an Dich ran zu lassen?
Lutz: Ja ich beschäftige mich jetzt schon damit. Da Season 2 in Madrid für mich, aufgrund der direkten Qualifikation für Berlin ausfällt, wird Berlin mein nächstes Turnier sein.
kicker eSport: Wie hast Du bisher trainiert und wird die Qualifikation Einfluss auf Dein Training nehmen?
Lutz: Ich möchte mein Training auf jeden Fall intensivieren. Ich nehme die gewonnenen Eindrücke aus Paris bezüglich Gameplay, Equipment und Location und werde mich perfekt für Berlin vorbereiten.
kicker eSport: Durch Deine Qualifikation bist Du nun vermutlich stärker im Fokus bei der Konkurrenz. Überlegst Du Dir nun andere Taktiken, um Dein Spiel variantenreicher zu gestalten?
Lutz: Über Taktiken habe ich mir jetzt noch keine Gedanken gemacht. Aber ich werde mir wieder eine Taktik einfallen lassen, mit der niemand rechnet.
kicker eSport: Wie schätzt Du Deine Chancen in Berlin ein?
Lutz: Wie schon in Paris gilt 'Expect the unexpected'. Für mich ist Berlin eine ultimative Chance und diese werde ich sehr ernst nehmen!
kicker eSport: Wird man Dich jetzt auch bei anderen Turnieren sehen? ESL Meisterschaft z.B. oder interessiert Dich das nicht so?
Lutz: In Zukunft wird man mich definitiv öfters bei deutschen Turnieren sehen.
kicker eSport: Planst Du weiter im eSport zu bleiben? Mit Deiner Zugehörigkeit zu STARK eSport scheinen Deine Ambitionen ja schon höher zu sein.
Lutz: Es ist mir eine Ehre von der Agentur STARK eSports betreut zu werden, die FIFA durch den Einstieg eines deutschen Fußballvereins auf das nächste Level gebracht haben und absolute Top-Spieler managen. Ich liebe den eSport und werde alles dafür geben, dort Fuß fassen zu können.

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