40 Spiele am Stück: Kein Problem für den Bochumer Youngster

"FIFA ist Kopfsache" - 'MegaBit' über seinen Siegeswillen

von Holm Kräusche am 27.06.2018 um 16:42

Michael 'MegaBit' ist das Arbeitstier der deutschen FIFA-Spieler: Zehn Stunden am Stück zocken und über 80 gewertete Spiele an einem Wochenende: Kein Problem für den Spieler vom VfL Bochum. Wir haben den FeWC-Finalisten nach seinem Geheimrezept gefragt und über seine Marathons gesprochen.

'MegaBit' gewann die Xbox-Playoffs in Amsterdam. Auf dem Weg dahin brach er Rekorde. Wir fragen ihn nach seinem Geheimrezept.
'MegaBit' gewann die Xbox-Playoffs in Amsterdam. Auf dem Weg dahin brach er Rekorde. Wir fragen ihn nach seinem Geheimrezept.
© EA SPORTSZoomansicht

320 Spiele machte Michael 'MegaBit' Bittner im Qualifikationsmonat der Weekend League. 160 jeweils auf der PlayStation 4 und der Xbox One. Von Erschöpfung keine Spur: Bittner gewann fast alle seine Spiele. Sicherlich sind da auch verfrühte Abbrüche dabei und ob das Matchmaking von EA dem Bochumer immer gleichstarke Gegner zugeteilt hat, ist auch höchst fraglich. Dennoch ist sicher: Bittner muss sich über Stunden hinweg auf stärkste konzentrieren. Wir haben ihn gefragt: Wie macht er das?

"Ich habe einfach vor allem in Qualifikationsmonaten diesen Willen. Wenn ich weiß: Die Qualifikation steht auf dem Spiel, dann habe ich die Motivation, auch mal 40 Spiele in Folge zu spielen und zehn Stunden am Stück konzentriert zu sein", sagt 'MegaBit' bei den Global Series Playoffs in Amsterdam. Das ginge aber wirklich nur, wenn etwas Größeres auf dem Spiel stünde, denn wenn es nicht um die Qualifikation, sondern nur um Münzen und Packs geht, "dann ist nach einer Niederlage die Motivation auch mal ganz schnell weg."

Dauer-Zocker 'MegaBit'

"Es gab sogar Tage, da habe ich noch nicht mal gefrühstückt und dann zehn Stunden am Stück gespielt." Wirklich gesund ist das nicht und das weiß auch der Profi. Wie hält er das aus? "Wurde manchmal kritisch, ich weiß das ist vielleicht nicht das Gesündeste, aber ein Geheimrezept habe ich nicht. Es ist einfach nur wirklich die Motivation, wenn ich mich qualifizieren kann, wenn etwas auf dem Spiel steht, dann habe ich in meinem Kopf einfach einen ganz anderen Gedanken und will das durchziehen."

Bittner ist erst 19 Jahre alt und damit einer der jüngeren FIFA-Spieler. Während gestandene Profis auf häufige Pausen pochen und ihre 40 Spiele über alle drei Tage des Wochenendes verteilen, zieht Bochums Youngstar schon mal am Stück durch. Der Wille sei es, der ihn da durchbringe. Ist das eine Kernqualifikation für eSportler, dieser Wille zum Sieg?

"Auf jeden Fall ist das eine Kernqualifikation. FIFA vor allem und eSport generell ist viel Kopfsache." Vor einem Spiel motiviert sich Bittner jedes Mal: "Der Kopf muss immer funktionieren, und wenn Du ins Spiel hineingehst und Angst hast, oder denkst 'Aaah, der Gegner ist vielleicht gut' - So darfst Du nicht reingehen."

Wer glaubt, gewinnt

Stattdessen empfiehlt er immer mit der Überzeugung anzutreten, dass man selbst vielleicht gerade der beste Spieler der Welt ist, wenn man selbst denn nur sein Spiel spielen könne. 'MegaBit' bezieht sich damit auf die individuelle Taktik eines jeden Spielers: Manchen liegt das Kurzpassspiel, anderen die Flanken von außen. Wenn der Gegner dass zulässt, habe man als Spieler nichts zu befürchten. "So versuche ich auch ins Spiel hineinzugehen, mein Spielstil dem Gegner aufzudrängen und hoffentlich wird's dann wieder funktionieren."

Am Alter will der Profi es jedenfalls nicht festmachen. Wenn er bei großen Turnieren ist, bemerkt er keinen Unterschied zu anderen Profis. "Ich bin jetzt seit etwa zwei Jahren in der Szene und auch unter den Profis wissen die Leute, ich bin einer der Etablierteren", sagt er. Und nicht nur sein Gesicht kennt die Weltelite des FIFA-eSport: "Ich werde da auch gefürchtet und geachtet, von daher spielt das Alter glaube ich keine Rolle."

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