DFB-Präsident Grindel rudert zurück

FIFA akzeptabel - DFB bezieht Stellung zum eSport

von Christian Mittweg am 20.04.2018 um 15:40

Fast zwei Monate nach DFB-Präsident Reinhard Grindels Kommentaren wie "eSport ist für mich kein Sport" und "eine absolute Verarmung", hat sich der DFB offiziell zum Thema eSport geäußert. In dem Statement zieht der Fußballbund eine klare Linie zwischen Sport- und "Killerspielen" - auch Grindel rudert zurück.

E-Soccer statt eSport, der DFB nimmt eine klare Trennung vor.
E-Soccer statt eSport, der DFB nimmt eine klare Trennung vor.
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"Wenn fußballbezogene Spiele als Ergänzung zum Sport im Verein wirken und über diesen Weg vielleicht sogar der eine oder andere in den Verein kommt, findet das unsere Unterstützung", liest sich das neueste Statement von DFB-Präsident Reinhard Grindel zum Thema eSport. Vor knapp zwei Monaten äußerte er sich dagegen deutlich schärfer. "Eine absolute Verarmung" waren damals seine Worte.

DFB ändert Ansichten

Beim DFB wurden seitdem offensichtlich ein paar Gespräche geführt. Ergebnis ist eine Teilung des Begriffes eSport. "Wir wollen keine Spiele fördern, in denen Kinder auf andere schießen und das Ganze auch noch als Sport bezeichnet wird", gibt Grindel die neue Richtung vor. Fußballbezogene Spiele, die für den DFB von nun an unter dem Begriff E-Soccer laufen, werden dagegen begrüßt. Eine Adelung von Titeln wie FIFA oder PES ist das aber noch lange nicht. "Das übergeordnete gemeinsame Ziel bleibt für die Fußballverbände, E-Soccer als eine Ergänzung des bisherigen Vereinslebens zu betrachten", heißt es in der offiziellen Meldung. Die Zocker sollen dazu bewegt werden, Fußball zu spielen.

Neue Möglichkeiten?

Von nun an nimmt der DFB auch eSport-Vereine als Mitglieder auf. Voraussetzung dafür ist die Anerkennung des entsprechenden Landessportbunds, des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) und das Befassen mit fußballbezogenen Wettbewerben und Spielen. Auf die Anerkennung des DOSB werden die Vereine allerdings noch eine Weile warten müssen. Erst im Herbst soll eine Richtlinie festgelegt werden, wie mit dem Thema eSport umzugehen sei. Die neue Begrifflichkeit E-Soccer könnte dabei genutzt werden, um auch von Seiten des DOSB eine Trennung festzulegen.

"Spaltung nicht der richtige Weg"

Die neue Denkweise beim DFB zog eine Reaktion vom eSport-Bund Deutschland (ESBD) nach sich. ESBD-Präsident Hans Jagnow äußerte sich wie folgt: "Die heutige Entscheidung des DFB, sich offener gegenüber eSport-Angeboten zu positionieren, begrüßen wir - damit entstehen mehr Verbindlichkeit und mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die am eSport interessierten Fußballvereine. Aber man muss auch klar sagen: Eine Spaltung von eSport zu betreiben ist aus unserer Sicht nicht der richtige Weg." Jagnow sagte weiter, dass er den Fokus auf Fußballsimulationen nachvollziehen könne, eine Abgrenzung vom eSport sowie den Begriff "Killerspiele" allerdings nicht für angemessen halte.

Video zum Thema
Vizepräsident Martin Müller im Interview- 11.04., 08:01 Uhr
ESBD und DOSB - kein kritisches Verhältnis
Das Verhältnis zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem eSport-Bund Deutschland (ESBD) konnte man zuletzt als "zerrüttet" beschreiben. Vor allem die neuen Seiten im Koalitionsvertrag brachten wieder etwas Unruhe in die zarten Annäherungsversuche. ESBD-Vizepräsident Martin Müller spricht mit uns über die aktuelle Lage und wie der Verband die Aussagen von DFB-Präsident Reinhard Grindel aufgefasst hat.
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