Spencer Ealing im Interview

Endlich am Ziel - 'Gorilla', der bescheidene Weltmeister

von Holm Kräusche am 18.09.2017 um 17:02

"Alles oder nichts", war die Devise von Spencer 'Gorilla' Ealing zu Beginn des Jahres. In Paris scheiterte er monumental und setzte sich selbst eine Deadline bis zum Ende der Saison. Hätte er dann keinen Titel, sähe er seine Karriere in Gefahr. Mit dem Weltmeistertitel des FIWC ist Ealing nun der beste FIFA-Spieler der Welt. Wir sprechen mit ihm über das vergangene Jahr.

Weltmeister 'Gorilla'. Wir fragen ihn: Glaubt er nun, dass er der beste Spieler der Welt sei?
Weltmeister 'Gorilla'. Wir fragen ihn: Glaubt er nun, dass er der beste Spieler der Welt sei?
© FIWCZoomansicht

Spencer 'Gorilla' Ealing hat eine aufregende Saison hinter sich. Zu Beginn des Jahres wusste der sympathische Engländer: Nun gilt es - Alles oder nichts. Es würde eine Menge Fragezeichen geben, wenn er kein Turnier gewänne, sagte 'Gorilla' damals. Wirklich gut begann die Saison nicht für ihn. Beim Regional in Paris war, überraschend, schon in der Gruppenphase Schluss. Wir haben bei 'Gorilla' nachgefragt. Was hat sich nach dem Regional geändert?

"Nachdem ich mit nur einem Punkt aus der Gruppenphase geflogen bin, habe ich mir gesagt: Das ist nicht gut genug und ich muss mehr Zeit und Engagement in das Spiel stecken." Für ihn war es "make or break"-Time, wie er es auf Englisch sagt und das hatte einen einfachen und rationalen Grund: "Mir war klar, dass dieses Jahr für mich persönlich entscheidend wird, mit dem vielen Geld das EA und die FIFA in die Szene investieren. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die explodieren würde. Mit all den Events und den Preisgeldern wusste ich, dass ich 100 Prozent hineinstecken müsste."

Nach der Niederlage beim Regional musste Ealing nicht nur mit der persönlichen Enttäuschung kämpfen: "Viele Leute haben an mir gezweifelt und mir nach Paris geschrieben, aber das hat mich nur noch mehr motiviert, es ihnen zu zeigen."

Ealing entscheidet sich für FIFA

'Gorilla' hatte trotz fast durchgehend guter Leistungen noch bei keinem großen Turnier gewonnen. Immer wieder wurde er als Favorit gehandelt, blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Mit 19 Jahren musste er sich dann auch die Frage nach seiner Zukunft stellen. Ealing entschied sich für FIFA, steckte mehr Zeit in das Spiel und lieferte endlich Ergebnisse. In Madrid gewann er die Xbox-Division und sicherte sich seine Teilnahme an der FUT-Weltmeisterschaft in Berlin. Es folgte die Verpflichtung von Unilad, bei der sich Ealing sogar gegen einen Vertrag bei Paris Saint-Germain entschied. Die FUT-Weltmeisterschaften in Berlin gewann er zwar wieder nicht, er spielte sich aber unter die Top 4 und sicherte sich die nächste Chance auf den ganz großen Titel beim FIFA Interactive Worldcup (FIWC).

"Ich wollte immer schon beim FIWC mitmachen, weil ich wusste: Ich kann im größten Turnier der Welt auf dem hohen Niveau mitspielen. Es dann tatsächlich zu gewinnen, war kolossal für mich und für meine Karriere." Sich selbst habe er damit bewiesen, dass er erreichen könne, was er wolle, solange er mit genug Hingabe dabei sei. Eine Lebensweisheit, die Spencer Ealing mit FIFA gelernt hat.

Der bescheidene Weltmeister

Der Brite tat sich außerdem immer schwer damit, seine eigenen Leistungen positiv zu bewerten. Hat sich das als Weltmeister geändert? "Ich habe noch nie gesagt, ich sei der beste Spieler der Welt, auch nicht bei meinem Erfolg in FIFA 15/16. Aber nun glaube ich, kann ich das auch mit Überzeugung sagen." Der Weltmeistertitel beim größten FIFA-Turnier der Geschichte bietet in der Tat eine gewisse Legitimation. Jedes Spiel in der K.o.-Runde hat Ealing mit mindestens sechs Toren auf dem eigenen Konto abgeschlossen. Er sei ein Angriffsspieler sagt 'Gorilla' im Interview mit uns, und er habe es geschafft seine Defensive "dicht" zusammenzuhalten, aber die vielen Tore wären bei seinem Spielstil nichts besonders. Das käme einfach so. Bescheidenheit zeichnet Spencer Ealing über allem aus, sogar noch als Weltmeister.

Spencer Ealing ist der amtierende Weltmeister
Alle FIWC-Champions seit 2004 auf einen Blick
Zwölf Endrunden, zwei Doppel-Weltmeister

Der FIFA Interactive World Cup ist der prestigeträchtigste Titel in der professionellen FIFA-Szene. Die offizielle Weltmeisterschaft wird seit 2004 jährlich in anderen Ländern ausgetragen und legte nur 2007 eine Pause ein. Bei 13 Endrunden gibt es zwei Spieler, die sich Doppel-Weltmeister nennen dürfen. Die beste Leistung eines deutschen Teilnehmers war bislang eine Silbermedaille. In dieser Galerie präsentieren wir Euch alle FIWC-Sieger der Historie.
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