Christian Volk über Verbände, Zukunft und die Rolle der FIFA

FIFA-Funktionär Volk: eSport ist kein Trend!

von Holm Kräusche am 27.08.2017 um 01:00

Gemeinsam mit Electronic Arts veranstaltet die FIFA jährlich den FIWC, eine weltweite Turnierserie, an der rund 7 Millionen Spieler teilnehmen. Christian Volk ist Head of Digital Marketing bei der FIFA und hat eine ganz klare Aussage an alle Zweifler: eSport ist kein Trend. Außerdem spricht er im Interview mit uns über "Player first" und welche Rolle die FIFA in Zukunft im eSport spielen will.

Christian Volk ist Head of Digital Marketing bei der FIFA. Im kicker eSport-Interview erläutert er die Rolle der FIFA im eSport.
Christian Volk ist Head of Digital Marketing bei der FIFA. Im kicker eSport-Interview erläutert er die Rolle der FIFA im eSport.
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kicker eSport: Du hast erwähnt, dass Ihr den Spieler an die erste Stelle setzen wollt.

Christian Volk: Definitiv. Das war auch der Spirit der letzten Tage. Hier geht es wirklich darum: Player first. Es geht darum, der Community den Raum zu geben und zu sagen: Jeder, der hier mitmacht, kann ein Hero sein. Ich war selbst damals ein Okay-Fußballspieler, aber ich hatte nie die Möglichkeit, ein Hero zu sein. Wenn ich wüsste, dass ich in FIFA 17 richtig gut wäre und nach vorne kommen könnte, würde ich mitmachen. Wir würden gerne die Thematik so angehen, dass jeder, der kompetitiv spielt, mit einbezogen wird. Every game counts. Wo das gespielt wird, ist eine andere Diskussion. Wer das veranstaltet, ist eine andere Diskussion. Aber jedem, der sich dazu entscheidet, das Spiel zu kaufen und dann auch noch kompetitiv zu spielen, wollen wir die Möglichkeit im nächsten Jahr geben, teilzunehmen an einer "Road to".

kicker eSport: Wie nehmt Ihr die Vereine mit in die Zukunftsplanung?

Volk: Was wir gemacht haben, ist das zweite Playercouncil letzte Woche. Um nochmal zu unterstreichen, dass wir wirklich die Spieler ins Zentrum unserer Entwicklung setzen. Wir haben gefragt: Wie seht Ihr das, was sind Eure Erwartungen? Und das gleiche mit den Klubs. Wir werden das erste Council mit den Vereinen im September haben. Dort werden wir die Leute fragen, die beim FICWC dabei waren, wie seht Ihr das? Was braucht Ihr? Es gibt immer noch einige, auch in Deutschland, die zum eSport sagen: "Jein, weil der Fußballaspekt ist noch nicht groß genug und alles andere, zum Beispiel im Egoshooterbereich, ergibt für den Klub nicht so wirklich Sinn. Weil ich mich nicht als Klub mit so einem Produkt assoziieren will." Das heißt, wir müssen da auf die Leute, die Stakeholder, zugehen, definitiv. Aber das ist mein tägliches Brot.

kicker eSport: Wird die FIFA einen Verband für eSport schmieden?

Volk: Das weiß ich nicht, das wird die Zukunft zeigen. Das ist glaube ich noch zu früh, um dazu etwas zu sagen, aber es sind verschiedene Szenarien denkbar.

Die FIFA wird eine gestalterische Rolle in der Zukunft spielen.Christian Volk

kicker eSport: Wo sieht die FIFA sich verantwortlich, den eSport weiter voranzutreiben?

Volk: Für uns ist es extrem wichtig, dass dieser Wettbewerb offen ist, für jedermann. Jeder kann hierherkommen, mitmachen übers Jahr, kompetitiv spielen und der nächste Hero sein. Das wird keine geschlossene Veranstaltung sein, bei der wir sagen, wir laden nur bestimmte Leute ein. Wenn Du gut bist, Du es draufhast und die Zeit investierst, dann steht Dir der Weg nach ganz oben offen. Das muss gewährleistet sein, denn das ist für uns das Wichtigste.

kicker eSport: Welche Rolle wird die FIFA in der Zukunft spielen?

Volk: Es wird in der Zukunft, wenn Du Dir den richtigen Sport anguckst, auch Themen geben, die nicht unbedingt so angenehm sind, wie zum Beispiel Wetten. Oder auch Substanzen, die man nicht verwenden sollte, um seine Performance zu verbessern. Auf alle Player in dem Bereich werden sicherlich in Zukunft viele neue Dinge zukommen, die man auch beantworten muss. Und die FIFA wird eine Rolle spielen, eine gestalterische Rolle, zusammen mit EA. Wir wollen ein Umfeld gestalten, wo man sich wohlfühlt, als Klub, als Spieler, als jemand der selbst Turniere organisiert. Und das ist extrem wichtig.

kicker eSport: Was würdest Du den zweifelnden Klubs und "Playern" sagen wollen?

Volk: Also ich finde es erstmal gut, dass Ihr hier seid. Das ist ein Zeichen dafür, dass wir momentan in einer Situation sind, wo wir wahrscheinlich richtig Wachstum sehen werden und zwar in allen Bereichen. Das wird passieren und ich kann den Leuten, die noch nicht ganz sicher sind, ob sie mitmachen sollen, nur raten, das zu tun. Das ist kein Trend. It's here to stay. Und es wird nur noch größer. Es ist die perfekte Symbiose zwischen richtigem und elektronischem Fußball und jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um einzusteigen.

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