Dramatik beim Boston Major

Dota 2: Griechische Löwen überraschen in Boston

von Kristin Banse am 12.12.2016 um 14:39

Das Wang Theater in Boston hatte am Wochenende sein ganz eigenes Flair: Dort wurde mit dem Boston Major die neue Dota 2-Saison offiziell eingeläutet. Und passend zum Start gab es neben einem glücklichen Gewinner auch hochkarätige Spiele und tief greifende Emotionen.

OG gewann sein drittes Valve-Event.
OG gewann sein drittes Valve-Event.
© ValveZoomansicht

Schon im Vorfeld wurde das amerikanische Major-Turnier heiß diskutiert. Die Gruppenphase sollte nur über die Platzierung in der Tabelle bestimmen und die Playoffs wurden zum ersten Mal bei einem großen Dota 2-Turnier im Single Elimination-Format ausgespielt. Jede Mannschaft hatte somit nur eine einzige Chance. Die üblichen Verdächtigen Digital Chaos, Virtus.Pro, LGD Gaming und OG schlugen sich souverän als Gruppenerster in die Playoffs. Team Faceless mit Dominik 'Black^' Reitmeier, der zugleich auch der einzige deutsche Spieler des Turniers war, verlor hingegen schon in der Gruppenphase mit 0:2 und lieferte insgesamt eine enttäuschende Leistung ab.

Das Wunder von Boston

Der untere Teil des Brackets schrieb hingegen seine ganz eigene Geschichte. Das griechische Team Ad Finem gewann den europäischen Qualifier und durfte sich nun beim Boston Major beweisen. Dass die fünf Jungs so eine Show abliefern, hätte im Vorfeld jedoch niemand gedacht. Immerhin war Ad Finems größter finanzieller Erfolg bisher ein fünfter Platz bei der DreamLeague Season 5, der ihnen 7.000 US-Dollar einbrachte. Nun stand Ad Finem plötzlich Newbee gegenüber, dem Weltmeister aus dem Jahr 2014 - und gewann! Die Griechen pflügten durch das Turnier und beeindruckten auch mit gekonnter Inszenierung vor dem Spiel. Brüllend und mit der Faust gegen die eigene Brust schlagend verschafften sich die "Löwen" schon vor Spielbeginn beim Einlaufen Respekt. Selbst Digital Chaos blieb nicht verschont. Am Ende war es dann so weit und getragen vom Publikum schaffte es Ad Finem ins Finale des Boston Majors.

Der Finalgegner war jedoch niemand anderes als OG, die schon das Frankfurt Major 2015 sowie das Manila Major im Juni 2016 gewinnen konnten. Ein Drittes sollte schon bald folgen. Denn auch in diesem Turnier glänzte OG mit strategischer Tiefe und präziser Ausführung der Strategie. Infolgedessen sicherte sich die Mannschaft auch die ersten zwei Spiele der Serie, bis Ad Finem die ganze Serie auf den Kopf stellte. Eine Stunde und zwanzig Minuten kämpften sie gegen das vorzeitige Aus und boten OG deutlich die Stirn. Tatsächlich schafften sie das 2:1 zu erzwingen. Letzten Endes endete es aber doch in einem 3:1-Sieg für OG. Eine Million Dollar gab es für OG, während Ad Finem 500.000 US-Dollar mit nach Hause nahm. Das ist mehr als die Griechen seit ihrer Gründung 2015 insgesamt erzielten. OG hingegen baut seinen Erfolg aus und ist somit die erste Mannschaft, die drei offizielle Valve-Events gewinnt.

Von Ad Finem wird man in Zukunft vermutlich noch mehr hören, denn wie das Team seine Fans auf Facebook wissen ließ: "Unsere Reise beginnt jetzt!"

kicker eSport-Freunde auf Facebook

Schlagzeilen


Kontakt | Impressum | Mediadaten | AGB | Datenschutzhinweis | Nutzungsbasierte Online-Werbung

Weitere Angebote des Olympia-Verlags:
alpin.de | olympia-verlag.de