Temporäre Lösung des Dota und CS:GO-Entwicklers

Valve reagiert auf niederländisches Lootbox-Verbot

von Christian Mittweg am 20.06.2018 um 15:40

Lootboxen sind in den Niederlanden verboten - zumindest in Dota 2 und Counter-Strike: Global Offensive (CS:GO). So lautete die Entscheidung der Glücksspielbehörde im deutschen Nachbarland. Kurz vor einem strafrechtlichen Verfahren, hat Entwickler Valve nun reagiert und eine temporäre Lösung gefunden.

Der Austausch von Lootbox-Inhalten gegen Echtgeld, sorgt für Probleme in den Niederlanden.
Der Austausch von Lootbox-Inhalten gegen Echtgeld, sorgt für Probleme in den Niederlanden.
© ValveZoomansicht

Bereits Anfang des Jahres zog die Diskussion um Lootboxen weite Kreise. Die Ähnlichkeit zum Glücksspiel und Jugendschutz stand dabei im Fokus. In Belgien, Frankreich, den Niederlanden und auch Deutschland führte dies dazu, dass sich die Regierungen dem Thema explizit und unter neuen Gesichtspunkten annahmen. Die Glücksspielbehörde der Niederlande schloss diesen Prozess schon im April ab mit dem Ergebnis, dass Lootboxen in vier der zehn untersuchten Spiele illegal sind. Um welche Titel es sich dabei handelt, wurde jedoch nicht veröffentlicht.

"Lootboxen verstoßen gegen das Gesetz, wenn die Inhalte übertragbar sind", erklärte die Glücksspielbehörde die eigene Entscheidung. Mit übertragbar ist dabei nicht gemeint, dass die erhaltenen Gegenstände im Spiel gehandelt werden dürfen. Der mögliche Austausch gegen Echtgeld war der ausschlaggebende Punkt. Einzig durch diesen wirtschaftlichen Wert verletzen Lootboxen die Regularien der Glücksspielbehörde.

830.000 Euro Strafe abgewendet

CS:GO und Dota 2 sind zwei der betroffenen Spiele, wie Entwickler Valve mit einer Meldung am 19. Juni darlegte. Der Entwickler schrieb, dass sie die Sicht der Glücksspielbehörde weder verstehen noch akzeptieren. Da ab dem 20. Juni jedoch erste Strafen auf Valve zugekommen wären, ergriff der Entwickler eine erste Gegenmaßnahme: Mit sofortiger Wirkung ist der Steam Marktplatz für niederländische Dota 2- und CS:GO-Spieler deaktiviert. Wäre das nicht geschehen, hätte die Glücksspielbehörde ein Bußgeld in Höhe von 830.000 Euro oder zehn Prozent des Jahresumsatzes von Valve erhoben.

Die Sperrung des Marktplatzes soll laut Valves Meldung nur temporär sein. In den kommenden Wochen will der Entwickler die Glücksspielbehörde überzeugen und zu einer neuen Lösung kommen. Deswegen hat Valve niederländische Anwälte engagiert, die sich mit den Gesetzen ihres Landes bestens auskennen und so helfen sollen.

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